Kanaken – Könige

Schon immer hatten wir Rebellen, seit je Pfeffer und Salz in den politisch verqueren Umtrieben ein paar mächtiger Typen, die mit ihrem Irrsinn die Geschichtsbücher füllen. Was der Herrenlaune in den Sinn kam war Gesetz und bildete die Lebensbedingungen der allermeisten Unterschichtler, die zu allererst dafür da waren das Geld zu beschaffen, wovon jener gut lebte. Aber wie mit dem Wasser, das nicht von unten nach oben fließt, ist es auch mit dem Geld und es bedurfte seit eh und je der Druck- und Schiebemittel, die das bewirkten. Er legte sich Krieger zu, ließ sie von denen bezahlen, gegen die er sie einsetzte. Manchmal, wenn er die Hosen nicht voll hatte, kämpfte er auch gegen äußere Feinde, um das geographische Territorium, das er für sich beanspruchte und als eine Art Staatsgebilde beherrschte, zusammen zu halten, die Konflikte nach außen und die zahlreichen im Inneren den Stoff lieferten, aus dem seine dichtenden Geschichtsschreiber sein ruhmreiches Leben und Wirken, das bei Lichte und aus der Entfernung späterer Jahrhunderte betrachtet nicht viel mehr als rundum misslungen war, erfanden. Und er war ein Genie und Gott persönlich hatte es ihm eingeredet, hielt sich für den Größten, der in seinem Reich vorkam, duldete keinen Widerspruch und sein blindwütiges Herrschen traf auf Widerstand bei den Leuten, die er sein Volk nannte, dessen eigener, missachteter Wille sich als Rebellion äußern musste um überhaupt vernommen zu werden.

Paranoia beschlich seine gestörte Seele 10mal am Tag, erwachte besonders in dunklen Nächten um ihm den Schlaf zu vergiften, wenn sich aus allen Winkeln und aus der Deckung hinter den Säulen die Pfeile der Geschütze unzähliger Rebellen auf ihn richteten, dazwischen die hämisch grinsenden Gesichter seiner Barone, die sich untereinander alle hassten, alle zusammen ihn, wie auch er nichts anbrennen ließ, sie als Haufen hasste genauso wie jeden für sich, die sein limbisches System, das ein hinterlistiges Spiel mit ihm trieb, imaginierte, dass er nie wusste, ob es ihn täuschte oder ob wahr war, was er sah. Der Wein umsäuselte ihm drei Stunden der Nacht, sobald er sich Schlafen gelegt hatte, aber dann erwachte die Leber um den Alkohol abzubauen und weckte auch ihn, denn sie möchte, dass der Kerl wach ist, für den sie arbeiten und sich die Nacht um die Ohren schlagen musste, ab dieser Zeit bis zum Morgen versammelten sich um ihn seine Gespenster, die echten und die falschen, die mit dem ersten Morgenlicht entflohen und er nochmal eine Mütze voll Schlaf fand. Manche Nacht waren die Gaukeleien, denen er aufsaß, so verrückt, dass er hochfuhr und seine Herrin, deren Herr er war, mit zwei Sklavinnen herbei rief, dass sie ihm den Hintern freilegen und auspeitschen mussten, wozu er vor Schmerz und Vergnügen quiekte, das ihm mehr noch die Muse Melanie bescherte, die ihn durchrubbelte bis er ein grunzendes Ah—- von sich gab und sonst was, dabei die Augen verdrehte und wieder zurück fand zu sich, wonach er dann schlief. Als er morgens zum Frühstücken in der Küche erschien, schaute er so als wäre nachts nichts gewesen, aber die Mägdlein hatten längst die Köpfe zusammen gesteckt und darüber getuschelt, was sie zuvor von Melanie und Messalina erfahren, kicherten noch in sich hinein als sie ihn sahen und Maid Marian, Robins Agentin, schwebte auf Merkurs Flügeln herein, mit souveräner Lieblichkeit servierte sie ihm den Met und seine Spiegeleier mit Speck, einen Kanten Brot.                                                                                                              Seine Herrschaft war in geographische Sektionen unterteilt, die seinen Baronen samt den dort lebenden Untertanen als Lehen gegeben waren um die Kriegsdienste zu bezahlen, die sie bei Bedarf für ihn leisten mussten, wenn sie sich nicht widersetzten.

Wenn aber diese Barone rebellierten, wurde es für ihn ernst, denn sie verfügten über Krieger als Druckmittel, doch jene kleinen Rebellen duldete er nicht und schlug sie in Acht, was diese bewog sich in die Wälder zu verziehen, wo sie eine Parallelgesellschaft bildeten um sich vor Verfolgung zu schützen und zu überleben. Das waren die Hoods, schneidige Burschen, wendig, schnell und geistesgegenwärtig, die scharf mit dem Langbogen schossen, in der Freiheitszone der Wälder, die gute Verstecke boten, ein besseres Leben führten als unter der Fuchtel, sich zu Gruppen verbanden und überall plötzlich auftauchen konnten, um eine Attacke gegen eine Gruppe klerikaler oder anderer Adliger zu führen, sie um das zu erleichtern, was sie Wertvolles mit sich führten, sie gründlich zu versohlen und wieder einzutauchen in die Wälder, die sie gut kannten, wo sie verschwanden wie sie kamen, die frühen Guerillas, lange vor Mao, der sich bis heute rühmt, sie erfunden zu haben.

Heute sind die Wälder abgeholzt, also kommen die Rebellen aus Thüringen. Siggi Baumert hat nicht gezahlt. Was! Sie hat nicht gezahlt?!  Ja was denn? Den Rfunk- und Fseh-Beitrag. Wieso sollte sie für Fernsehen zahlen, wenn sie es freiwillig keines Blickes würdigt, für Rundfunk, wenn sie ihm freiwillig kein Ohr leiht? So unfrei Fernsehen und Rundfunk sind, so frei ist des Menschen Entscheidung, beide weder zu sehen noch zu hören. So wäre Aufklärung neuerdings der Ausgang des Menschen aus verordneter Unmündigkeit.

Am Ball zu bleiben ist heute keine Kunst mehr, wenn sie Internet hat und dafür zahlt sie ja schon. Flatrate. Vielleicht oder nicht ist gerade dies das Problem, dass Internet dem Fernsehen das Wasser abgegraben hat, weshalb man „Hilfe“ schrie. Fernsehen, das machen noch alte Leute und eine Gruppe (Leute), die hier nicht genannt sein will. Was hat uns das Internet gebracht, wenn nicht gerade die Kostenlosigkeit, nichts zahlen müssen für Informationen, Filme, Beiträge, Nachrichten, Lexika, Wörterbücher ist hipper denn hopp. Kann es sein, dass jemand für eine Wurst bezahlen muss, die er nicht kauft, nein, das gibt es auf keiner Welt. Siggi ist frei in der Entscheidung darüber, ob sie Wurst isst oder nicht, wenn nicht, dann kauft sie nicht und das kostet nichts. Ich sehe keinen Unterschied zwischen Fernsehen und Wurst, denn viele sagen, Fernsehen ist uns Wurst.

Nun ist es so, dass Siggi für das Geld, das sie ausgibt, arbeiten muss, aber sie will für bestimmte Sachen nicht arbeiten, verzichtet darauf. Ihr Leben, ihre Zeit sind ihr die nicht wert. Es gehört zu den bescheidenen erbärmlich kleinen Freiheiten des deutschen Menschen, das selbst und frei von Vormündern zu entscheiden, meinst du. Selbst wenn du fast nichts zum Leben hast, denken manche, dass du sie davon noch miternähren müsstest, die Herren Moderatoren und Direktoren, den Hals nicht voll kriegen vom Geld deutscher Hungerleider, dass du vielleicht andere weißt, für die du nach deinem freien Willen von deinem Geld abgeben möchtest und damit aufhörst, wenn es dir nicht mehr gefällt, können die anscheinend nicht fassen.                    Plötzlich kommt da einer, hinter den sich ein mächtiger Apparat von Bevormundern stellt, der behauptet, dass es diese simpelste, einfachste, natürlichste Freiheit, politisch und gesellschaftlich so unschädlich wie unschädlich nur sein kann, nicht mehr gäbe-. Natürlich besteht diese Freiheit weiterhin und niemand muss darauf verzichten und ein Recht zu einer solchen Bevormundung gibt es nicht, sie fährt nieder aus heiterem Himmel, dem sich einige wohl näher dünken als wir, ist angemaßt, wider die Gesetze, wider die Natur, die Logik und wider alle Einsicht und wider uns konstruiert, warum sie von jedermann zurückgewiesen werden kann, werden muss, wenn er seinem verfassungsmäßigen Auftrag zur Verteidigung der Demokratie nachkommt.

Manche sagen, der Beitrag wäre eine Steuer, doch das ist er nicht, weil Steuer auf eine Bezugsgröße wie Einkommen reflektiert ist, für viele wäre das günstiger , da sie wegen ihres niedrigen Einkommens nichts zahlen müssten, selbst wenn sie fernsähen und rundrumfunkhörten, aber dem ist anders. (Was ist Standrecht: ursprüngliche Bezeichnung für kurze, eigentlich = im Stehen durchgeführte Gerichtsverfahren.) Jeder soll müssen ob er Einkommen hat oder nicht, ob er fernsieht oder nicht und die ganze Verdrehtheit der Sache offenbart sich darin, dass die Beweißlast nicht bei dem liegt, der sozusagen diese Vorverurteilung zur Zahlung ohne Anklage, unter Ausschaltung aller Einwände und Gegenbeweise durchführt, sondern bei jedem der standrechtlich Verurteilten selbst, der beweisen muss, dass dieser Standrechtsspruch unrechtens ist. Welche Chancen gibt es Standrechtsurteilen zu widersprechen, die von Natur aus terroristisch sind und Widerspruch mit dem gleichen Terror verwerfen, mit dem sie Unrecht sprechen. Nein, Standrecht ist es so wenig wie Steuer, doch scheint‘s der so ähnlich, dass viele es verärgert dafür halten. Ist es nicht Standrecht, was dann, ist‘s aus dem Dunstkreis, fallen mir noch Willkür ein und repressive Demokratie. C’est le grand terreur de la demokratie.

Vielleicht ist es ganz einfach: der Kapitalismus selbst, dem sie sich systemisch unterwarfen, hat sie, wie es ihm eigen, beiseite geschoben aufs Abstellgleis und sich mit denen verbündet, die ihm besser schmecken, weil sie seine Märkte im Gefolge nie gekannter Distanzlosigkeit erobern und lenken, unglaublich aufdringlich, schamlos indiskret dem hofierten Konsumenten, Opfer des Warenmülls, schier unter die Pelle rücken und ihn umschwirren wie die Fliegen das verwundete Wild. Sagst du dem Gugel, dass du dich für eine Überwachungskamera interessierst, bewerfen dich die Amazonen mit den Dingern, dass du keinen Frieden mehr findest, was du auch tust. Gehst du zu Hegel und hörst: Die Welt sei Geist, ahnst du, dass du auf dem falschen Planeten bist, weil die Amazonen dir die Erinnyen hinterher schicken, die den Bildschirmrand mit allen Überwachungskameras beblinken, die jemals erfunden wurden, wenn du nicht zupackst wirst du mit Unterwäsche beschmissen und den Schuhchen von Zalamanda und der Geist geht von ganz allein aus der Welt, empört ist er nicht, gelangweilt schon, die Welt ist Ware und verkauft sich für Geld, von wegen Geist, die Welt ist Werbung, beuge dich oder stirb.

Tja da steht der große Kegelmann und wirft seine Kugel in die Vollen, um alle abzuräumen, die es nicht bringen, -hinten rechts fällt die SPD in Ohnmacht, hängt taumelnd an der CSU, betört von ihrem Grinsen, noch hängt sie dran, dann ist sie hin. Aber der Kapitalismus, scheint es, unterhält keine Beziehungen in die Kreise seiner Schrittmacher, die ihm sogleich ins Handwerk pfuschen, wenn er sie nach seinen fundamentalistischen Regeln über die Klinge schickt, seien es Banken oder Fernsehen. In der Pose von Siegern treten sie als Bettler vors Volk, das ewig dumme, dass es mal diese rette, mal jene, gefragt wird es nicht, das ewig dumme, sie tragen Krawatte, damit man nicht merkt, welch Schlages sie sind beim schamigen Geschäft, bei dessen Verhandlung die Krawatte mehr wert ist als sie selber.

Gelassen ging heute die Gleichmut nach Hause.

Was für eine gigantische Verdrehung der Rechtskultur, die auf Zerschlagung der Demokratie aus ist. „Das ist doch unglaublich“, höre ich die Stimme des verständigen Volkes, das mit gleichviel analytischem Verstand wie kristallwasserreinem Gefühl für die Not der Nation begabt ist, wenn es nur endlich anfinge auf sich selbst zu hören.

Gleich neben jener Beweislast steht das Gefängnis. Für Siggi, die so frei war, sich ihrer Freiheit zu bedienen:  61 Tage physische Freiheitsberaubung waren der Preis dafür. „Das ist doch unglaublich“. Jetzt ist sie nur die eine, die aus der Reihe einen Schritt vorgetreten ist, eine Rebellin hinter der mehrere Millionen offen bekennende und noch mehr verdruckste und weggeduckte Rebellen stehen, die bei jedem kleinen kalten Hauch der Macht, der über die verwüsteten Felder der Demokratie hereinweht, schon umknicken als wäre es ein Sturm. Es wird ein munteres Treiben, wenn ganze Firmen von Gerichtvollziehern und Polizisten, immer zu Diensten, sie können ja nichts dafür, sie machen nur ihre Arbeit- und hier springt ihnen Kant bei, Erfinder und Prediger des aufgeklärten Gehorsams, der sagt, dass einer, der sich in jemandes Dienste begeben, an seinen Auftrag gebunden, gehorchen muss und eben in diesem privaten Geschäft von seiner Freiheit zu denken, noch mehr zu handeln keinen Gebrauch machen darf, sondern nur außer Dienst in einer Publikation die moralischen Fragen samt Zweifeln, die sich einstellen, öffentlich diskutieren darf, worauf wir gespannt warten, —-das war in Königsberg in Preußen, den 30. September 1784, als man durfte, was heute gefährlich ist, doch unter uns, damals wie heute wurde nicht räsoniert, sondern gespurt. Das brachte der demokratische Fortschritt.—-   abgeholt und in die Gefängnisse gesperrt werden, brauchen wir nicht Correctionslager zur Brechung des unerwünschten Volkswillens, fragt sich ein deutsches Gedächtnis. Der Wille wird zwischen den Parteispalieren verhandelt und dem Volke mit Tricks und Sprüchen verkauft.

Die Freiheit, die ihr längst habt, weil die Natur sie euch gab, bekommt ihr nicht geschenkt, ihr müsst sie erobern.

Institutionen, deren erste Natur es ist, sich auf die Seite der Bevormunder zu stellen, Kumpel der paar Kumpels zu sein, des Racket, das uns manipuliert, Auftritt der Kommandanten des verfälschten Lebens im falschen, sich den lieben langen Tag gerne damit beschäftigen, heraus zu finden, an welcher Ecke sie uns noch in die Tasche greifen können, um uns der paar Euro, die uns geblieben, legal hingedreht zu berauben, kein Problem mit den Heeren der Verarmten, Geplünderten, das Herz liegt auf situs inversus. Die Plünderung des kleinen Geldbeutels ist der große zeitgenössische Geck.                                                      Wir wollen ein unantastbares Limit an Eigentum und Besitz, jedem Zugriff entzogen, wo wir auf beiden und eigenen Beinen stehen können und unsere eigenen freien Herren sind, wo wir die Freiheit haben zu denken, was wir wollen, jetzt denken wir laut, dass die Verarmung der Unterschicht stoppen muss.

Die Institutionen aber, die Positionen weit weg vom gesunden allgemeinen Rechtsempfinden des Volkes beziehen, möchten wir doch schnellstens durch bessere ersetzt wissen, unser Respekt und Achtung wurden ihnen nicht mit dem Amt gegeben, sondern sie müssen sie sich verdienen.                                                                               Nun hat man Siggi dazu gebracht, sich selbst Anarchistin zu nennen; das ist sie mitnichten, sie hat die silberne Lanze der Athene verdient, Schutzherrin der Unterschicht und die goldene Streitaxt der Boudicca, der Oskar für den Kampf um Demokratie und Freiheit, schert euch nicht um Schufa, geht nicht für Sch… ins Gefängnis. Wenn die Atombombe ein Papiertiger ist, was wäre die Schufa außer Pfffffft.
Das Schema ist simpel, es braucht 2 Einrichtungen, Institutionen genannt, an deren Allerheiligkeit nicht gezweifelt werden darf: Banken und Schufa, an denen keiner vorbeikommt, so konstruiert, dass ihr Zusammenspiel jeden kaltstellen soll, der nicht kuscht, eine billige Falle, die wirkt, solange dran geglaubt wird. -Mit des Menschen Widerstand endete des Gottes Macht.- Hat sie erst Tritt im repressiven Gefüge, kann man die Falle in allen Fälle stellen, in denen wenige Unzumutbares gegen den Willen aller anderen durchsetzen wollen.

Im Lauf dieser Geschichten zwischen diesseits und jenseits, Fiktion, Wirklichkeit, Utopie, Spekulation, Wahrheit, Lüge, Parodie, Satire, Komödie, Tragödie, Terror, Gewalt, Verleumdung, Betrug, Habgier, Raub, Neid, Eifersucht, Liebe, Hass, Mord, Rufmord, Intrige und Horror begegnen wir noch haarsträubenden Dingen, die alle normal sind und zugleich so unglaublich als wären sie hinter der Grenze des Verstandes geschehen, in der Gegenwelt infizierter Lagunen, faulig grasgrüner Sümpfe, worin Irrsinn modrig keimt, wo Begriffe sich nicht mehr gegeneinander abgrenzen, sondern wie Brei einer den anderen bedeuten wie alles oder nichts, wo, wenn die Eltern nichts haben, von Falschspielern die Kinderarmut bejammert wird, als würden Kinder von Raben-Störchen ausgesetzt oder fielen mal so von Bäumen

Ich sehe kleinere und größere Horden von Zweibeinern, die vor urdenklichen Zeiten, als sie noch verschwindend wenige waren, friedfertig, zwar von Bestien, Unbill, Schicksalsschlägen und je nachdem, in welchen Erdzonen sie herum streiften von gewaltigen Gewittern, Sturzbächen von Regenfällen aus bleiernen Himmeln, Erdbeben, Steinschlägen mit sauriergroßen Felsbrocken, aus berstender Erdkruste hervor quellendem glühendem Gesteinsbrei, Sonnenbränden bedroht, aber selbst niemanden bedrohend, durch die wild schönen Landschaften des Planeten zogen, sich nicht Menschen nannten, obwohl sie es ob ihrer Friedfertigkeit eher verdienten als heutige, sich als Trockennasenprimaten mit spastischem Gang bezeichneten, da sie sich anstrengten ihren gekrümmten, buckligen Rücken gerade zu biegen um sich aufzurichten, das taten, was ihre evolutionären Vorgängerexemplare mit den vornüber gebeugten Körpern um sich beim Laufen mit langen Armen wie Beinen abzustützen, auch schon getan hatten, die sich noch weniger als besondere Wesen verstanden, da sie sich dem täglichen Drama des Überlebens so ausgeliefert sahen wie alle anderen vierfüßigen Tierwesen, denen sie sich ähnlich erkannten und deren einige sie mehr fürchteten als die Dämonen der Nacht, da sie ihn fraßen, war er nicht stets auf der Hut, während er selber noch nicht auf die Idee gekommen war, sich anders als von Früchten, Körnern, Kräutern, Blattwerk, Wurzeln, Samen, Pilzen und Termiten, Grillen, Käfern zu ernähren und sich des weichen, sonnebeschienenen Lebens in afrikanischen Savannen erfreute.

Irgendwann hatte man sich dafür entschieden auf zwei statt vier Beinen zu laufen und die erhobenen Vorderbeine mit Händen statt Füßen wie Werkzeuge zu benutzen. Zwar machten das auch andere Vierbeiner mit unterschiedlichem Geschick, wenn sie ihre Vorderläufe, sofern sie dafür ausgerüstet waren, zum Niederschlagen oder Festhalten einer Beute benutzten, die sie gerade fraßen. Doch am geschicktesten war dieses aufrecht laufende Wesen, bei dem sich Arme und Hände im Laufe der Jahrzehntausende immer besser für diese weitere Funktion entwickelten und zu solch geschickten direkten Werkzeugen wurden, dass sie das Gehirn dazu stimulierten, sich alle möglichen Dinge auszudenken, die man mit ihnen herstellen konnte, schließlich die Vorstellungskraft des Gehirns in Zusammenarbeit mit den Händen die Kultur erfand und beider stetiges Training der wahre Grund für das Wachstum des Gehirns und die Entstehung weiterer Zonen wurde, in denen ein dichtes Geflecht neuronaler Verbindungen differenzierte Reflexion und Selbstgespräche förderte, nicht das Fleischfressen, das er ja nun seit Jahrhunderttausenden betreibt, ohne dass sich nochmals Hirnwachstum gezeigt hätte, der beste Beweis dafür, dass es Selbstbetrug ist, zu behaupten, das Hirnwachstum wäre durch Fleischfressen verursacht. Schon der Neandertaler hatte mehr Grips als der Sapiens heute, dessen Gehirnwachstum vor sehr langer Zeit stehenblieb wie eine Uhr, die nicht aufgezogen wird, weil sich seit jener Zeit, als er anfing andere Lebewesen der Tier-, Trocken- und Feuchtnasenprimatengattung zu ermorden und zu fressen, seine soziale Intelligenz um kein Jota entwickelt hat und diese Heerscharen krankhafter, krausköpfiger Typen mit defekten Emotionen und stumpfen Herzen haben den Kapitalismus protegiert, das Aufsplitten aller Tätigkeiten in einzelne mechanische Handgriffe, die von morgens bis abends immer gleich ein Leben lag wiederholt, bis die Langeweile vom Schwachsinn eingeholt, sie sich schließlich Beruf nennen dürfen, wir aber unabänderlich bleiben wie wir fressen: Raubtiere oder verirrte Trockennasenprimaten, die besser zur Früchte- und Pflanzennahrung zurückkehrten um wie einst durch friedfertiges Teilen die Welt zu heilen. Immer noch hören wir die Lehre vom Urzeitkiller als Überlebens- und Zukunftsmodell, den Dinosauriertypen, den Ackermännchen, Falschspielern, Lügnern und Blöffern.

Man dachte sich weitere Werkzeuge und Hilfsmittel aus, die man plante und mit seinen Händen aus verfügbaren Materialien und ihren Kombinationen baute.                                     Eines Tages, der tausende Jahre dauerte, hatte man den Fisch und das Fleisch als Nahrung entdeckt, die mythische Kraft verlieh, lernte nach und nach das Fleisch zu trocknen und aufzubewahren, als man mit dem Feuer umzugehen wusste, es zu braten und bekömmlicher zu machen, das Schlimmste war der Anfang, als man Ekel und Widerwillen dagegen überwinden musste, in Körperteile rohen Fleisches am Knochen zu beißen, fürchterliche Krämpfe bekam, wenn man ein wenig davon, gegen allen Ekel sorgfältig durchgekaut, gefressen hatte und es fast nicht verdaut werden konnte mit dem vegetarisch eingestellten System. Hinterher noch die ekelig blutige Fresse.

Sie jagten nun immer öfter, erreichten mit ihrem aufrechten zweibeinigen Lauf zwar nie die Geschwindigkeit ihrer Beutetiere, doch als sie zusätzlich die Körperhaare verloren, sich durch Schwitzen abkühlten, konnten sie stundenlang rennen und dem Wild solange nachstellen bis es sich erschöpft und verzweifelt ihren Speeren darbot. Die Beute war sehr schnell, konnte ihre Geschwindigkeit aber nur kurz durchhalten und musste sich dann durch Hecheln abkühlen, für Sprints in großer Mittagshitze war sie nicht geschaffen, also kamen die Jäger wieder heran und das erschöpfte Tier musste wieder fliehen, während die Jäger ihm laufend auf den Fersen blieben, schwitzend ihren Körper in Form hielten, erreichten schon bald das Wild, das nicht mehr konnte und töteten es.

Ewige Zeit war er friedfertig durch Steppen und Savannen gezogen, ernährte sich von den(Produkten)Früchten der Natur, teilte mit seiner Horde alles, was es gab und dachte nicht ans Töten von Tieren und fremden Artgenossen, weil genug Platz war und die Erde fruchtbar. Er musste sich vor Tieren schützen, die andere Tiere fraßen und lernen sich gegen sie zu verteidigen, wofür er sich die ersten Hilfsmittel und Waffen ausdachte, dabei vielleicht auf die Idee kam, von der Verteidigung zum Angriff zu wechseln und gezielt Jagd auf Tiere zu machen, die ihm nicht gefährlich wurden. Das war der Wendepunkt seiner kontinuierlich fortschreitenden Entwicklung zum Menschen, als er die falsche Abzweigung nahm, die ihn zu einer normalen Bestie mutierte wie andere, die Tiere erlegten und fraßen. Angenommen, dass er tatsächlich Vegetarier war und die speziellen Verdauungsorgane besaß, musste er durch häufiges Fleischfressen zwangsläufig

BSE werden, hätte also tatsächlich die Straße des Wahnsinns genommen, auf der er wahnsinnig wie er ist, beharrlich wandelt, denn wenn alle es sind, fällt er nicht auf oder der Wahnsinn ist Norm. Es zucken die Schultern: da kann man nichts machen.

Mit der Jagd hatte er seine Persönlichkeit verändert und wurde Killer an der Gattung der Tiere und –sagen wir das mal- der Menschen, die mit ihm die Erde bevölkerten. Das Töten wurde seine tägliche Beschäftigung, mit der er sich Mut und Überlegenheit bewies, parallel entwickelten sich die nötigen Eigenschaften, wie emotionale Kälte, Herzlosigkeit und Stumpfheit gegen das Leiden der Opfer, das er aus seiner Wahrnehmung ausgrenzte, sogar den Genuss am Töten, das Vergnügen, den Spaß an der Angst und dem Leiden der Opfer entdeckte, pflegte er fortan diesen emotionalen Defekt, weil er ihm strategisch nützlich wurde. Täglich beging er seine Morde, rechtfertigte sie damit, sich ernähren zu müssen und log sich die Dinge so zu recht wie sie ihm passten, erfand die Mythen, mit denen er die erfolgreiche Jagd als heilige Handlung verklärte, die er zuvor in Ritualen bezauberte. Er mordete gewohnheitsmäßig mit Pläsier und Lust, was er erst richtig herauskehrte, als er die Jagd zu seiner Unterhaltung betrieb, sie Halali nannte, das Horn dazu blies und nicht mehr selbst hinter der Beute herrannte, sondern sich ein Pferd dafür kaufte, fraß er sich so voll, dass er aus den Nähten platzte, konnte er trotzdem noch jagen, wenn ihm andere zuvor aufs Pferd halfen, das nur stark genug sein musste sein Übergewicht zu tragen, selbst elegant, drahtig und edel rümpfte es die Nase über den Fettsack, der es bestieg, beleidigt, dass es so etwas tragen musste. Es hatte sich als Jagdpferd verpflichtet und ging täglich ins Sportstudio um sich fitt zu halten für seinen Job, auf speziellen Geräten trainierte es täglich vor allem den Hintern, der dick, rund wie geschwollen sein sollte, weil es ihn gegen Bezahlung in Hafer öfter fotografieren ließ und die Fotos auf Instagram publizierte, wo es gegen starke Konkurrenz von Karanda, Ratigaga und etlichen anderen bestehen musste. Es hatte schon soviel Hafer verdient, dass der zwei Scheunen füllte, und 4 Pferdeleben lang reichte, doch aufhören konnte es nicht, wollte noch mehr und noch mehr, besonders beflügelt, wenn sein Pferdearsch die Bewunderer scharf machte.

Zwischen Wild und Artgenossen unterschied er nicht sonderlich. Ein begabtes

2-beiniges Tier wurde genauso verfuttert wie ein weniger begabtes. Nachdem sie getötet und gefressen waren existierten sie für den Lauf der Welt nicht mehr. Was an Ihren Fähigkeiten verloren wurde, war ohne Belang; sie hatten, klug oder schön, den Wert einer guten Portion Futter.

Das ist bis heute so, seine Verwertbarkeit charakterisiert immer noch sein Dasein und ist der Maßstab seines Wertes -sagen wir innerhalb gängiger gesellschaftlicher Konstruktionen aus Herrenschaft und der von dieser zweckmäßig manipulierten Unterschicht unterschiedlicher Gradung, in der weder wirkliche Freiheit, noch Autonomie gestattet sind und Individualität nur in völlig abgeschliffener Form geduldet, darin bestünde, dass im Privaten ein belangloses Hobby, wie das Spielen mit der Modelleisenbahn im Keller ohne speziellen Antrag gestattet wäre, auch das Basteln an Old- und Young-timern, woran sich die Töchter beteiligen dürfen wie die Söhne, die Mutti, mehr nicht, ach ja noch der Urlaub im Drittwelt- oder Übermorgenland, den darf man ihm nicht nehmen, sonst macht er Revolution, da ihn im allgemeinen ein düsteres Korsett aus Vorschriften einschnürt, das auch noch die Peitsche schwingt, sobald er aus dem Keller heraustritt ans Tageslicht, die Kumpels ihn an langen Seilen lenken, die sie im Joch, das man ihm auf die Stirn genagelt hat, einhängen und ihn sachte immer nach rechts ziehen, in leichtem Bogen, damit er weder merkt, dass er im Kreis geht, noch dass er geführt wird. Es wäre Freiheit, hat man ihm gesagt, sie sei so und er glaubts. Frei ist wer sich für die Rente entscheiden darf oder dagegen, das hat jeder selbst in der Hand, schallendes Gelächter als Echo der Wände, die überall vor ihm sprießen, wohin er nur blickt, haha, du Ar…..l…hter und wählen, vielleicht hast nur die Wahl zwischen einem und keinem, wählst du eines, bist du geduldet, noch lang nicht willkommen, wählst du keines, wirst du über die Klippen gestürzt, dir selbst aber begegnest du auf den beschriebenen Kreisgängen nie und mit dem Gä…n..gelw..gen, der dei..ne…..Freiheit sein soll, verkaufst du den Schwindel, dem du aufsitzt.

Der Wert der Verwertbarkeit ist jener, dass er den ihm zugedachten, nicht den von ihm erdachten Nutzen innerhalb seiner Gesellschaften erfülle, zwar nicht mehr als Kalorienportion, sondern verwaltet, solange bis er von sich nichts mehr weiß, nichts und niemand mehr ist und außerdem nichts hat.

Selten konnte jemand je der Erniedrigung des Geldbeschaffenmüssens entkommen, von Beginn an nichts als ein von Vorschriften gepeitschter Sklave von fremd diktierter Bedingungen, abgerichtet, dem Götzen Kapitalismus hingebungsvoll den Altar zu vergolden,

………der We….b …………………… seiner völligen Unterwerfung unter das, was er glaubt, dass die Gesellschaft und ihre Warenproduktion ausmache und von ihm verlange, verliert, wie alle anderen auch, widerstandslos sich selbst bis von ihm wie den anderen nichts mehr übrig ist und fast keiner will es bemerken oder gar so sehen. Sie sind glücklich borniert zu sein wie alle, Hauptsache zu Hause in den gewohnten Spalieren,          …… inmitten der anderen, möglichst nicht von ihnen verschieden.

Wenigen ist es gegönnt, …………………….dem Tr….m..a   des wür..e….l..sen Dasein.. unter d…. Fuchtel d… z.. entkommen………………………………………………….

Cezanne sagte es so: Mein Vater, der Bankier, war das Genie, er hat mir eine Million vermacht und entschied sich für ein erfolgloses Leben, das er der Kunst widmete, kaum ausgebildet, weil ihm schon das verwehrt wurde, quälte er sich mit anscheinend dilettantisch unbeholfenen spröden Strichen, die sich auf dem Papier wie widerspenstig gebärdeten und den Formen, die nicht eindeutig werden wollten, Gewänder, Tücher, wie aus festem Material geschnitzt, die sich kubisch modellierten um als Bild zu bestehen, Gegenstände sich gegeneinander verschoben, in sich verdrehten oder sich anschickten zu fliegen, Obstschalen und Bücher als wollten sie sich von Tischen wie aufgerichtet dem Maler vor die Füße stürzen, nur die Schwerkraft der Komposition hielt sie auf der Leinwand und im Rahmen, wollten aus verschiedenen Blickwinkeln zugleich gesehen werden, von der Seite und Oben, boten in sich verschiedene Sichtweisen zwischen wechselnden Perspektiven an, bloß nicht eindeutig sein, ohne dass er dagegen etwas tun konnte, wehrlos gegen die Macht seiner Bilder, unterwarf er sich ihnen und gewann seine vage tastende Methode ständigen Experimentierens und Ungewissheit darüber, ob ein Bild gelinge oder nicht,   …—…   für diese herbe, harte Ästhetik, zeitlebens sperrig, hölzern doch unnachgiebig wahrhaftig, zwecklos das Produkt, ein Werk, ein Stück Kunst, niemals fertig, „aufgegeben im Scheitern auf hohem Niveau“ (R G), zurück blieb die Spannung, aus welcher der Maler ein Neues begann, nicht Ware nicht Warhol, die sich verkaufen wollte oder es nur hätte denken können, kamen nach und nach einzelne, die durch Vermittlung von Freunden manchmal kauften, hier und da kauften die befreundeten Maler, nicht Manet, der hielt ihn für einen „Maurer“, Schindel, Schuppen, kubische Blöcke aus dem Geometriebuch, dann nach seiner Zeit sich als Lehrmeister der Nachfolgenden entpuppte, der Vater, dem in gewisser Weise zu danken ist, der Wegbreiter war für den Größeren, das eigentliche Genie, den missratenen Sohn des Bankiers und talentlosen Maler, der auch vom Geld nicht mehr verstanden hatte, als dass es ab einer größeren Menge gleich der Freiheit von eben diesem war.

Realisation war das Wort, das zu Cezannes Zeit in Mode war, sich seit Delacroix in die Köpfen der Maler eingenistet hatte und gleichwohl von den „theoretischen Künstlern“, die schrieben statt malten, verwendet, aber ein Ihriges darunter verstehend, das nicht mit dem stimmig war, was die jeweiligen Maler meinten, wenn sie es, ihre Arbeit beschreibend, verwendeten.    Wer keine Bilder malt, kann selten wirklich begreifen, was den Maler beschäftigt, der mit Worten beschreibt, was nicht beschrieben, sondern höchstens annähernd verständlich gemalt werden kann.  ——Réalisation seiner tiefen Empfindung beim Betrachten der vielfältigen Erscheinung der Natur und des Motivs, seine verwirrende Vielfalt des Lichtes, das es aussandte sobald sich der Maler vor dem Motiv nur geringfügig bewegte, erschien bildlich unerreichbar, sondern nur ein Herannahen in unendlich vielen Schritten, vielleicht eine asymptotische Jagd nach einem flüchtenden Ideal, das unbegreiflich blieb, ihm manchmal greifbar schien, sich entwand um in neuer Gestalt zu locken.

……....Einfügung_C..hier ist noch eine Passage einzufügen, die gelegentlich erscheint, ohne dass darauf hingewiesen wird. Der Text behält sich ferner vor, ständig kleinere oder größere  Teile von sich  zu ändern, einzufügen, zu streichen, einzele Worte auszutauschen, Sätze umzustellen, zu entfernen und mit sich genauso zu verfahren wie es ihm beliebt!

Réalisation ist die Suche nach dem Ausdruck der persönlichen Empfindung mit den Mitteln der Malerei, die selbst Thema werden, …… für das Motiv, die Auseinandersetzung mit dessen Natur und dessen eigener Natur in den Bildern.

So bleiben die Äußerungen der Kritiker und Zolas, die den Malern die Unfähigkeit der Réalisation vorwarfen, nicht platt, aber so ähnlich, weil sie nicht von dem sprachen, auch nicht verstanden, worum es den Malern ging. Zola, vom eigenen Erfolg gekauft, hatte sich auf die Seite des Konservatismus und großbürgerlicher Lebensweise begeben, fand treffsicher die Maler vorbildlich, die niemand mehr kennt: Bastian-Lepage und Gervex, die Schüler Cabanels. Die Kopernikanische Wende der Malerei, die mit den Impressionisten auf dem Weg war, verstand er nicht.

Man sah sich noch als Genie, wenn man etwas drauf hatte. Zola hielt sich dafür, Cezanne gab er auf, der zog sich zurück und machte weiter, oft verzweifelt, nicht nur an sich, ab 1886, Tod des Vaters, endeten seine finanziellen Sorgen.

Réalisation war für Zola die akademische Fähigkeit, ein Bild wie einen Gegenstand, Objekt zu entwerfen, und mit erlerntem Können auf der Leinwand fertig zu stellen.

Aber davon hatte Cezanne keine Ahnung, ihm fehlten Schwung, Bravour oder Können, nichts kam aus dem Handgelenk, (keine Eleganz stellte sich ein, sein Bild blieb ihm fremd, wie die Malerei selbst, der er sich zu nähern versuchte, alles ein Experiment, aber kein Beruf, keine Professionalität, doch eine ständige Spannung hielt ihn in Atem. Er war Autist, nichts fiel ihm leicht oder in den Schoß. Er war ein seltsamer Kerl, sagten die Freunde auf dem Rückzug.

Cézanne, wenn er arbeitete, hatte das ganze Bild vor sich, sah es aber nicht, setzte einen Tache, dann einen zweiten, mit dem es bereits plastisch da war, weitere folgten an vielen Stellen der Leinwand, dass aus allen Richtungen und auf der ganzen Fläche gleichzeitig das Motiv entstand, als müsse er es aus dem Bildgrund, in dem es sich verbarg, für das Licht seiner Augen gewinnen.

Badende(1874-75), ein seltsames, verrücktes Bild mit merkwürdigen Anspielungen: am Ufer vor dem Fluss eine Gruppe Badender, hinter dem linken Akt der Gruppe richtet sich ein Tuch auf als stelle es sich hin. Hinter dem Fluss am anderen Ufer entsteht aus einer hohen schmalen Zypresse, die ein langer Ast, ausgehend von einem Baum am diesseitigen Ufer, auf 2/3-tel Höhe horizontal durchquert, ein christliches Kreuz, eine diagonale weiße Wolke wie ein Licht hinter dem Kreuz erscheint, auf den Körpern der Badenden blaue und grüne Schatten, der Akt am rechten Rand, der sich ganz im Schatten aufhält, nimmt die Farbe des Schattens an, nur 2-3 Taches getrübtes Rosa erinnern an die Farbe von Haut. Anatomie interessiert ihn kaum, er baut die Körper wie ein Schuljunge, aus ein paar unterschiedlich großen Zylindern, Kugeln.

Montagne Sainte-Victoire, 1886-90, Das Blau der Berge hinten ist in die Schatten der Häusergiebel vorne eingezogen und lässt die ganze Landschaft in einem seltsamen unbekannten Licht erscheinen. Matisse sah bei Cezanne, dass der Schatten eine Farbe hat, merkte es sich, machte es in seinen frühen Bildern zum Thema.

Stillleben mit Putto, 1895, ein kubistischer verbauter Raum umstellt die weiße Figur.

Landgut Jas de Bouffan, 1885-87, die Häuser stellen sich schief ins Bild als seien sie in Bewegung, es herrscht die Statik des Bildes, sie wären betrunken, hieß es bei Zeitgenossen.

Bucht von Marseille, 1885, Wasser der Bucht ist ein dickes Volumen.

Mardi Gras, 1888, zwei seltsam verspannte Clowns, der hintere lauscht in sich hinein, während er auf dem Arm des vorderen anklopft, als sollte sich etwas öffnen.

Brücke am Fluss der drei Quellen, 1906, Aquarell, Flächennetzwerk durchsichtiger Farbe.

Der See von Annecy, 1896, Heckel sah das Bild und erinnerte sich als er den“Gläsernen Tag“ malte.

Stillleben mit Äpfeln und Orangen, 1895-1900, Paula Becker-Moderson sah das Bild und malte ein Stillleben mit Äpfeln und Bananen, bei dem sich die Tücher wie ein Wasserfall über die Tischkante stürzen und die Früchte und Korb mitnehmen.                                      Alle Maler der folgenden Generation berufen sich auf Cezanne.

Es kam der junge Picasso, der das erlernte akademische Handwerk im Schlaf beherrschte, davon gelangweilt, bei Vollard vorbei, sah dieses Vexieren der Perspektiven, das Verwobene von Ferne und Nähe, die verspannten Linien, den kubistisch verbauten Raum, in dem der Putto steht, die hölzernen Formen bei Cezanne, gewölbte Volumen der Landschaften, nahm irritierende Eindrücke mit, prüfte sie bei weiteren Besuchen, drehte (bewegte) sie in seinen Gedanken, erprobte sie auf der eigenen Leinwand bis die Idee des Kubismus sich zeigte, der die Bewegung der Gegenstände in der Unbeweglichkeit des Bildes dadurch schuf, dass sich der Maler vor dem Model bewegte, es aus verschiedenen Perspektiven betrachtete und im Bild alle vermischt und gleichzeitig zur Anschauung brachte, nicht die Bewegung des Models, Motivs zeigte, sondern die Bewegung des Malers, Betrachters vor dem Modell war Ursache der Vielseitigkeit, ja Mehrdeutigkeit seiner Erscheinung im Bild, der Kopf von Vorn und der Seite zugleich zu sehen, die Nase von vorn die Seitenansicht zeigte und das frontale ägyptische Auge ins Profil vexierte.

Cornelius sagte: mein Vater war das Genie und ich falle entspannt aus angespannter Zeit. Der Verwalter, der mit sich nichts……………………………………

…………..Einfügen_DX………an dieser markierten Stelle hier ist noch eine längere Passage einzufügen, die gelegentlich erscheint, ohne dass darauf hingewiesen wird. Der Text behält sich ferner vor, ständig kleinere oder größere  Teile von sich  zu ändern, einzufügen, zu streichen, einzele Worte auszutauschen, Sätze umzustellen, zu entfernen und mit sich genauso zu verfahren wie es ihm beliebt!

Robert Hood, ob es ihn so ähnlich gab, wie wir ihn aus den Balladen kennen, weiß man nicht, doch macht dies so neugierig, dass seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten –man weiß es nicht- nach Spuren (Hinweisen) seiner realen Existenz gesucht wird, zwar Personen seines oder ähnlicher Namen in den Quellen vorkommen, doch bleibt es Geheimnis, ob deren eine die in Balladen besungenen Taten vollbrachte. Es ist lange her und sei uns egal, wir wissen, dass er ein freiheitsliebender, sympathischer Haudegen mit kräftigen Muskeln war, und ein Schalk, für die Balladen zum Rebellen geboren und mit seinen tollkühnen Gesellen der wahre Edelmann gegen die Edelmänner dem Namen nach, hinter deren hämischen Zügen sich die Gesinnung von Schurken mit ihren Verbrechen verbarg. Es gab ihn, erfunden oder nicht, es zählt, dass wir glauben, es habe ein oder mehrere Vorbilder für diesen Robin Hood gegeben, der Geschichten mit Pfeil und Bogen schrieb, die sich die Jahrhunderte bis heute erzählen. Robin Hood, Held des Volkes, katholisch, worüber nicht zu lachen ist, denn daraus bezog er Mut und Moral, sich besonders gegen diejenigen zu wenden, die als Vertreter des Glaubens die Moral, die sie uns lehren, nicht leben, weil sie sich mit ihrer einträglichen gesellschaftlichen Stellung, die ihnen wichtiger als Glaube und Gewissen, nicht verträgt.                                                                                                                     Aber so ist das eben bei den Engländern, die wirklich großen Helden hinterlassen nichts als ihre Geschichten oder Dramen, keine Dokumente, mit denen sie bürgerlich herausträten aus dem schützenden Schatten, verbergen sich geschickt hinter anderen Namen und stiften Verwirrung um ihr Geheimnis zu schützen, lassen uns rätseln, ob sie nur einer oder viele waren, die denselben Namen brauchten, dass wir dastehen, irre daran zu werden, ob sie sie selbst waren oder andere und diese vielleicht sie, ob sie unter einem Namen starben um unter neuem Namen als sie selbst zu leben und verborgen blieben während sie doch öffentlich wiederkehrten in realer Gestalt, die sie dennoch nicht waren. Man muss manches verstehen, weil die Zeiten für Geschichtenerfinder gefährlich waren, denn die Häupter saßen nur lose auf den Rümpfen und so ein Gott war schnell gelästert, die Schnüffler und Denunzianten aber, zahlreich wie heute hier, bildeten eine di

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Der längere Text, der hier am 19.01.2018 verschwand,  wird wieder hergestellt.

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15,5

Der junge Bückler, wohl zwischen 1777 und 1783 geboren, wäre, wenn wir sein Geburtsdatum bei 1783 annehmen gerade einmal 20 Jahre alt gewesen, als er 1803 in Mainz auf der Guillotine hingerichtet wurde. Nehmen wir das mittlere Datum an, war er 23 Jahre.

Wir haben es mit einem ungezähmten, zügellos leidenschaftlichen Jugendlichen zu tun, einem, mit dem Pferde stehlen konnte, einem Draufgänger und trotzigen Träumer aus grauer Unterschicht, der keine feine Schule kannte, den das Leben die guten wie schlechten Manieren lehrte,(Trotz und Widerspenstigkeit deines Geistes)     (wenn ich es nicht vergesse, werde ich später noch einige Erpresserbriefe von ihm abdrucken) von den revolutionären französischen Ideen gehört hatte, die mit dem linksrheinischen Einmarsch in deutschen Landen den Umbruch herbeiführten, doch letztschließlich bewaffnete Einbrüche, wie er sie verübte, nicht als revolutionäre Taten werteten, sondern dafür die Todesstrafe einführten. Es blieben ihm nur wenige Jahre für sein flüchtiges Leben, in welchem er manchmal die ersehnte Sesshaftigkeit probte und sich dadurch in Gefahr brachte, zwischen der Schmidtburg im Hahnenbachtal und Schloss Kallenfels zeitweise ein Stammgebiet hatte, das er umkreiste, sich unter die Leute begab, die wussten wo er residierte, ihn aber nicht verrieten, so dass ihm ihre Vertrautheit Heimat wurde, ein trügerisches Gefühl, dem er sich nicht hingeben durfte, weil er wusste, dass es nicht von Dauer wäre, da ihm die Rückkehr in die Gemeinschaft der Unzufriedenen aber Unbescholtenen solange verwehrt bliebe, als seine Taten nicht vollständig gebüßt wären, doch dafür wartete auf ihn der Tod und nur in euphorischen Momenten hegte er die Hoffnung ihm vielleicht zu entkommen. So verließ er immer wieder den Platz, der ihm liebgeworden und machte sich auf die Flucht.                                                          Die Schmidtburg, 1795 vom dortigen Amt verlassen, bot um 1800 in der Nordwestecke noch brauchbare Zimmer, doch Schloss Kallenfels, oberhalb Kirn empfahl sich viel mehr als Herrensitz mit Blick über das Land, wo die Wachen von hoch oben sahen, wer des Weges kam und aufmerksame Beobachter in den Dörfern lebten, rechtzeitig zu warnen. Hannes, bodenständig, zuweilen menschenfreundlich und von adliger Gesinnung, pflegte auf Kallenfels, als wäre er Graf Kallenfels von eigenen Gnaden und vom eigenen Blut, dem bücklerschen, seine Neigung zur Sesshaftigkeit, die sich schlecht mit seiner Tätigkeit vertrug, ihn dennoch immer wieder verführte dort zeitweilig zu residieren, sich inmitten der Leute zu bewegen als gehöre er dazu, was er sich am ehesten fernab hätte leisten können, wo ihn nicht jedermann kannte, ja selbst das gefährlich gewesen wäre, da man sich überall mit Schauder und Neugier nicht nur seine Geschichten erzählte, sondern der eine oder andere sogar eine leibhaftige Begegnung mit ihm gehabt hatte, wenn er plötzlich aus Büschen breitbeinig in die Mitte des Zwangsweges sprang, den zu Fuß reisenden Händlern die Pistolen vorhielt und lauthals, dass die Blätter des Waldes vom Luftzug rauschten: Halt, rief, ich bin der Schinderhannes. Sofort sprangen noch andere herbei, die das schnelle Geschäft erledigten, man sich davon machte ohne die Beraubten zu versehren, wenn es einträglich gewesen war, wenn nicht – wird diese Geschichte erzählt- ließ er eine solche Reisegruppe die Schuhe ausziehen, untersuchte diese nach verstecktem Geld, warf alle zusammen auf einen Haufen und befahl den Reisenden, sich schleunigst aus dem Staub zu machen, bevor er sich vergesse, trat samt seiner Kumpels zur Seite und lachte sich halbtot, als die Überfallenen begannen um ihre Schuhe zu streiten.     Diese Schuhgeschichte wird in verschiedenen Fassungen erzählt, hier soll sie in dieser Form nur ein Beispiel dafür sein, dass man, selbst wenn man nichts hatte, die Räuber zufrieden zu stellen, mit einem Schabernack davonkommen konnte, Hannes, schlau wie er manchmal war, mit solchen Auftritten davon ablenkte, wie gefährlich er sein konnte.

Sozialrevolutionär war er so wenig wie Antisemit, eher ein Rebell, der sich nahm, wozu ihm die Früchte der Erkenntnis rieten, seine Opfer danach wählte, ob bei ihnen etwas zu holen war oder nicht, wie halt die jüdischen Viehhändler, die Geld bei sich trugen und deren Geschäfte auf den Märkten in größeren Orten man ausspitzelte, um sie auf dem Heimweg zu überfallen, Taten, sicher begünstigt durch jene gewisse jundenunfreundliche Stimmung unter den normal guten Menschen, deren heimliche Schadenfreude der jugendliche Räuber ins Kalkül zog. Dass er hier stahl um es dort an Arme zu verschenken, ist Dichtung, denn vor den Armen standen die Ansprüche der Freundinnen, während wahr ist, dass er die Armen verschonte, weil sie nichts besaßen, das er ihnen hätte wegnehmen können und er einer der ihren war, freilich nahmen die großen Räuber auch kleine Dinge wie Wäsche und Kleidung mit, die sie verkauften und die Sache mit den Juden lief manchmal so, dass der eine von ihnen die Bande beauftragte, einen anderen, der gute Geschäfte gemacht hatte, zu berauben, damit der Auftraggeber die Beute anschließend zu einem vereinbarten Preis kaufen konnte, was diesen nicht hinderte in der Synagoge fromme Gebete zu sprechen.

Johannes Bückler begann Ende 1796 eine Schinderlehre bei Wasenmeister Nagel in Bärenbach im Hunsrück, nahm sich nach ein paar Wochen 6 Felle ungeborener Kälber, eine Kuhhaut und verkaufte sie, belehrte Meister Nagel, dass sie ihm nach Handwerksbrauch zugestanden hätten, zumindest die Fälle der Kälber, wurde aber von Nagel, der diesen Brauch nicht anerkennen wollte, des Diebstahls bezichtigt, worauf der junge Bückler sich aus dem Staube machte und ins benachbarte Kirn floh. Wer glaubt, dass der kleine Schinderhannes sich den besagten Brauch hervor gezaubert hatte um eine erste Kostprobe seiner Verschlagenheit abzuliefern, sollte so fair bleiben, ihm die Kenntnis der Bräuche einzuräumen, da er aus einer alten Schinder- und Scharfrichterdynastie stammte.            Kann sein, dass Hannes, wie ich ihn ab jetzt nennen möchte, noch in Miehlen, im Taunus geboren wurde, von wo seine Eltern wegen eines Waldfrevels und eines Wäschediebstahls der Mutter 1783 fliehen mussten, um sich der lokalen Gerichtsbarkeit zu entziehen, eine Gepflogenheit, die seit Jahrhunderten –wir sehen das schon bei Robin Hood- entscheidend zum Bevölkerungserhalt beigetragen hatte, denn die Bestrafung für Lappalien war schneller als man sich versah der Tod oder eine Grausamkeit gleich nebenan, die das restliche Leben beschädigte, der Tod, für den Verurteilten nicht schlicht, sondern unendlich brutal und öffentlich zur Belustigung exerziert, da man einen Gehängten vom Galgen abschnitt bevor er vollends verstarb, ihm noch lebend den Leib aufschlitzte, die Eingeweide herauszog und sie unter seinen Augen im Feuer verbrannte, trennte ihm, wenn er das überlebt hatte, mit gleicher sadistischer Hingabe(Lust) zögernd langsam den Kopf vom Rumpf und er war tot. Hüte dich vor dem Menschen, Bestie.                                  Der Kopf samt dem geschundenen Körper wurden noch öffentlich ausgestellt bis Fäulnis und Tierfraß fast nichts mehr übrigließen, der Scharfrichter nochmal vorbeikam, die Reste einsammelte und verscharrte.

Was in Gottes Namen soll ein Waldfrevel sein, (eine Erfindung der Waldbesitzer um harmlose Spaziergänge oder Sammeln von herumliegendem Kleinholz zu kriminalisieren und absurd drakonisch zu bestrafen, einer dem Herrschaftsterror…………………………………….Rechtsk:  „Der Wald- oder Forstfrevel ist die Beschädigung des Waldes -(die Beschädigung des Waldes beginnt, wenn unter den Schritten des Spaziergängers ein getrockneter Zweig knackend zerbricht)- in privatem oder Staatsbesitz durch nicht berechtigte Personen. Frevel wären beschädigende Entwendungen aus dem Forst.“ Ich zitiere einfach, weil ich diesen Irrsinn nicht eigenhändig niederschreiben will. „Das bloße Entwenden von Objekten aus dem Wald ging dabei meist einher mit Beschädigungen des Waldes beziehungsweise mit einem Nachteil für die Entwicklung des Waldes.“ Die sorgenfreie Entwicklung des Waldes, der den gleichen gesellschaftlichen Rang annimmt wie sein Besitzer, (st..v.. B.. u..G..,) stand über der Entwicklung des Unterschichtlers, dem Abschaum jener wie aller Zeit, auf der Stufe der Tiere, welche viele Waldfrevel begingen, deretwegen der Herr des Waldes sie jagte und fraß. (Diese fraß er, jene züchtigte er. „Zu den häufigsten Waldfreveln gehörte das Entwenden von jungen Baumgewächsen, um damit Getreide zu binden. (Diese Bindetechnik bezweifle ich, denn die Bauern bündelten das samt Halm und Ähren geschnittene Korn zu Garben, nahmen eine Handvoll davon, drehten es zu einem dickeren Seil, womit sie die Garben banden und es hielt bis sie getrocknet, eingefahren waren und gedroschen wurden. Ruten sammelten sie um im Winter Körbe zu flechten, konnten sie aber überall in der offenen Landschaft oder an den Bächen schneiden, wo die speziellen Weiden wuchsen mit dickem Knubbel auf glattem mannshohem Stamm, aus dem alljährlich die biegsamen Gerten sprossten, womit sie während einiger Monate, bevor sie gestutzt wurden, wie Struwwelpeter aussahen.) Ebenfalls wurde das Sammeln von Brennholz, Laub, Harzen und Waldfrüchten nicht nur als reine Entwendung angesehen, sondern auch als schädlich für den Fortbestand des Waldes.” So wird gemunkelt, dass William Shakespeares verlorenen Jahren zwischen 1585-1592, während der er von der Bildfläche verschwand, ein Waldfrevel in Gestalt einer Wilddieberei vorausgegangen sei, ist aber wie so vieles um seine Person nicht belegt, sondern steht in Konkurrenz zu einer anderen Geschichte, die genauso spekulativ ist, ich aber hier nicht parat habe.                                                               „Meist gab es wohl Strafgelder, aber je nach Laune auch Arreststrafen, Züchtigung –was wohl Stock- Rutenschläge waren-, Zwangsarbeit, Zuchthaus, Landesverweisung.“

Im Hunsrück zwischen Otzenhausen und Hermeskeil wird erzählt, dass noch in neuerer Zeit ein Förster einen Mann auf freier Wildbann erschoss, der Brennholz vom Waldboden sammelte.         Sobald ich hierüber noch Einzelheiten erfahre, werden sie an dieser Stelle preisgegeben.

Die Bücklers wechselten damals über den Rhein und gingen nach Merzweiler mitten im Hunsrück, wo der Vater Johannes Bickler geboren war. Von da aus waren es noch 20 km bis Bärenbach, wo Hannes seine Lehre beim Wasenmeister Mattias Nagel begann.

Eine lexikonische Geschichtsschreibung erfand folgenden Satz:  „Die kriminelle Karriere des jungen Bückler begann im Alter von 15 Jahren: Er unterschlug einen Louis d’or mit dem er im Nachbardorf Branntwein kaufen sollte.“ Es klingt als ob der Schreiber sehr stolz auf sein lausiges Sätzjen wäre, das den Buben schon sehr früh als Taugenichts entlarvt, aus dem nichts werden konnte. Klar hatte der Junge diese Neigung, es war seine Erbsünde als Sohn eines Waldfrevlers und einer Wäschediebin, wäre damit aber in bester Gesellschaft, weil es eine der großen Menschen-Eigenschaften ist, sich auf alle erdenkliche, möglichst schräge Weise in den Besitz des Geldes anderer zu bringen und sie zu schädigen. (Man tut es in bürgerlichen Kreisen verdeckt, kaschiert durch manches hirnverdrehte Gesetz, das der Allmachtswahn der Herrenschicht gebar.)    Nun, früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will und Gelegenheit macht  Diebe.          Was hätte der Junge tun sollen, dem man eine solche Summe in die Hand drückte. Das war eine Einladung, wenn die Sache nicht ganz und gar unglaubwürdig wäre und erfunden wurde, um die Biographie des Räubers zu schmücken. Was war ein Louis d’or? Das war eine Münze mit 7-8,1 Gramm 22 karätigen Goldes, beinahe Vollgold, 920 Promille Goldgehalt, 24 Karat sind 999 Promoille. Wie hoch die Kaufkraft war, bedürfte einer eigenen Forschung. Ich schätze, dass die Münze reichte um ein bis zwei Pferde zu bezahlen, bei 200-240€ läge heute ihr Materialwert, aber 10 Louis d’or genügten um eine Räuberbande von mehr als 5 Köpfen zufrieden zu stellen, dass sie abzogen ohne einem körperlichen Schaden beizubringen. Wer drückt in den 1790ern einem Lausbuben der Unterschicht diese Summe in die Hand um im Nachbardorf Branntwein zu kaufen, lässt ihn ungeschützt den Weg durch den Wald machen, wo sich Roter Fink, Seibert, Iltis-Jacob, Schwarzer Peter, Placken-Klos herumtrieben. Wie sollte die Unterschlagung vonstatten gegangen sein. Hat er sich mit dem Gold auf und davon gemacht um in den Wäldern unterzutauchen, kaum. Erst mit 16-17 Jahren ging er nach Bärenbach. Hat er das Gold ausgegeben, hat er so viel Branntwein getrunken. Hat er das Gold versteckt und kam ohne Gold und Branntwein zurück.  Wie wurde er bestraft?  Von wem überhaupt soll das Gold gekommen sein. Kam es von seinen armen Eltern, war es keine Unterschlagung. Für den 15 jährigen wäre das schon eine große Nummer gewesen, denn später hat er auch kleinere Brötchen gebacken. Vielleicht war der Louis d’or nur ein gefälschter Assignat.                  Die Zeiten waren hart für die zahlreichen armen Hunde, deren etliche aus purer Not der Räuberei nachgingen, wie einem Beruf.                                                                            Respektlosigkeit, das Vergnügen anderen auf die Füße zu treten, Einfallsreichtum, Witz, gepaart mit Leichtsinn, sind die Spielsachen der Jugend, die Hannes bei seinen Unternehmungen begleiteten, ihn –immer ein zwei Kumpels an der Seite- in fremde Ställe und auf Weiden führten, wo er nach seiner Flucht vor Nagel Vieh stahl, es an geneigte Metzger zum halben Preis verkaufte und sich nach und nach in den Zwischenräumen der Gesellschaft ansiedelte, wo sich genügend andere fanden, die mitmachten, auch Teilzeitschurken, die tags den schönen Schein pflegten und Sonntags in die Kirche gingen. Er aber wurde Räuber von Beruf, dem eine gewisse Geschmeidigkeit im allgemeinen Umgang eigen war, die es ihm bei den lockeren Mädels seiner Kreise leichter machte als einigen seiner derben Kumpane, die immer 2 Flaschen Branntwein bei sich trugen, von morgens bis abends daran süffelten und ungehobelte, stets betrunkene Kerle waren, denen die Räuberbräute lieber aus dem Wege gingen, manch schönes Kind dabei war, das auch zu gewinnen war, wenn man das dritte Staatsexamen noch nicht hatte.

Fangen wir endlich eine neue Szene an, die da anschließen soll, wo Hannes vor Meister Nagel, dem Schinder von Bärenbach nach Kirn floh, sich in den folgenden Tagen erst einmal fangen musste, jetzt völlig entwurzelt, vielleicht ohne Geld, nichts zu essen, weder Stroh noch Stall zum Schlafen, ärmer war als Jesus bei der Geburt, der von Maria, Joseph und dem Hl Geist beschützt wurde, als ihn in Kirn auch noch ein böses Schicksal einholte, nämlich Nagel den unerfahrenen Stromer Hannes aufspürte und fasste. „Nach kurzem Prozess erhielt er eine öffentliche Prügelstrafe von 25 Hieben“. Rute oder Stock, das ist hier die Frage. Was war ein kurzer Prozess: Das war ohne Frage Standrecht. Der Bastard Nagel schleppte den Buben vor irgendein Tribunal in Kirn, trug die Anschuldigung vor, ihm seien von diesem, ihm anvertrauten Lehrling Johannes Bückler aus Merzweiler, die besagte Anzahl von Fellen gestohlen worden, was weder angezweifelt wurde, noch bewiesen werden musste, während der noch hilflose Junge flugs nach den Gesetzen der herrschenden Gesellschaft der Stände und Zünfte, die ihre Rechmäßigkeit auf einen verkorksten Gott zurückführte, der sie verordnet haben sollte, ohne dass ihm Gehör gestattet worden wäre, standrechtlich verurteilt war, die Bestrafung  sofort, in Abwesenheit des Hl Geistes auf dem Marktplatz vor Publikum, wo sie als Theatervorstellung, neben dem Besuch der Wirtshäuser, die größte Abwechslung darstellte, aufgeführt wurde. Stock oder Rute, das ist hier die Frage, Hintern oder Rücken auch. Ich glaube der Hintern war für die Weiber reserviert, die Kerle bekamen es über den Rücken. 25 Stockhiebe über den Rücken sind doch keine große Sache; aber ja doch mein Lieber. Ich wollte wissen wie das ging, fand bei Marie von Ebner Eschenbach aus Mähren-Österreich eine Geschichte, die sich in den 1800er Jahren ereignete: Ein Leibeigener namens Mischka verliebte sich in ein stromerndes Mädchen, das ein Kind bekam und die Gräfin, Leibeignerin des Paares, diese unmoralische Beziehung unter ihren Knechten aufs Äußerste missbilligend habe die Trennung der beiden befehlen müssen, Mischka, trotz Verbots an seiner Liebe festhaltend, sei dann von der Herrin Gnadenlos zu 50 Stockhieben verurteilt worden, welche von der Polizei in deren Station zu exekutieren waren, der Dorfdoktor habe, nachdem er die Herrin zu einer Sinnesänderung habe bewegen können, sogleich nach Mischka geschickt um die Strafe abzuwenden, sie wäre jedoch – die Polizei ließ nichts anbrennen – schon ausgeführt gewesen, und wie in den allermeisten Fällen, habe er sie nicht überlebt, vor seinem Tod jedoch untertänigst gebeten, der Gräfin zu übermitteln, dass er ihr die Hand küssen lasse.

Roms Kriegsvolk, die Legionäre, einst die Herren der Welt, Meister der Kriegskunst, eine Kriegsmaschine, waren keine Maschine und nicht alle Tage gleich schlagkräftig, wurden  von Befehlshabern, je nach deren Charakter und Mentalität, in einem Spektrum zwischen Milde und grausamer Härte geführt, wobei Siege oder Niederlagen den Führungsstil prägten, dem sie sich jeweils ausgeliefert sahen. Einige Generäle setzten darauf, dass ihre Legionen sie mehr fürchteten als den Feind um ihren Tötungswillen bis zur Todesverachtung zu steigern. Sterben, das die Legionäre nicht ersehnten, war Teil ihres Geschäfts, so konnten auch die Maßnahmen, mit denen sie zu höchster Schlagkraft angetrieben werden sollten, vollkommen brutal sein, eine der äußersten war, was Decimieren genannt wurde, für mich ein großes Rätsel, dass Menschen das mitmachen , obwohl sie durch Anzahl und Waffenbesitz den wenigen Führern hätten entgegentreten können, es dennoch nicht taten, sondern sich willkürlichen Todesurteilen und deren           Vollstreckung unterwarfen.                                                Um diese Abschweifung zu erklären muss gesagt werden, dass es immer noch um die Prügelstrafe geht, die als Drohung auch über den römischen Legionen hing.  Decimierung war eine äußerst heikle Angelegenheit, die selten angewendet wurde, weil sie gegen den inneren Widerstand der Soldaten durchgesetzt werden musste. Sie wurde bei kollektiver Verweigerung gegenüber der militärischen Führung, Meuterei, Aufruhr, Befehlsverweigerung, Feigheit, die eine verlorene Schlacht zur Folge hatten, angewendet.                                                       –CAESAR-                 Placentia  (Piacenza) in Norditalien, 50 vor Christ: Unter den unzufriedenen Truppen Caesars erhob sich in der 9. Legion eine Meuterei, worauf er ihr die Decimierung androhte, die Ermordung mehrerer hundert Legionäre, was von den Soldaten selbst durch Verhandlung abgewendet wurde, Caesar dafür die 120 Anführer der Rebellion ausgeliefert haben wollte, aus denen jeder 10. durch Los ausgewählt, von den eigenen Kameraden mit Knüppeln erschlagen wurde und es keine 50 Treffer(Hiebe) brauchte einen Legionär zu fällen, weil nach ein paar kräftigen Schlägen die Rippen krachten, die Organe kollabierten, ein versehentlicher Schlag gegen den Kopf des zusammenbrechenden Körpers ihn tötete. Im Losverfahren wurden 12 schwarze Saubohnen und 108 weiße miteinander vermischt und jeweils eine in die Hand der Legionäre gelegt, wobei schwarz das Todesurteil bedeutete, welches die mit den weißen Bohnen vollstrecken mussten, klar auch, dass Caesar mit Grausamkeiten, die nicht an ihm selbst verübt wurden, kein grundsätzliches Problem hatte, doch, Cave Idus Martias, im Jahre 44 holte es ihn, gab augenblicklich noch selbstgewiss damit an, dass er die germanischen Stämme, der Usipeter und Tenkterer, die aus dem Gebiet des heutigen Bergischen Landes kamen und in Gallien um Asyl baten,  Jung und Alt beider Geschlechter völlig ausgerottet habe, 430.000 Leute, dass man sogar in Rom, wo man ja Einiges gewöhnt war, entsetzt reagierte und Cato im Senat beantragte, Caesar an die Germanen auszuliefern, was, wie die Geschichte weiß, nicht geschah, aber eine Untersuchungskommission eingesetzt wurde, was Caesar, fern von Rom und im Besitz eines Heeres, nicht davon abhielt in Uxellodunum = Saint-Denis-lès-Martel, im Département Dordogne, nach der Eroberung der Stadt seinem bizarren Hang zu perversen Grausamkeiten erneut nachzugeben und allen Gefangenen die Hände abzuschneiden, obwohl kein Barbar, sondern ein gebildeter Römer, der lesen und schreiben konnte, sogar Latein sprach,    -CLEOPATRA-               etwas Griechisch, später noch etwas Ägyptisch lernte, das Cleopatra, die Ptolemäerin mit griechischer Muttersprache, die anders als ihre Vorgängerinnen auch Ägyptisch beherrschte, das sie wohl von ihrer Mutter, aus einem ägyptischen Priesterclan stammend, schon mit der Muttermilch aufgenommen hatte, dem greisen Jüngling Caesar zwischen ihren 20-jährigen Schenkeln auf dem Triclinium beibrachte, war er es dennoch. Das Erlernen der ägyptischen Sprache war nur eine Lektion, die sie Caesar erteilte, von dem sie verlangte, dass er spurte, wenn  nicht, verwies sie ihn an eine Zofe, die beherrsche außer ägyptisch noch den tebanischen Dialekt, das Übrige sowieso, während sie sich mit einem der jugendlichen Eunuchen beschäftigte, der sie nicht schwängern konnte. Was war nur der Zauber dieser wahrscheinlich makedonisch-ägyptischen Königin, deren Schönheit sich über alle Vergleiche erhob, wie einer sie rühmte, aber unter uns, etwas bescheidener wird sie wohl gewesen sein, doch so, dass es reichte Caesar zu betören, dem wegen seines Alters schon ihre Jugend genügte, umweht von diesem fremden orientalischen Zauber und Pomp wiegender Hüften wie betrunken schaukelnder Brüste, während sie erst bei Antonius diese Märchenbühne mit öffentlichem Nacktauftritt, den sie als Erscheinen der Aphrodite auf Instagram publizierte, aus Tausendundeinernacht inszenierte, damit er ihr verfalle. Caesar, der naiv größenwahnsinnige Diktator, hatte nichts Klügeres zu tun, als seine Eroberung , die ihn erobert hatte, in Rom vorzuführen und die republikanischen und caesarischen Senatoren gründlich zu erschrecken, denen der orientalische Prunk der Pharaonin gegen den nüchternen römischen Geschmack ging, da sie gleichzeitig ahnten, dass die alexadrinische Sexmaschine an Caesars Seite nach der Weltherrschaft griff und über ihren Sponsor Einfluss auf die römische Politik nahm, mit dem Söhnchen Caesarion, das sie Caesar, der nicht nur Epileptiker sondern auch zeugungsunfähig war, als dessen leibliches Kind unterstellt hatte, was diesen zwar mit Stolz erfüllte, aber seine zu Gewissheit gewordenen Zweifel an sich nicht ausräumten, die er mit nichts besser ausdrückte als mit seinem Testament, das weder Kleopatra bedachte, noch Caesarion, der vielmehr sehr großes Glück gebraucht hätte, anstatt einen Vater, der ihn nicht schützte, denn der schmächtig zerbrechliche Oktavian fackelte nicht, jenen kleinen Konkurrenten, der aus seiner erdichteten Abstammung römische Machtansprüche hätte ableiten können, zu töten und schickte Grüße voraus an Machiavelli. Noch lebte das Knäblein, das in Rom vorgeführt wurde wie ein kleiner Henker der Republik und des Senats, noch war er nur ein Wetterleuchten, aber diese prunksüchtige hochmütige Pharaonin war eine Provokation, die durch freundliches Grüßen hindurch argwöhnisch beobachtet wurde, da den Senatoren dämmerte, welchen Stachel sie Caesar setzte, und sie wohl die Ursache für die Verrücktheit wäre, die sich neuerdings in seinem Gehirn ausbreitete, weil manches darauf deutete, dass er begann, sich als göttliches Phänomen auf Erden zu betrachten und durch das Erlebnis der in zeremoniellen Dunst gehüllten orientalischen Herrscherkulte verführt ward, sich solches auch in Rom um seine Person herum vorzustellen, was, da es in seiner Umgebung spürbar wurde, dazu beitrug, die größte Verschwörung anzubahnen, die je in der westlichen Welt erschienen wäre, der Kleopatra, gleich Caesar verblendet, ohne Gespür für die wache republikanische Realität im römisch politischen Bewusstsein, mit ihren öffentlichen Auftritten, die ägyptischer, nicht römischer Kultur entstammten, gefährlichen Schub verlieh, er selbst bald alle Scheu verloren hatte, seine rückschrittlichen unrömischen Ambitionen öffentlich zu zeigen, der Urbs Roma auf dem forum iulium einen Tempel der Venus Genetrix stiftete, der in Rom Anstoß und Widerspruch erregte, da er das julianische Geschlecht auf Venus zurückführte, eine damals normale modische Anmaßung, die man noch wegsteckte, aber die goldene Statue der Göttin die Züge Kleopatras trug, er auf Twitter erläutern ließ, es handele sich um die Inkarnation der Isis, als die sich Kleopatra in Ägypten verkaufte, – was man dort gewöhnt war, befremdete hier -, begann das Volk, das ewig dumme, den Kopf zu schütteln und er kam wegen seiner zur Schau gestellten Liaison mit Kleopatra immer mehr ins Gerede, denn seine Frau Calpurnia saß in Rom und musste dem Treiben zusehen. Was kümmerte ihn schon die öffentliche Meinung, es würde ihn pro Kopf ein paar Sesterze kosten, die Stimmung in andere Richtung zu lenken, aber da war noch die kleine Zahl derer, die so leicht nicht zu kriegen waren, in deren Köpfen es längst gärte. Caesars Arroganz, die auf seinen militärischen Erfolgen basierte, die er unbestritten hatte, aber immer noch die Legionäre den Kopf dafür hingehalten hatten, dass er den seinen behielt, machten ihn in Rom schwer angreifbar, doch unsäglich unbeliebt, lösten spürbaren  Widerwillen gegen seine Person aus, diese gewisse Stimmung, die sich unter all jenen ausbreitete, die von seiner Gunst profitiert hatten, genauso wie er von ihrer Loyalität, denn alleine bleibt der Größte ein Zwerg. Trotzdem nötigte er den Senat dazu, ihm Anfang 44 den Wunsch nach dem Titel dictator perpetuus, der nicht verfassungskonform war, zu erfüllen, womit er zugleich bohrenden Hass und Feindseligkeit in ihren Herzen säte , blind vor Eitelkeit, alle Anzeichen dessen nicht wahrnahm, sich in den Iden des Februar (gar)noch eine unfassbare Geschmacklosigkeit leistete, als er zu den Lupercalien, dem Fest des Hirtengottes Faunus, seit Gründung der Stadt durch Romulus gefeiert, in der alten Königstracht auftrat, wovon die Leute peinlich berührt wurden, weil es aussah wie Karneval, indessen sich bei vielen Senatoren und Rittern der Entschluss festigte, den Verrückten zu stoppen und sie sich einigten, es an den Iden des März zu vollbringen, es war die letzte Sitzung des Senats, bevor Caesar sich zu den Legionen absetzte, die sich im Osten des römischen Reiches sammelten, um –wie er plante- das Partherreich zu erobern und man nicht mehr an ihn herankäme, er unter dem Druck des Termins anscheinend versucht hatte, noch soviel Königtum zu ergattern wie irgend möglich.        Dann wäre noch zu berichten, dass aus dem Clan der Cinna, der einst mit den Juliern gegen den Sulla-Clan verbündet, nun Jahrzehnte später der Volkstribun Gaius Helvius Cinna in Umlauf brachte, dass Caesar ein Gesetz beschließen wolle, das ihm die Heirat mit mehreren Frauen, selbst nichtrömischer Herkunft gestatte, was wohl auf eine Ehe mit Kleopatra und die Gründung einer heroischen Dynastie zweier göttlicher Naturen reflektiere, ein Idee, die viel Lächerliches in sich trug, deren Hauptstadt Alexandria sein solle, nicht Rom, Kleopatra als Königin eines unterworfenen Vasallenstaates in Rom eine Dominanz erhielte, die dem historisch gegründeten republikanisch römischen Bewusstsein nicht zu vermitteln wäre, weshalb der Hass gegen das Paar wuchs, aber Kleopatra, die wohl seit Anfang 44 in Rom weilte, nachdrücklich ihren mit Caesar verknüpften politischen Bund verfolgte und die Anzeichen von Abneigung und schwelendem Unmut übersah, der einem wachen Verstand nicht verborgen blieben konnte, sie mit großer politischer Blindheit gesegnet, wie nur über alles erhabene Götter sie entfalten können, gleich Caesar ihre Träume von Allmacht und Weltherrschaft verfolgte, sie ihm wahrscheinlich einzelne seiner Verrücktheiten eingeflößt hatte, die er sich im ersten Quartal des Jahres 44 leistete.

Eine Verschwörung ist das heißesten Eisen, das man anfassen kann, deren Erfolg am Glück wie am dünnsten Faden hängt, der auf Erden gesponnen wurde, ein unbedachtes Wort, ein falsches Blinzeln, ein Augenaufschlag, den ein anderer zu deuten versteht, können sie zerschlagen und bei dem, welchem sie gilt, augenblicklich einem ungeheuren Racherausch auslösen. Im Falle Caesar’s sammelte sich in den Köpfen vieler Senatoren eine historische Wut von solchen Ausmaß, dass, obwohl in die Verschwörung 60, dann wieder heißt es 80 Personen eingeweiht waren, kein einziger Verrat geschah. An den Iden des März, einen Monat nach seinem Auftritt im Königsgewand, erhielt er im Senat 23 Einstiche durch Stili und Dolche, die ihn töteten noch ehe er die „letzten Worte“ sprach: Veni, vidi, vici. Aber Geschichteschreiber, die nicht dabei waren, lasen sie ihm von den geschlossenen Augen ab und schrieben, er habe gesagt: auch du mein Sohn Brutus.  Senatoren und Ritter kennen sich durch häufige Begegnungen, bei denen sie sich auch über ihre politischen Standpunkte verständigen und Interessengruppen bilden, woraus eine Kernmannschaft der Verschwörung hervorging, umgeben von Sympathisanten, von denen sich noch manche dem Mordkomplott anschlossen, einzelne umworben werden mussten, wie Decimus Iunius Brutus Albinus, der erst überredet werden konnte, als er erfuhr, dass Markus Iunius Brutus mit seinem Freund und Schwager Gaius Cassius Longinus zum Kern der Verschwörer gehörten und alle sich ohne Schwur darauf verständigten, nichts zu verraten. Das Erstaunliche ist, dass es funktionierte und nichts in den unmittelbaren Freundeskreis des Diktators gelangte, während die Tat selbst vom Senat als Tyrannenmord zur Rettung der republikanischen Freiheit straffrei gestellt werden sollte, was sich in den Tumulten, welche die ungeheure Tat ausgelöst hatte, in dieser Form nicht mehr einlösen ließ, obwohl gerade das für den Sieg der Republik gegen den Caesarismus entscheidend gewesen wäre.

Die Verschwörer bemühten sich sehr, Decimus Iunius Brutus für ihr Vorhaben zu gewinnen, weil er in Rom eine Gladiatorentruppe unterhielt, die um die Curie des Pompeius, wo die Sitzung stattfand, versammelt war, um den Rückzug der Verschwörer zu decken, Decimus selbst fiel die Aufgabe zu Caesar zu Hause abzuholen, um ihn zur Senatssitzung zu geleiten, keine leichte Aufgabe, denn Caesar hatte schon entschieden, die Sitzung wegen böser Vorahnungen Calpurnias abzusagen, erlag aber der Verführungkraft der  Worte Decimus, der tief in Caesars Vertrauen stand und in dessen Testament an die Stelle hinter Oktavian gesetzt war, falls der das Erbe nicht antreten könne. Die Worte, die Decimus fand, lauteten: Du großer Caesar, Heil dir auf tausend Jahr, scherst dich wie die Toren um Aberglauben! Caesar, noch zweifelnd, ließ sich abschleppen und kam mit Decimus. Von Caesar wissen wir, dass er mit der Sänfte vorfuhr. Um Decimus müssen wir uns sorgen, denn er hatte eine furchtbare Aufgabe übernommen, die dem Fall des Judas gleicht, das ist (kein?) alltägliches Verhalten, aber nach wie vor das von heimtückischen Verrätern, obwohl es im Moment so aussieht, als stünde er isoliert da, befand er sich in Gesellschaft ähnlicher Fälle, wie Markus Iunius Brutus, dem Nachfahren jenes Lucius Iunius Brutus aus der mythischen Frühzeit Roms, der sich in seiner Jugend schwachsinnig gestellt hatte um dann den letzten etruskischen König Tarquinius Superbus, 509 v.Christ zu vertreiben und erster Konsul der Libera Res Publica wurde,- der in Caesar einen väterlichen Freund und Förderer hatte, dem er sehr nahe stand, sodass er sich wegen seiner persönlichen Gefühle lange nicht entschließen konnte, seine Rolle in der Verschwörung zu finden, sich mit der Mahnung an die Verpflichtung, die seine Herkunft ihm auferlege, für die Beteiligung gewinnen ließ. So wie diese beiden gab es viele ähnliche Fälle, die den Konflikt zwischen dem Verrat an der Freundschaft Caesars und seiner Ermordung für das Ideal der Libera Res Publica aushalten mussten. Aber wir dürfen annehmen, dass unter den Mördern und ihren Sympathisanten nicht nur die waren, die sich entschlossen hatten Caesar zu verraten, sondern auch solche, die nicht durch Freundschaft mit dem Diktator verbunden waren und schon lange geheimen oder offenen Groll gegen ihn hegten, Cicero, der sich lange schon aus staatsphilosophischen Gründen in Opposition zu Caesar befand, in die Verschwörung eingeweiht war, sich aber nicht aktiv daran beteiligte, verbarg seine(Triumph) Freude über den Mord nicht, kritisierte aber die kurzsichtige Planung, die sich einbildete, dass allein der Mord genüge, die Republik wieder herzustellen. Nun Cicero, wir müssen auch dir sagen, dass selbst ein kluger Redner zu Zeiten Täter werden muss. Es war mutig, deine Häme nicht zu verbergen, mutig und richtig war es jetzt Antonius anzugreifen, du hattest sogar den Mumm, weil du die Macht deiner Worte kanntest, öffentlich zu bedauern, dass Antonius an den Iden des März nicht ebenfalls beseitigt worden war, aber es fehlte dir der Mut es jetzt zu tun, was dich schon bald dein eigenes Leben kostete, als du auf den Proskiptionslisten des Antonius standest, der dich am 7.Dez 43 v.Christ ermorden ließ, der kleine Oktavian, auf dessen Klugheit du gesetzt hattes, es nicht hinderte, dein verstümmelter Leichnam durch die Strassen Roms geschleift, dein abgehakter Kopf und Hände auf der Rednertribüne des Forum Romanum ausgestellt wurden.                                       Die Verschwörer wollten auch Marcus Antonius beseitigen, mussten aber respektieren, dass Marcus Iunius Brutus das entschieden ablehnte, so erhielt Gaius Trebonius den Auftrag, Antonius, der sehr kräftig gewesen sei, vor der Kurie abzufangen und in ein Gespräch zu verwickeln, damit er Caesar nicht beistehen könne.    Kleopatra, die an den Iden des März in Rom weilte, traf ein Schock, als der Luftballon, der ihre Träume von einer großen ptolemäisch-römischen Dynastie und der Weltmacht enthielt, mit dem Mord an Caesar zerplatzte, das Geschehen zwar nicht verstand, aber die Bedrohung, die sich jetzt um sie aufbaute, sofort spürte, ihre Sachen packte und nach Ägypten verschwand.                                                       Noch bevor alles dies sich ereignete, war der Weltgeist längst weiter gewandert, so dass die heute noch das Geschehen bestimmen, schon die gestrigen sind, was sie einfädeln, einen gänzlich anderen Verlauf nimmt, Europa, noch nicht geboren, zerfällt, Bargeld hinten noch nicht abgeschafft, vorne schon wieder die Herrschaft übernimmt, so schnell umkreist er die Erde, dass alle Goliaths heute bloß Zwerge von gestern und morgen Irrtümer sind, die Siege heute schon die von gestern, morgen noch Fälschungen vorstellten. Caesar am Morgen der Iden des März beinahe römischer Pharao, mittags bloß Chimäre seines Hochmuts, die Parther ihn mit Langmut gewähren ließen.       Weltgeist wie ein Google die Erde umkreist, im Schweif entrücktes unparteiisches Lachen, inmitten ephemerer Räume, erfüllt von Wogen einer musica choralis aeterna.

 

-CRASSUS-     Der reiche Crassus, ein Kumpel Caesars, der sich mit diesem in jenem Dreimänner-Kartell mit Pompeius zusammen gefunden hatte, um Rom zu beherrschen und die republikanische Staatskonstruktion zu schleifen, nun alle Gewalt in die Hände der Heerführer zu legen, wie es in folgenden Epochen geschah, als sich die Kommandanten und ihre Söldner die römische Staatsmacht genommen hatten, Kaiser gleich Gott wurden.                 Als Crassus in der Zeit der Spartacus-Revolte, deren Heer aus Gladiatoren, Sklaven und Bauern erfolgreich durch Italien zog und die römischen Feldherren es mit ihren Legionen nicht stoppen konnten, den Auftrag erhielt, das Sklavenheer zu vernichten, trat er sein Kommando an, um zu Beginn mit einer Decimierung der eigenen Reihen die Truppen zu belehren, dass sie den Feind weniger fürchten mussten als ihn, Crassus, offensichtlich stinkreich, er sei der reichste Mann des römischen Reiches gewesen, verdiente das Geld mit Sklavenhandel und seiner privaten Feuerwehr, die zu Bränden ausrückte, die er gelegt hatte und nur dann löschte, wenn ihm das brennende Haus für kleines Geld überschrieben worden war, ein herrlicher Kapitalismus. Aber er bekam, was er brauchte, als er einen Krieg gegen die iranischen Parther anzettelte, die die Grenzen des römischen Reiches nie verletzt hatten und die abgemachte Neutralität wahrten, welche den Euphrat als Grenze ansah. Was wohl trieb ihn in diesem Krieg, für den es keinen politischen Grund gab, noch seine persönlichen Beweggründe auffindbar wären, es war wohl Wahn, die “imitatio Alexandri”, in Rom in Mode, Caesar erfolgreich im bello gallico, aber Crassus ohne Heeresclinetel, ohne Eroberungen, zog es aus Ruhmsucht und modepolitischen Erwägungen auf die Spur der Heerzüge Alexanders, um das persische Riesenreich der Parther zu erobern, bevor Caesar, noch in die gallischen Kämpfe verwickelt, ihm zuvorkam, er sich mit diesem Coup auf einen Schlag in Rom vor Caesar hätte setzen können, nur, der macedonische Barbar, Alexander, der in das überkultvierte Persien einfiel, hatte Glück, dass er auf den Schöngeist Darius traf, nicht so um 53 vor Christ, als dort hinterhältige, gerissene Taktiker antraten, denen ein römischer Feuerwehrmann nicht gewachsen war.                    Crassus, der 71 vor Christ in Italien den Sklavenkrieg gegen Spartakus gewonnen hatte, anschließend 6000 Gefangene, von Sklaven verstand er was, entlang der Via Appia auf 200 Kilometern Länge kreuzigte, aber keine Auslandserfahrung besaß, geriet im Partherreich in die Hinterhalte und Intrigen, mit denen man den Eindringling empfing. 53 vor Christ lief er bereits kurz hinter der syrischen Grenze bei Carrhae ins Messer der Schlachtkonstellationen samt Täuschungen, die der Gegner für ihn bereithielt und stundenlang Pfeile auf seine Legionäre regnen ließ, Crassus auf dem Rückzug die römischen Feldzeichen verlor, aber das Hasenpanier gewann, 4000 Verwundete zurückließ, deren Schreie man die ganze Nacht hörte,  ehe die Parther am nächsten Morgen kamen um sie zu töten, ihm, den sie auf einem Hügel stellten, wo sie ihn fest in ihren Pranken hielten, hinterhältig und höhnisch Verhandlungen anboten, sogar ein Pferd für ihn bereit hielten, um ihn in ihr Lager zu geleiten, wo sie ihn gemütlich gefoltert hätten, sich aber mit einem letzten Lichtblick seiner kapitalistischen Intuition weigerte dieses Pferd zu besteigen, sie so dazu brachte, ihn einfach schnell auf der Stelle kalt zu machen  – und bis Persepolis waren es noch 2000 km. Diesmal hatten die Parther ihn decimiert und 3/4 des Heeres, auch einen seiner Söhne, Publius Licinius Crassus, der andere Gaius L. Crassus, erscheint uns als Glückspilz, weil er den Reichtum des Vaters mit niemand mehr teilen musste, Playboy wurde und sich die Zeit mit Saufen, Fressen, Furzen, Ficken, Fernsehen vertrieb.                       Vielleicht hat Caesar, der mit dem Geld des Crassus seine Schulden zurückzahlte, von Crassus gelernt und gallische Sklaven verkauft, gar mit ihm zusammen den Sklavenmarkt im römischen Reich gefüttert. Plutarch sagt ihm nach, er habe im gallischen Krieg eine Million Menschen getötet und eine Million versklavt, ein durchschnittlicher Sklave kostete in Rom 2.000 Sesterze.

HANNES-HENKER UND NAGEL        Wie soll es weitergehen mit Hannes Bückler, der diese Demütigung durch öffentliche Schläge (lebenskurz) nicht verwinden konnte, die ihn, wie sich jeder denken kann, nicht gefügig machten, sondern den Hass nährten und die innere Kälte, welche ihn zu Gewalttaten befähigten, den Sinn auf Rache gerichtet, nahm er nicht hin, dass er durch Stand und Uterus dem Schinderhandwerk zugeteilt ward, ihm hingegen die Freiheit verwehrt sein sollte, sich anders zu betätigen, jene Wasenmeisterei jeden, der ihr nachging, außerhalb der Gesellschaft stellte, da dieser wie etliche andere Berufe, auch Juden unehrlich, was etwa unehrenhaft bedeutete, angesehen waren, die 25 Hiebe ihm gezeigt hatten, was die Gesellschaft für solche wie ihn bereit hielt, ward er geneigt sich auf eigene Faust Genugtuung und Gerechtigkeit zu verschaffen und dem Leben, das sich nicht lebte, seinen Anteil zu stehlen.               Wem, der kein dickes Fell hat, würde es gefallen, toten Tieren sehenden Auges das Fell abzuziehen, und der Gestank den Atem stockte, ein Leben lang, eine Tätigkeit vor der man sich schüttelnd abwendet, umso mehr als die Tiere häufig an Seuchen verendet waren und man sich infizieren konnte, den Schindern per Verordnung in den Wirtshäusern ein abseits stehender Tisch und eigenes Geschirr, das getrennt vom allgemeinen Geschirr zu halten, zugewiesen war, denn ein Schinder oder Wasenmeister hatte viel Berührung mit scheußlichen Dingen, weshalb Wasnereien außerhalb der Dörfer lagen, wo die nicht verwertbaren Reste abgegangener Tiere in 5 Fuß Tiefe verlocht wurden, der Platz mit Dornen und Zäunen umgeben, damit die Kadaver von Wildtieren nicht wieder ausgegraben wurden, die Felle an Seuchen eingegangener Tiere nicht für die Lederherstellung verwendet werden durften, nicht verseuchte Kadaver der Herstellung von Fetten, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter dienten, ihre Felle an die Gerbereien verkauft wurden. Überall liest man, Viehseuchen seien plötzlich und massenhaft auftretende Infektionskrankheiten bei Nutztieren, ein Satz überall gleich, der uns sagt, dass er immer wieder abgeschrieben wird, also auch hier, betroffen seinen alle Paarhufer sowie andere Pflanzenfresser, die, je nachdem um welche Seuche es sich handele, unterschiedlich empfänglich dafür seien. Kommen die Seuchen haufenweise, aber zeitlich begrenzt vor, reden manche von Epizootien, von Enzootien, wenn sie in einer Gegend immer wieder auftreten. Die zwei o kommen vom Zoo, hätten wir nur eins, handelte es sich um Zoten aus der Mainzer Fasenacht. Ein Seuchenzug fände statt, wenn sich eine Infektionskrankheit mit kurzer Inkubationszeit schnell überregional ausbreitete, gleich ob sie sich unter Tieren oder Menschen ereigne. Bis ins 18. Jhd. unterschied man keine Seuchentypen, sondern sprach von Rinderpest, Lungensucht, Gebresten, aber die Maßnahmen der Bekämpfung waren seit jeher Meldepflicht, Isolierung, Quarantäne, Desinfektion mit ungelöschten Kalk, Tötung, Bekämpfung des Schleichhandels und siechkrankes Vieh ließ man nicht auf die Allmend. Die Maul-und-Klauen-Seuche scheint die häufigste zu sein, da sie sehr leicht übertragbar ist: anscheinend sogar durch die Luft, Haut und Kleidung, die Erkrankung werde durch Viren übertragen, die die Begegnung mit Magensäure jedoch nicht überlebten, sie sei auf den Menschen übertragbar, aber nach einer Infektion würden keine oder geringe Anzeichen einer Erkrankung beobachtet, scheint dem Menschen nicht gefährlich zu werden aber der Viehhaltung.                                                             Dann der Milzbrand, sein Erreger ein sporenbildendes Stäbchen-Bakterium, das in der Erde Jahrzehnte oder Jahrhunderte überdauern kann, ist eine bösartige, seit dem Altertum bekannte Seuche, die sich häufig über den Abstrom von Gerbereiflüssigkeit verbreitete, da die Sporen verseuchter Tierhäute sowohl der Lederkonservierung als auch dem Gerbprozess widerstanden und in fließende Gewässer gelangten, die Sporen bei Überschwemmungen die Weideflächen überschütteten, wo sich Vieh und äsendes Wild infizierten, trat beim Menschen dort auf, wo diese wegen ihrer Tätigkeit Berührung mit infizierten Fellen, Borsten, Haaren hatten. 2001 starben in Kanada 19 Bisons an Milzbrand, im gleichen Sommer hatten in Südkorea 5 Leute, von denen eine Person starb, infiziertes Fleisch gegessen, das von einem Rind aus einem Sumpfgebiet stammte, milzbrandiges Heroin tötete 2010 7 Leute in Schottland und Deutschland, dann 2016 brach in Sibirien Milzbrand aus, als durch klimatische Veränderung der Permafrost taute und Rentierkadaver zutage traten, die Jahrzehnte zuvor einer Milzbrandseuche zum Opfer gefallen und damals in der Erde vergraben worden waren. Im Oktober 2001 wurden in den USA sieben Briefe verschickt, die Milzbranderreger enthielten und 5 Personen töteten und –man lausche- der Erreger aus Laborstämmen stammte, der Angriff anscheinend aus den eigenen Reihen kam. Russland 1979, ein Unfall in einem Bio-Waffen-Labor, bei dem ein Gramm des Erregers, durch die Luft fliegend, mehrere Bewohner aus der Nachbarschaft des Labors tötete. Wer das glauben will kann das tun, der Unfall wurde 1992 durch Glasnost öffentlich.    Bei einer derartigen Wirkung, wäre der Erreger doch bestens als Biowaffe geeignet, sollte man meinen, hat sich aber nicht durchsetzen können, weil er die Profis nicht überzeugte, da man zwischen 2.500 und 55.000, – wie sollte man das individuell steuern, – Sporen einatmen müsste um daran zu verenden, so ist zu lesen, dass Roosevelts Leute an Milzbrandbomben bastelten, Churchill schon mal 500.000 davon bestellte, ich aber nicht erfuhr, was daraus wurde, während Adolf Hitler verlauten lässt, dass ihm Biowaffen widerwärtig seien, aber nicht erklärt, wie er das mit dem Gas meinte. Sagen wir noch etwas zur Empfänglichkeit verschiedener Lebewesen: hoch empfänglich seien Schaf, Ziege, Rind, Büffel, Pferd, Kamel, Rentier, Elefant, Nerz, weniger etwa Hund, Katze, Ratte, Mensch, wenig das Schwein, fast resistent seien Vögel außer der Strauß. Milzbrand, der auf der Haut vorkommt, ist am wenigsten bösartig, für einen Lungenmilzbrand müssen 3.000 bis 9.000 Sporen inhaliert werden, der Tod träte innerhalb 3-6 Tagen ein, die Überlebenschance sei gering, den DarmMilzbrand hole man sich durch Trinken infizierter Milch, Essen infizierten Fleisches, die Keime verbreiten sich wohl im ganzen Körper und könnten eine Blutvergiftung und Herzversagen bewirken, über 50% der Erkrankten überleben ihn nicht.   Nun noch mal zu den Wasenmeistern, die bei soviel Umgang mit verschiedensten Tiererkrankungen veterinäre Erfahrung erlangten und zur Tierbehandlung herangezogen wurden, wäre verständlich, aber dass sie sich trotz aller Seuchen und Infektionsgefahren auch als Wundheiler und Knochenflicker am Menschen anboten wirkt wunderlich, aber wir wollen ihnen da nachträglich nicht hineinreden.                                                           Eine Verordnung der Hinteren Grafschaft Sponheim, in der auch Hannes später seinen Beruf übte, von 1742/43 lautet:
§ 1, Schinders- und Henkersknechte sollen in den Wirtsstuben an einem separaten Tisch besonders gesetzt und aus besonderen für sie allein zu haltenden Geschirren bewirtet werden.    “Neben der Beseitigung des verendeten Viehs hatte der Wasenmeister aber noch andere unehrliche Aufgaben zu erfüllen, wie die Leerung der Aborte der Burg, das Erschlagen umherstreunender Hunde, das Auslegen von Ködern am Luderplatz”, ein Ausdruck der Jägersprache, denn Luder ist Fleisch, das noch als Köder für Raubwild: Fuchs, Wolf, Marder, Greifvögel verwendbar ist und ausgelegt wird um sie zu jagen, den Wasenmeistern ist verboten, Mittel zu gebrauchen, die zu einem Viehsterben führen und dass sie sich zugleich als Wundheiler betätigten, verwirrt uns heute.                               Fahrendes Volk, Schauspieler, Dirnen, sogar die Müller, Leinenweber, Weber, Färber, Töpfer, Bader, Chirurgen, Wundheiler, Hebamme, Gerber und Hirte wurden den unehrlichen Berufen zugezählt. Einige der unehrlichen Berufe waren sogar von der Obrigkeit bezahlt, wie der Wasenmeiter, Scharfrichter, Henker, Gerichtsdiener, Türmer, Zöllner, Söldner oder Nachtwächter. Unehrlich konnte man aber nicht nur wegen des Berufes sein, auch die Rasse oder der Glaube war dafür ausschlaggebend. Juden, Zigeuner und Muselmanen wurden oft als unehrlich bezeichnet

Hier sei eine Honorarliste für jeweilige Henkersleistungen eingefügt, die irritierende, so unverhofft direkte Einblicke in alte Zeiten gewährt als läge alles hinter einer unserer Türen, die wir lange nicht geöffnet haben und uns über den sachlichen Umgang mit fürchterlichen Grausamkeiten erschaudern lässt.

„Sehr viele Scharfrichter und Wasenmeister betätigten sich als Chirurgen und Tierärzte; Nachkommen von diesen sind heute noch als Ärzte und Veterinäre tätig. Zwei Gründe mögen maßgeblich dazu geführt haben:

1. Es gab wenig studierte Ärzte.

2. Die Scharfrichter hatten sich verpflichtet, einen Gefolterten so zu behandeln, dass er nicht starb. So war er also gezwungen, sich mit der Anatomie des menschlichen Körpers zu beschäftigen.

Taxe für Exekutionen aus dem Jahr 1700.

1. Delinquent besehen, ob er schon eine Execution an ihm vollzogen 1 Thaler 30 Kreuzer
2. Mit Instrumenten zur Tortur aufwarten 1 Thaler 30 Kreuzer
3. Daumenstock anlegen 2 Thaler
4. Spanisch Stiefel anlegen 2 Thaler
5. Bei der Tortur anziehen 3 Thaler
6. Einen auf die Bank legen und mit Gerten streichen 3 Thaler
7. Einen an den Pranger stellen und mit Ruten streichen 2 Thaler
8. Einem eine Maulschelle geben 2 Thaler
9. Einem den Galgen aufzubrennen 3 Thaler
10. Einem Nasen und Ohren abzuschneiden 5 Thaler
11. Einem die Zunge abzuschneiden 5 Thaler
12. Einen mit glühenden Zangen zwicken 5 Thaler
13. Einem die Hand abzuhauen 5 Thaler
14. Einen mit dem Strang hinzurichten 7 Thaler 30 Kreuzer
15. Einen mit dem Schwert hinzurichten 7 Thaler 30 Kreuzer
16. Einen zu begraben oder das vom Galgen gefallene Gerippe 2 Thaler
17. Den Kopf oder eine Hand auf den Pfahl zu stecken 5 Thaler
18. Den Leib auf das Rad zu legen 5 Thaler
19. Einen zu radbrechen 12 Thaler
20. Einen zu verbrennen 5 Thaler
21. Den Scheiterhaufen aufzurichten 3 Thaler
22. Einen Selbstmörder zu henken (Selbstmörder wurden bestraft) 7 Thaler 30 Kreuzer
23. Einen zu vierteilen 12 Thaler
24. Die Viertel auf die Straße zu henken 3 Thaler
25. Wenn der Maleficiant mit dem Wagen zur Richtstatt geführt werden muß oder                      doch der Wagen zur Richtstatt mitgehen muß3 Thaler
26. Einen einzusacken oder zu ersäufen 5 Thaler
27. Einen Soldaten an die Justiz anschlagen (Strafe für Deserteure) 3 Thaler”

Hannes, der nach den Schlägen, die er erhalten hatte, lange mit schmerzendem Rücken herumirrte, suchte Anschluss und fand in Johann Niklas Nagel einen Kumpel, mit dem er als Gespann bei Wasenmeister Pickler in Sobernheim anheuerte, wohl nur für kurze Zeit, dann vergaß er erst mal die Schläge und traute sich zu zweit wieder zurück zu Nagel in Bärenbach, der wegen einer Viehseuche um Kirn herum so viele verendete Tiere zu beseitigen hatte, dass er die beiden nahm, die Anhänglichkeit Hannes, der trotz der demütigenden Züchtigung, die Nagel ihm hatte verabreichen lassen, wiederkam, rührte ihn, sodass er sich einbildete, die brachiale Lehre, die der Bub hatte einstecken müssen, habe gefruchtet.                       Der Wasenmeister war von jener Sorte, die, obwohl sie im gesellschaftlichen Rang gerade eben vor dem Straßenköter standen, sich wegen der Groschen, welche die Hierarchie für sie übrig hatte, in der Ordnung des Systems so tief aufgingen, dass sie bereitwillig dazu beitrugen, alles simple Volk um sie herum, anstatt sich mit ihm zu verbünden, durch Überwachung und Denunziation für die Herrenschaft in Schach zu halten. Hannes aber, der heillos entwurzelte Bub, suchte nur das, was er schon kannte, um durch die Arbeit bei dem verhassten Nagel eine bescheidene Grundversorgung zu bekommen, die wahrscheinlich aus kaum mehr als einer Mahlzeit am Tag bestand, denn er war nicht der Knecht des Wasenmeisters, sondern Knecht dessen Knechts, scheint’s, dass selbst die Kleinsten noch bis in die letzte Verästelung die abgöttlichen Hierarchien abbildeten, hinter denen nur noch streunende Hunde und Katzen kamen, nach denen jeder treten oder mit Steinen werfen konnte. In diesen Wochen bei Nagel, die letzten, die er nicht auf der Flucht war, fand man ihn mitunter in den Pausen unweit des Hauses, wo die Erde sauber und das Gras grün war, an einen Apfelbaum gelehnt sitzen –es war September 1797-, Schiller lesend „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“, manchmal, wenn einer der noch jungen Äpfel vom Baum fiel dachte er: „Gravitation“ und nickte für Minuten ein, erhob sich mit glänzenden Schwanenschwingen, glitt schwebend über sein sonniges Land, traf Buzliese-Amie, die ihn sichelförmig umgarnte, als sie über die Weiden flogen, Schafe und Pferde zählten und verschwunden war, als er einen Bogen flog und zurück kehrte zum Baum, gerade als er dabei war ins Gras zu sinken und hochfuhr, während das Buch ihm schon entglitt und ins Gras fiel.  Die Stelle beim Wasenmeister war für das Duo Hannes und Johann Niklas die Operationsbasis ihrer diebischen Streifzüge, was sonst wäre ihnen geblieben, als nächtens die Viehdiebstähle, auf die sie schon eingespielt waren, fortzusetzen, Engisch, der zu ihnen gestoßen und Knecht des Fleischers Andres in Kirn war, stellte die Handelsverbindung zwischen den Dieben und dem verarbeitenden Handwerk her, die den Warenkreislauf in Gang setzte, sodass man das Vieh auch auf Bestellung stehlen konnte.  Der Schinder Nagel, ein gar lausiger Typ, den man nicht unterschätzen durfte, spannte natürlich, was vor sich ging und drückte, enttäuscht über seinen unverbesserlichen Schützling kein Auge zu, (um ihn der Justiz der Scharfmacher zu entziehen) oder hätte sich auf laute, ihn verfluchende Beschimpfungen beschränkt, ihn trotzdem bei der Stange haltend, damit er nicht vollends aus der Bahn glitte, sondern beschritt ohne Federlesens den direktesten Weg, zeigte die Entdeckung der Umtriebe in Kirn an und lieferte ihn so ans Messer, was die Biographie Hannes geradewegs und pfeilschnell vorwärts trieb, wie die rasche Szenenfolge in einem Drama Shakespeares die Handlungsstränge gefesselter Leidenschaft zur Tragödie flocht,                                                          (der trotzig jugendliche Held Hannes mit entschlossener Widerspenstigkeit den Konflikt mit dieser ständebessesnen Gesellschaft wie im Rausch so weit spannte, dass es binnen weniger Jahre zum Ruhm reichte, wie zum Tod.)                                Bei allem, was Nagel so tat, muss man ihm wohl zugestehen, dass er kein dumpfer Mensch gewesen sein kann, weil seine Gefühle und sein Verstand in Bewegung waren und er lernte, seine Entscheidungen nicht nur nach den Vorschriften zu treffen, die man seinem Erbgut eingebläut hatte, um ihn für die Profiteure der Gesellschaft und für politische Goliaths, die sich mit Zwergenaufständen plagen, gefügig und brauchbar zu machen als seien sie einzig wahr, richtig und ewig, nein, er war fähig sich von seinen Erblehren zu lösen und sich, ohne sich bei anderen rückversichern zu müssen, über sie zu erheben und den eigenen subtilen Empfindungen zu vertrauen, die ihn lehrten, dass Schinderhannes sich in radikalem Maßstab, wie es ihm selbst niemals möglich gewesen wäre, um kein Gesetz scherte, das er nicht selbst gemacht hatte, begriff im Lauf der Ereignisse, dass Hannes nicht aus Schinderholz geschnitzt war, sondern tun musste, wozu ihn sein freier Mut trieb, womit diese abgetretene Kreatur eines Wasenmeisters, Nagel, zu denen gehörte, die befähigt sind, sich nach einiger Übung des eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen, er zwar voraussah, wohin es Hannes führte, es aber unterließ, ihn noch korrigieren zu wollen oder seinerseits die Fahrt bergab zu beschleunigen, die diesen rebellischen Jungen genauso hinauf zum Ruhm führte, wie es ihn hinab zog.                 Der Schinder Nagel war wie viele seiner Zunft auch Wundheiler, verrufen (unehrlich) zwar, kam man ihnen manchmal nicht aus, wusste nie was sie wirklich konnten oder ob sie überhaupt etwas konnten außer Sprüchen, (wie heute). Ähnlich war es mit der Chirurgie, die das Nebengeschäft der Henker und Folterer war, manchmal sogar alles zusammen bei einer Person, dem Wasenmeister vereint sein konnte. Könner unter den Chirurgen muss es auf den Schlachtfeldern gegeben haben, deren einige eine Amputation in 20 Sekunden durchführten, weil die Soldaten sie ohne Narkose aushalten mussten, während derer mancher wünschte, dass er besser gestorben wäre.          Aus jener Ecke sind die Chirurgen heute heraus und ein Titel macht sie gravitätisch.  Jetzt zu dem, was erzählt sein soll. Nach der Anzeige landete Hannes in Kirn im Gefängnis, doch dazu hernach. Bemerklich ist, welchen Verlauf das Verhältnis zwischen Nagel und Schinderhannes nahm, nachdem Nagel aufgehört hatte System- und Ständegehorsam als jedermanns vernagelte Pflicht zu verstehen, sondern auch Abweichung einräumte, zog es Hannes, anhänglich wie er war, nicht nur aus freundschaftlicher Zuneigung, sondern auch wegen der abseits von den Dörfern gelegenen Wasenmeistereien, immer wieder mal zu ihm, wenn er sich bei übermütigen Ausbrüchen aus Gefängnissen oder nicht reibungslos verlaufenen Überfällen Verletzungen oder einen Bruch zugezogen hatte, kümmerte sich Nagel, unterließ es ihn anzuzeigen, unterließ nicht, gemeinsam mit ihm zwei Gläser von dem Fuder Branntwein zu picheln, das Hannes mit 15 Jahren nicht unterschlagen hatte, da stießen sie an und sagten: „Santé“, wie es damals schick war wegen der Franzosen; geschickt scheint der Nagel gewesen zu sein.

Das Gefängnis in Kirn war die Ratsstube, wenigstens für die Tage der Verhandlung, niemand dachte wohl, dass der Bub von 18 Jahren die Frechheit besäße zu fliehen, aber als er sich umgesehen hatte, wusste, was ihm blühte, die Striemen der ersten Schläge gar noch nicht richtig verheilt waren, er an Milde nicht glaubte und vom Recht der anderen nichts hielt, stieg er nachts aufs Dach und machte sich auf und davon, ab jetzt stets auf der Flucht. Es scheint, dass die Räuberausbildung begann, als er den RotFink (Roter Fink – Indianername des Jakob Fink) traf, der sich in der Gegend herumtrieb, denn die Streuner begegnen sich zwangsläufig und der Fink war zufrieden als er erfuhr, dass Hannes soeben der Gefangenschaft entflohen war, einer, der nicht mehr zurück konnte, war ihm der richtige Gefährte, er, in den Kreisen der waffentragenden Räuber zu Hause, machte Hannes mit seinen Kumpels bekannt: Johann Seibert, Iltis Jakob, (Johann Jakok Kraemer), Peter Zughetto, Schwarzer Peter, Indianername des Peter Petri aus Hüttgeswasen. Sie alle waren knapp über 20 alt, Hannes der jüngste von ihnen, nur der Schwarze Peter war bereits über 40, ein Alter, das die jungen alle nicht erreichten, noch eh 30 hatte man sie guillotiniert  und der Petri hielt sich von allen am längsten, starb mit 83 Jahren in Freiheit in seinem Geburtsort Burgen, rechts der Mosel, hatte zuvor eine lebenslange Haft in der Bicêtre in Paris abgesessen und dort aus Langeweile das Kartenspiel: „Der schwarze Peter“ erfunden und  Schinderhannes schob dem Peter Petri, der bei den Verhören in Mainz nicht zugegen war um sich zu wehren, lange bevor es Redensart wurde, im Mordfall Simon Seligmann den „Schwarzen Peter“ zu, ihm konnte es nützen, jenem nicht schaden. Hat er das, was sich ereignete gesucht, vielleicht oder war er durch sein Vagabunden- und Diebesleben dahin gelangt, gesucht hat er eines, der unehrlichen Schinderei und einem Leben als Knecht zu entkommen, aber hat er das eigentlich geschafft, vielleicht ja, denn er lernte zwar toten Tieren das Fell abzuziehen, hatte aber, scheint es, mehr Spaß daran, den Betuchten des Armenhauses Hunsrück, das es bis heute geblieben, das Fell über die Ohren zu ziehen, das Handwerk, jenes oder dieses bediente sich nun mal rabiater Mittel, damit das Werk gelinge und die Räuberei stand nicht in der Liste der unehrlichen Berufe. Heute hast du deine Strafe gebüßt und manchen Bewunderer deiner Klugheit und deines widerspenstigen Mutes und in den Wirtshäusern warst du willkommen, konntest mitten unter den Leuten sitzen anstatt abseits und mit den beiden Elisen oder mit Margaretchen aus demselben Glas zechen, ohne dass Ekel aufkam. Man wird nicht drumherum kommen, die eine oder andere Geschichte zu erzählen, die sich um Schinderhannes ranken, deren Geschichte selbst schon zu seinen Lebzeiten auf den Jahrmärkten begann, wo die Bänkelsänger anfingen die Räubersage so zu gestalten wie es ihnen vorteilhaft fürs Geschäft schien und nach dem erlernten Muster wie es seit Jahrhunderten überliefert ward, mit dem moralischen Auftrag versehen, Wahres mit Erdichtetem vermischten, aber uns zumindest die Gerichtsprotokolle bleiben, in denen sich alle Mitglieder der Bande wilder Kerle so zu den Ereignissen äußerten, wie es ihnen persönlich vorteilhaft erschien und die Berichte über dasselbe Geschehen bedeutende Unterschiede aufweisen. So gut sie sein mögen und die Darstellungen des Starräubers das größte Gewicht bekamen, stellen sie doch nur ein mageres Gerippe der Wirklichkeit dar, weil sie sich alle, egal wie es faktisch lief, in den sozialen Verhältnissen eines riesigen Armenhauses abspielten, dass, wenn man sich anschaut, wie diese Räuber lebten, worüber man manches erfährt, aus dem man auf ihr gar nicht so einfaches alltägliches Leben schließen kann,  die Wahrheit ihres Daseins zwischen den Bedingungen eines ständischen Systems allmählich ans Licht kommt. Dazu muss man im ersten Schritt nicht mehr tun, als sich zu fragen, wie der einfachste alltägliche Rahmen aussah, in dem sich ihr Leben bewegte, das den Stoff für die Storys lieferte, an denen wir uns zu gleichen Teilen sowohl am Treiben der Räuber wie am Schaden der Opfer ergötzen. Manche Antwort, die wir uns dann geben, mag spekulativ sein, aber dennoch der Wirklichkeit näher kommen als die rudimentären Storys, zum Amüsement. Nehmen wir die Flucht aus dem Gefängnis in Simmern, wo er im Oubliette saß, einem bauchigen Erdloch unter der Gefängnisstube, das oben eine flaschenhalsgleiche Verengung  hatte, durch die der Gefangene mit einem Seil hinunter oder herauf gehaspelt wurde. Er schlief im Loch, untertags durfte er nach oben. Monate saß er in Simmern, von Ende Februar 1799 bis 2/3 August ehe er fliehen konnte und sich beim Sprung aus einem Fenster eine Verrenkung oder einen Wadenbeinbruch zuzog, für ihn eine verzweifelt schwierige Situation ohne Handy um Engisch anzurufen, aber er war auch nicht zu orten, denn er musste Verfolgern verborgen bleiben und zugleich zu Nagel nach Bärenbach gelangen, ein trotziger Kampf gegen eine Entfernung von circa 30 km, diktiert vom mächtigen Willen, frei zu sein und zu überleben, durch Wälder, Täler und über Berge, die Nacht draußen liegend mit Schmerzen, zum Glück war es August, doch schon jenseits der Iden dieses Monats, nach denen in historischer Zeit im Hunsrück –wie jeder weiß- als sich die Jahreszeiten noch an die Vorschriften hielten, was heute nur noch die Bürger tun, unweigerlich der Herbst begann mit kühlen Nächten, Nebelschwaden am Morgen, aber mildwarmen Tagen (betäubenden) Geruchs aus Dunst, Sonne und welkendem Laub, eh er sich endlich in der folgenden Nacht zu Engisch in Sonnschied rettete, der ihn auf ein Pferd setze und noch weitere 10 km nach Bärenbach führte, wo ihm Nagel seine Knochen wieder einrenkte. Ob er bei Nagel bleiben und sich erholen konnte oder sofort weiter musste und wohin verschweigen uns die lustigen Räuberpistolen, in denen man trotz eines verletzten Beins in nur einem Satz von Simmern nach Sonnschied gelangt. So wenig wie jeder andere, weiß ich, ob die Flucht tatsächlich so verlief oder schlimmer, weil die zahllosen Einzelheiten ihres Hergangs immer noch verschwiegen bleiben, tritt dieser Bericht hier der Wirklichkeit doch etwas näher. Die Fakten der Flucht sind gegeben: der Sprung aus dem Fenster, Verrenkung oder Bruch des Wadenbeins, das Auftauchen bei Engisch, der ihn mit dem Pferd zu Nagel bringt, aber dazwischen liegen 2 Tage und eine Entfernung von 30 km, die mir Google verrät und dass der Hunsrück eine BergundTalFahrt ist, weiß man oder fragt Google, dass auf dieser Strecke und binnen 2 Tagen manches passierte, sagt uns die Ahnung, denn manchmal schreitet die Zeit in langen Sekunden voran und die Entfernung misst sich in Schritten. Als Hannes von dieser Verletzung genesen war und seine Flucht erfolgreich blieb, erschien er verwandelt in neuer Gestalt und entschlossener denn je, als er seinem Handwerk eine neue Richtung gab und die Periode der Raubüberfälle begann.                                                                  An dieser Stelle ist es Zeit Betrachtungen über die geschichtlichen Verhältnisse einzusammeln, zu denen die Unterschicht, aus welcher er kam, lebte, große Teile der Bevölkerung bitterarm waren und von der Faust lebten, wie es eine damalige Redensart beschrieb, welche die Amtlichen verwendeten, wenn sie ihre Bewertung über Räuber, Landstreicher, Tagelöhner, Knechte, Infanteristen und deren Mädchen abgaben, die auch überleben mussten und dafür ihr bestes gaben, hieß es einfach sie lebten „von der Faust“, was hieß, dass sie heute nicht wussten, was sie morgen essen sollten. Es wurde schon gesagt, dass die Bickler-Familie 1783 wegen diverser Lappalien aus Miehlen floh um nicht in die Hände der dortigen Gerichtsbarkeit zu fallen, die Auffassungen von Recht und Ordnung verfolgte, die oberhalb der Lebenswirklichkeit der Unterschicht begannen, um deren Belange man sich nicht scherte sondern sie einfach unter den Tisch trat, die Flucht vor den Gerichten klüger war, als sich ihnen zu stellen. Vater Jahannes Bickler ging für sechs Jahre zu den Kaiserlichen, war also Söldner, Infanterist, Kanonen- oder Husarenfutter, bei Kaiser Joseph II, Mitregent seiner Mutter Maria Theresia, hat in Mähren gedient und überlebt, desertierte aber 1789, Joseph II, der etliche militärische Probleme am Hals hatte, deren er nicht richtig Herr wurde, in der Bickler-Zeit der Horea-Aufstand in Siebenbürgen, 1784/85, der Scheldekrieg um Wasserstraßenrechte für österreichisch Niederlande 1784/85, der russisch-österreichische Krieg gegen die Türken 1787/92, mit denen Vater Bickler vielleicht nichts zu tun hatte, im Tross Mutter Anna Maria und der kleine Hannes, was üblich war und gern gesehen wurde, da die Ehefrauen ihre Männer versorgten, etwa 70% der Ehefrauen mit den Kindern, heißt es, wären auf diese Weise immer im Anhang hinter den Regimentern hergezogen. Im Tross wurden Nahrungsmittel, Waffen, Ausrüstung jeder Art, Zelte, Ersatzpferde, Schlachttiere, Zugtiere mitgeführt, Ärzte, Handwerker, Ingenieure, Prostituierte, Marketender zogen genauso mit wie Frauen und Kinder, die Buben im Tross sich gerne dort herumtrieben, wo sich die Waffen befanden, dass ihnen nicht verborgen blieb, wie sie geladen und gebraucht wurden, der Tross einem chaotisch wimmelnden Haufen glich, der, wenn er nicht geschützt wurde, das Ziel feindlicher Angriffe werden konnte.                                Der Horeaaufstand könnte einiges über die zurückgebliebensten  Zustände der Zeit liefern, da er mehr als die teils lächerlichen Kriege, von politischen Hirngespinsten inspriert, wie dieser Türkenkrieg, der das osmanische Reich zerschlagen sollte, in denen riesige Heere operierten, viele fielen und 80.000 in kurzer Zeit durch Krankheiten –vielleicht eine Seuche-, oder Tuberkulose starben, die der Kaiser sich in diesem Krieg selbst holte und daran 1790 starb, die nur als eine Zahl mit Attribut „menschenähnliche Armeeangehörige“ in der Geschichte verloren gehen, einen Blick in die tatsächlichen Verhältnisse hergeben, mehr als das übliche adlige Theater, das als Geschichte verkauft wird, jeder adlige Satz wert gewesen, dass er überliefert wurde, nun dieser nach heutiger Sicht überfällige Aufstand, sich im Lande Draculas in Transsilvanien ereignete, ein Aufstand mit Charakter einer nationalen rumänischen Erhebung der Bauern gegen ihre Leibeigner, der wie schon in früheren Jahrhunderten ein Ereignis war, das in der Stimmung der Zeit lag, da es sich hier im Vorlauf der französischen Revolution, ohne dass ein Zusammenhang nachweisbar wäre als das stets geleugnete Wirken eines Weltgeistes, das von Rationalisten als Aberglaube abgetan wird, doch wie das Beispiel Caesars zeigte, es ihm persönlich von Nutzen gewesen wäre, wenn er den irrationalen Vorahnungen Calpurnias gefolgt wäre, wie etliche Aufstände in mehreren Regionen Frankreichs schon vor 1789 auf die kommenden Ereignisse hindeutete, Joseph II, den Trend der Zeit schon spürte als er am 1.Nov. 1781 die Leibeigenschaft aufgehoben hatte, aber für die Siebenbürger, die er auch beherrschte, eben nicht, die unter dem Terror des ungarischen Vasallenadels litten, der kein Jota seiner Privilegien abschreiben wollte. Müssen wir heute noch einen Satz lesen, der von den rumänischen Leibeigenen sagt: „die Rumänen stellten die Mehrheit der Bevölkerung Siebenbürgens. Politische Rechte besaßen sie nicht, was besonders für die galt, die als Leibeigene unter der Herrschaft ungarischer Adliger auf Komitatsboden lebten und sich zunehmend in sehr schwierigen Verhältnissen befanden!“ Man höre sich solch verklemmtes Geschwätz an, das sich mit schwulem Geschwafel um geschichtliche Verbrechen herumdrückt, als ob sie bis heute vertuscht werden müssten, als ob man damit einem jener Adligen zu nahe träte, der dann aus seiner transsilvanischen Gruft stiege, um sich zu beschweren und gleich noch ein paar Leibeigene zu Tode folterte. Nichts ist zu erfahren über die alltäglichen  Verhältnisse der meisten, nicht mal, dass es um das Verbrechen der Unterdrückung ging, ihre „Verhältnisse wären schwierig gewesen“. Es ist noch immer die Sprache der Verachtung für die meisten, die Baueropfer einer grauenvollen Zeit, die auch noch an Gott glauben mussten, der ihre flehenden Gebete so wie sie kamen in den Müll warf.                                                              Für diesen Aufstand, dessen Gründe ja dem Naturrecht jedes Menschen auf Freiheit entsprangen, gab es sicher zahllose Gründe, die in dem lagen, wie Leibeigenschaft durch gewalttätige  Unterdrückung, Ausbeutung, täglichen Terror, Frondienste, postalisches Stalking, was, Sie wissen nicht, was das ist: es ist das willentliche und wiederholte(berarrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person, deren physische oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und über den Weg der Postzustellung geschädigt werden soll oder obsessives und unnormales langes Muster von Bedrohung durch Belästigung gegen ein bestimmtes Individuum gerichtet. Stalking ist in vielen Staaten ein Straftatbestand und Thema kriminologischer und psychologischer Untersuchungen, in anderen, die sich mit ihrer liebgewonnenen düsteren Vergangenheit arrangierten, eben nicht, -Diebstahl des Erwirtschafteten praktiziert wurde. Hier waren es die rumänischen Bauern, die gegen die Anmaßung des ungarischen Adels aufstanden, der ihr rumänisches Land geraubt, sie, die legitimen Herren dieser schwarzen Erde, versklavt hatte und sie tagein tagaus für sich arbeiten ließ, während der für ihren Schutz bezahlt wurde, in Wien saß, sich, aus den ewig gleichen Rücksichten auf die falschen Leute, nicht traute, die gottlosen, terroristischen ungarischen Titelträger zu züchtigen. Wer war nun Vasile Ursu Nicola, genannt Horea, 1731 geboren, wenig ist über ihn zu erfahren, als ehemals Leibeigener hatte er sich den herrschenden Verhältnissen unterworfen und sich freigekauft, um jetzt für die Freiheit der anderen und die Herausgabe des Ackerlandes zu kämpfen, sei Zimmermann gewesen und habe in Siebenbürgen auf den Dörfern mehrere Kirchen gebaut, die von Cizer, welche seine Signatur trägt, als Perle schlichter ländlicher Sakralbaukunst erhalten blieb, mit einfachem Langhaus, das mit einem schmäleren Chor, über dem Grundriss eines halbierten 10-ecks, im Osten abschließt. Das hohe steile Dach reicht sehr tief bis auf Mannshöhe herunter, innen ein aus Holz gebautes Tonnengewölbe, das Langhaus ohne Fenster, ein kleines quadratisches Fenster mit Sprossenkreuz in jeder der fünf Chorwände, das gesamte Innere sehr farbig bemalt, Horea um diese Baues willen einen leichteren Tod verdient hatte, als den er litt.               Als ein Wortführer der rumänischen Bauern sei er zwischen 1779 bis 1784 bereits 4mal mit einer Delegation am Wiener Hof vorstellig geworden, auch direkt bei Joseph II persönlich, um Beschwerde zu führen gegen Übergriffe und Höhe der Abgaben, der Vortrag sei trotz mehrfacher Wiederholung fruchtlos geblieben, dass letztlich die Freiheit ihre Hoffnungen begraben und stattdessen die Wut geschürt habe, die Ende 1784 in dem Aufstand mündete, den seine Anführer Horea, Closca, Crisan mit Gerüchten, die politische Realitäten schaffen, um des Kaisers geheime Wünsche, erfunden oder nicht, zu entfachen wussten, sodass er sich in kurzer Zeit, wie Sturmfeuer der Empörung über die Komitate Zaránd, Hunyad, Unterweißenburg ausbreitete und seine Ziele mit rasanter Geschwindigkeit erreichte, solange das Militär sich zurückhielt, mit der Grausamkeit, die man selbst erlebt hatte, ungarische Adlige niedermetzelte, einige, um ihr Leben zu retten, ihr Land übergaben und Griechisch-Orthodoxe wurden, das Prinzip cuius regio, eius religio hier umgekehrte Anwendung fand, als die Bauern, die jetzt das Land besaßen, vom Adel die religiöse Anpassung verlangten. Reichlich Blut tränkte Erde und Erde deckte die Toten, als die Kaiserlichen den Aufstand stoppten und Verrat für Geld die drei Anführer ans Messer lieferte, Judas grüßt seine Brüder in aller Welt. Um das Entstehen des Aufstandes bleiben Fragen, die nach Spekulationen verlangen, was für ein Kerl war dieser Joseph II, der 1783 nach Siebenbürgen reiste um zu sehen, was war, machte den Menschen keine schnellen Hoffnungen, scheint aber die Sturheit der Ungarn nicht geschätzt zu haben, ein großer Krieger war er auch nicht, vielleicht eine Art Schöngeist, der zu Hause saß, Gerüchte streute, seinen Willen verschleiert in ein konspiratives Netz speiste, dessen Flechtwerk nur er in etwa kannte, um seine Politik unauffällig zu verfolgen, damit er für niederträchtige Aktionen nicht angegriffen werden konnte.

 

 

 

 

 

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WiederkehrderDDR?

                                                W i e d e r k e h r  d e r   D D R  ?

Wenn der Kuckuck ruft, soll man sogleich die Eier zählen.

Eisig klirrt „Enteignung“ in der Sommerhitze. Ein Gesetz zur Enteignung von Kunstwerken, in aller Heimlichkeit fabriziert und als Kulturschutzgesetz verkauft, ist dem Kulturstaatsministerium entfleucht, bevor es ebenfalls „heimlich in Kraft treten“ konnte. Es sieht vor, dass „besonders bedeutende Kunstwerke“ („was sollen das bloß für Dinger sein“) das Land nicht mehr verlassen dürfen. Sie würden per Gesetz nationalisiert indem sie in eine Liste eingetragen werden und dürften nur noch mit Genehmigung das Land verlassen. Im Weiteren bedeutet es auch, dass nunmehr jedes Kunstwerk unter Verdacht gerät und in langwierigem Verwaltungsprozess das Recht erwerben muss, das Land verlassen zu dürfen. In der Konsequenz führte es dazu, dass man vorab bestrebt wäre, alle Werke zu erfassen, wozu man in die Ateliers und privaten Sammlungen eindringen müsste, was ja bereits in diesem Gesetz stand, -wie wir erfahren durften.                                                    (Diese Ausfuhrgenehmigungspflicht eröffne dem Staat lediglich die Möglichkeit, zu prüfen, ob es sich bei einem Werk um “nationales Kulturgut” handelt. Diese Prüfung werde nicht willkürlich vorgenommen, sondern unter Hinzuziehung von Experten und Gutachten. Und Maler und Sammler könnten den Rechtsweg beschreiten, wenn sie mit einer Einstufung nicht einverstanden sind.)  „Könnten den Rechtsweg beschreiten“. Was für eine Aussicht für Eigentümer, was für eine Zumutung, um die Freigabe ihres Eigentums streiten zu dürfen und was das kosten wird. Ein Volltreffer, wenn die Prozesskosten den Wert des Gegenstandes übersteigen. Das Gesetz ist ein grandioser Eingriff in die Freiheit und Eigentumsrechte der Bürger. Es ist die Rückkehr der DDR.                                                                           Wir aber brauchen die Rückkehr der Freiheit und faire Verteilung des Geldes, um der „Kinderarmut“ zu begegnen, die es nicht gibt. Ein politischer Witzbold hat sich diesen hanebüchenen Spruch ausgedacht. Es gibt keine „Kinderarmut“. „Kinderarmut“ ist Elternarmut.

Entschlossener Widerstand kommt von den Künstlern, die frühzeitig aus der DDR geflohen sind.  Bei diesen ist die politische Wachsamkeit intakt und ihre Stellungnahme unmissverständlich. Baselitz fährt die schärfste Attacke, indem er sofort seine Bilder aus den Museen holt.

Georg Baselitz, geb. 1938 in Großbaselitz Sachsen, DDR,  eigentlicher Name: Hans-Georg Kern. 1956 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Ostberlin, wegen „gesellschaftlicher Unreife“ von dort verwiesen. 1958 Umsiedlung nach Westberlin und Fortsetzung des Studiums an der Hochschule der bildenden Künste iWest bei Hann Trier. 1963 Skandal um ein Bild mit folgender Beschlagnahmung. Der Künstler holt gerade seine Bilder aus den Museen ab. Ebenso will die Enkelin des Malers Max Beckmann (1884 – 1950) mit den Werken ihres Großvaters verfahren.

Gerhard Richter, geb. 1938 in Dresden, DDR. 1950 wurde sein Aufnahmeantrag für die Hochschule der bildenden Künste in Dresden abgelehnt. 1951 konnte er sein Studium an der dortigen Kunstakademie antreten. Ende Feb. 1961 floh Richter über Westberlin nach Westdeutschland, ließ seine Bilder in der DDR zurück. Zum Teil hatte er sie verbrannt. Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe.

Günther Uecker, geb. 1930 in Wendorf, Pommern,  DDR, aufgewachsen auf der Halbinsel Wustrow, studierte 1949 – 53 Malerei in Wismar. 1953, nach dem Aufstand des 17. Juni, verließ er die DDR und siedelte nach Westberlin über. 1955 ging er nach Westdeutschland, wo er im Lager Sandbostel wochenlang verhört wurde. Von 1955 – 57 studierte er bei Otto Pankok an der Akademie in Düsseldorf.  Das künstlerische Werk ist für mich Ausdruck, um nationale Grenzen zu überwinden und kulturelle Annäherung voranzutreiben. Das war und ist mein Bestreben als Künstler: die Überwindung von nationalen Begrenzungen. Der inhaltliche Impuls schöpft sich aus dem künstlerischen Willen, das nationalistische Erbe des vergangenen Jahrhunderts zu überwinden. Die Werke von mir, die sich als Leihgaben in Museen befinden, müssen möglicherweise vor Inkrafttreten des Gesetzes abgezogen werden, da sie vor über 50 Jahren entstanden sind. Die Regulierungswut, Kulturgut unter staatliche Kontrolle zu bringen, führt jedoch hoffentlich zu einem sich steigernden Intelligenz- und Protestpotenzial in der Bevölkerung. Künstler und Kulturvermittler werden Strategien entwickeln, dem Gesetz entgegenzuwirken. Auch Günther Uecker erwägt nach dem Vorbild seines Kollegen Baselitz, seine Leihgaben aus deutschen Museen abzuziehen, sollte die Gesetzesinitiative weiter verfolgt werden.

Die Biographie der Ministerin                                                                                              Monika Grütters, geb. 1962 in Münster, 1981 Abitur am Bischöflichen Mädchengymnasium Marienschule in Münster, Germanistik, Kunstgeschichte an der Uni Münster, 1989 Magister Artium. CDU.  Seit 1999 Honorarprofessorin, für Öffentlichkeitsarbeit im Studiengang Kulturmanagement an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.  1998 bis 2013 Vorstandssprecherin der Stiftung Brandenburger Tor. (– Das Brandenburger Tor ist astreines deutsches Kulturgut, stilistisch ist es aber römisch-italienisch geklaut. –)  Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

DIE WELT: 15. 07.2015

„Robert Rademacher: Seit Jahren unterstützen meine Frau und ich wichtige Kunstausstellungen in Deutschland, Europa und Amerika mit Leihgaben. Sollte das Kulturgutschutzgesetz in der angekündigten Form in Kraft treten, wäre es mit unserer Bereitschaft vorbei. Ich werde es keinesfalls hinnehmen, dass durch dieses Gesetz mein Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung eingeschränkt wird und ich damit als Besitzer von Kunst auf die gleiche Stufe gestellt werde wie die Besitzer von Rauschgift oder Kriegswaffen. Sollte Alexis Tsipras in die Situation kommen, die Troika durch ein “Kulturgutschutzgesetz” beeindrucken zu müssen, dann wäre er gut beraten, sich an dem Entwurf von Monika Grütters zu orientieren.

Egidio Marzona:  Nationales Kulturgut? Dieses Denken ist mir völlig fremd. Ich bin ja sogar gegen das Prinzip der Länderpavillons auf der Biennale. Das “Kulturgutschutzgesetz” war für mich schon immer völlig absurd, etwa wenn es auf einer Versteigerung hieß, das aufgerufene Manuskript von Walter Benjamin dürfe nicht ausgeführt werden. Aber die Modifikation der Verordnung, die jetzt debattiert wird, ist nun vollends anachronistisch. Die Sanktionen, Kontrollen und Drohungen dahinter erinnern an die DDR – das ist Stoff für eine Satire!  Es ist doch klar, welcher Wahnsinn mit so einem Gesetz losgeht: Die Sammler werden ihre Werke in die Zollfreilager nach Luxemburg und in die Schweiz verschiffen. Das Gesetz ist also eigentlich ein Beschäftigungsprogramm für Kunstspeditionen! Und alles nur, weil in NRW die Warhols versteigert wurden. Ich sammle seit den 1960er Jahren Kunst, aber so ein Denken ist mir bisher nie untergekommen. Das kann man auch nicht mit den Raubzügen des IS begründen: Unsere Museen sind doch voll von Raubgut. Aber wie will man das beweisen? Soll man jetzt die Nofretete zurück nach Ägypten bringen? Da kann ich nur lachen. Vor allem, weil ich als Italiener, der in Berlin lebt, Deutschland andauernd beschenke: Meine Sammlung gehört dem Hamburger Bahnhof, und ich plane, den Staatlichen Museen auch mein riesiges Konvolut an Archivmaterialien zu übergeben. Ich kaufe ständig im Ausland “Kulturgut” ein, von dem ich denke, dass es wichtig wäre, es hier zu zeigen.

Der Sammler hat einen Teil seiner Kollektion von Arte Povera und Konzeptkunst Berlins Nationalgalerie überschrieben

Die Zeit online: am 15.07.2015,

“Das erinnert an die DDR”

Hannes von Goesseln

Ich halte die bisherigen Formulierungen dieses Gesetzentwurfes für eine partielle Enteignung von kulturellem Eigentum privater Sammler. Ich bewerte sie als unnötige Aufhebung meiner verfassungsmäßigen Eigentumsrechte an Kunstwerken, die ich bereits dauerhaft in den öffentlichen Raum gestellt habe.

Ich sammele Kunst seit den 1970er Jahren. Wesentliche Teile meiner Sammlung sind teilweise bereits seit Jahrzehnten als Dauerleihgabe im Besitz deutscher Museen. Sie werden regelmäßig in Museumsausstellungen oder dauerhaft in Museumssammlungen ausgestellt. Dies betrifft unter anderem Arbeiten von Yves Klein, Jasper Johns, Donald Judd oder Duane Hanson. Die betroffenen Museen erhalten regelmäßig Kunstwerke aus meiner Sammlung als Schenkungen. Sollte das Gesetz in diesen Festlegungen in Kraft treten, werde ich die Leihverträge mit deutschen Museen für diejenigen Kunstwerke aus meiner Sammlung, die älter als 45 Jahre sind, kündigen. Ich werde sie aus der BRD abziehen und in ein Land überführen, das Eigentumsrechte respektiert.

Ausreiseverbot und Vermarktungsbeschränkung für „besonders bedeutende“ Nationalkunst. Die Prüfung erfolge nicht willkürlich, sondern unter Hinzuziehung „willkürlicher“ Experten gegen Bezahlung, sowie „willkürlicher“ Gutachter gegen Bezahlung. Jeder weiß, dass die Ergebnisse solcher Prüfungen dem zugunsten sind, der sie bezahlt. Das Vorhaben scheitert schon daran, dass eine demokratische Auswahl von Experten nicht durchführbar ist.  Der Expertise folgt die Gegenexpertise, dem Gutachten das Gegengutachten, sodann die Gegen- Gegenexpertise der Gegenexpertise, das Gegen-Gegengutachten dem Gegengutachten. Wie verstiegen das Vorhaben ist, erkennen wir daran, dass das Gesetz vorsah, Beamten „ein umfassendes Zutrittsrecht zu privaten Sammlungen zu gewähren“. Es entstünde der Typus der „nationalen Kulturwarte mit Pension“ und den unendlichen Folgekosten. Spare man sich das Geld für diesen Verwaltungswahnsinn und bezahle damit den Marktpreis der Werke. Die Rechnung wird aufgehen ohne Wut und Verärgerung bei Sammlern und Künstlern auszulösen, die durch die Anwendung des Gesetzes betrogen würden. Was wäre schon dabei, wenn man auf das eine oder andere Werk verzichten müsste, weil es zu teuer ist. Es kommt der nächste Stifter und spendet gleich zwei Nationalwerke des gleichen Künstlers. Beim Verkauf und Kauf von Kunst herrscht immer schlechte !Stimmung, weil sich meistens einer betrogen fühlt, entweder der Verkäufer, weil er denkt, dass er zu wenig bekommen hat oder der Käufer, weil er denkt, dass er zu viel bezahlt hat, häufig fühlen sich im beschriebenen Sinne beide gleichzeitig übers Ohr gehauen.                                                                                                                                                             -Ich konnte eine farbige Lithographie von Jean Dubuffet für 2.000, dann für 1.500 Mark nicht verkaufen und gab sie zur Versteigerung, wo sie für 800 Mark wegging. Auktionen dauern den ganzen Tag. In der Mittagspause traf in einem benachbarten Lokal beim Mittagessen einen Mann, der erzählte, dass er gerade eine Dubuffet-Lithographie für 800 gekauft habe, für die er 7000 bekäme-.                                                                                                                                                                                                             -Auf einer öffentlichen Versteigerung in Norddeutschland erwarb eine Antiquitätenhändlerin 1986 rechtmäßig und gutgläubig das mittelalterliche Siegel einer großen Stadt, die nicht genannt werden möchte. Sie bezahlte dafür 2.107,80 DM und bot es 1987 auf einer Messe in Köln für 6.800 DM an. Hier wurde jene Stadt darauf aufmerksam und bat um Fotos sowie genauere Angaben zum Gegenstand, denen die Händlerin ein Verkaufsangebot hinzufügte. Die  Interessentin stellte fest, dass es sich um das Original des sog. IV. Stadtsiegels handelte, das schon 1306 zum Besiegeln einer Urkunde verwendet worden und bis 1810 im Gebrauch war, danach im Futteral mit Aufbewahrungstasche des 18. Jhd. neben  anderen Kostbarkeiten im Stadtarchiv geborgen wurde. In den letzten Kriegstagen wurde das Archiv in einem stillgelegten Salzbergwerk in Grasleben ausgelagert und das Siegel dort entwendet. Die Stadt forderte von der Händlerin das Siegel, das sie als ihr Eigentum betrachtete, unentgeltlich zurück. Es folgten Prozesse durch alle Instanzen, in denen das Begehren der Stadt bis zum BGH zurückgewiesen wurde. Das Siegel erhielt nun den Titel „National wertvolles Kulturgut“ und dufte das Land nicht mehr verlassen. Nach Jahrzehnten lieferten es die Eigentümer 2012  wieder zu einer öffentlichen Versteigerung ein. Diesmal wurde die besagte Stadt rechtzeitig aufmerksam und kaufte ihr Siegel für 450.000€ bevor es zur Versteigerung kam.-  Warum nicht gleich so. Das Siegel misst 9-10 cm im Durchmesser.

    

 

                       

                                                                                                                                                           Im Kulturstaatsministerium heißt es, man setze doch nur EU-Vorschriften und den Koalitionsvertrag um, in dem der “Schutz von nationalem Kulturgut vor Abwanderung ins Ausland” stehe. Außerdem befinde sich der Gesetzesentwurf noch in der internen Ressortabstimmung der Bundesregierung und werde erst im August im Bundeskabinett beraten. Länder, kommunale Spitzenverbände, Fachkreise und Verbände könnten dann noch einmal eine Stellungnahme abgeben.

In der Argumentation heißt es, dass in Italien noch viel schärfere Bestimmungen herrschten, die trotzdem 9.000 Ausfuhrgenehmigungen pro Jahr nicht verhindern würden.  Machen wir uns nichts vor, eine italienische Verwaltung funktioniert anders als eine deutsche. In der Schuldenkriese nehmen wir uns Italien auch nicht zum Vorbild. Außerdem war das italienische Gesetz geschaffen worden, in erster Linie die Werke der Antike und der Renaissance in Italien zu behalten, weil man damit um die Touristen und Bildungsreisenden der ganzen Welt wirbt. Längst gibt es heftigen Widerstand gegen das Gesetz, das sich offensichtlich verselbständigt hat und Regelungen schuf, mit denen der Handel und die Eigentümer der Werke nicht mehr einverstanden sind, was zu  Aktionen führt, das Unzumutbare zu umgehen. Brava Italia.                                                                    Man erzählt sich, dass ein internationaler Händler die teuren Werke eines in Italien lebenden amerikanischen Malers als Theaterdekoration exportierte. Gerüchte besagen, dass manche antike Skulptur von TauchTouristen im Auftrag von Händlern aus dem Meer gefischt und ohne Genehmigung in den internationalen Handel verbracht wurde. Vielleicht ist das aber nur ein romantisches Märchen, mit dem vertuscht wird, dass manche dieser Werke von heutigen Fälschern gefertigt werden um das Begehren von kauffreudigen Menschen zu befriedigen. Biedermeier-Bilderrahmen -so eine Story der Händler- würden aus Biedermeier-Betten gemacht, weil die zu kurz seien, um sie zu verkaufen, da die heutigen Riesen da nicht mehr reinpassen. Wer diese hübschen Rahmen kaufen will, soll das tun, aber ein Stück Biedermeier-Bett kauft er damit nicht. Was er kauft, verschweige ich hier. Es ist auch nicht so wichtig, denn die Sehnsucht nach Biedermeier hat sich wieder gelegt.                                                                                                                                                                                      Die Werke der deutschen „Alten Meister“ befinden sich zahlreich in den deutschen Museen, wo sie jährlich nur von einer kleinen Zahl deutscher Bürger besichtigt werden, viele sehen sie nie. So viele „marktfrische Dürer“ sind nicht mehr zu erwarten, dass sie geschützt werden müssten. Man muss sie nicht mal vor dem Ansturm der Besucher schützen, denn während der Woche bleibt die Besucherdecke dünn. Zum Glück kommen die ausländischen Touristen vorbei. Dürer, der deutscheste der deutschen Maler, verehrte und nachahmte die Italiener, reiste seinerzeit nach Italien und erweckte den Eindruck zumindest in Venedig gewesen zu sein, womit er uns wohl belog, denn weiter als bis in die Tiroler Berge ist er als ängstlicher und „fremdenphobischer“ Deutscher vermutlich nicht gekommen, hätte er doch noch Italienisch lernen müssen.

Die Argumentationen um den „Brei der nationalen Identität“ können wir uns schenken, weil sie nicht zeitgemäß ist. Gerhard Richter: “Es ist absurd, überhaupt nationale Grenzen für die Kunst zu ziehen”.                                               Als nationales oGut kann man ein Siegel betrachten, mit dem deutsche Gesetze bestempelt wurden. Aber das ist mehr Handwerk. Kunst strebt immer über die politischen Grenzen hinaus, außer bei den Nazis. Da sollte sie mithelfen die Grenzen des Größenwahns über die ganze Welt auszudehnen. Heute sind wir „Niedermeyer Slow Food“ und „Oxford-Englisch“ ist unser Street Slang. In einer deutschen Fußgängerzone hört  man auf 200 Metern kein deutsches Wort. „After my work I go to  drink 2 beers“.

Scharfe Worte findet Peter Raue:    Es sei “der beispiellose Versuch, dem Staat den Zugriff auf alle jene Arbeiten mit leichter Hand und wenig Geld zu ermöglichen, die er – aus welchen Gründen auch immer – dem öffentlichen Besitz einverleiben will”, schrieb etwa der Berliner Kunstexperte Peter Raue  im “Tagesspiegel”. Das geplante Gesetz lege auch dem Handel in “beängstigender” Weise Ketten an, müssten Auktionshäuser und Galeristen doch Unterlagen über Einlieferer, Prüfung der Herkunft, Käufer und Preise anfertigen. Es schade Deutschland als Kunsthandelsplatz, verunsichere private Sammler und schaffe einen erschreckenden bürokratischen Apparat: “In letzter Konsequenz geht es um Enteignung”, so Raue.

Der Maler Gerhard Richter sieht in der geplanten Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes einen Eingriff in die Freiheit. “Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache.”                                                                 Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe.  “Diese Leute haben meist auch gar keine Ahnung von Kunst”, sagte der teuerste lebende Gegenwartskünstler. Seiner Ansicht nach geraten Bilder nicht in falsche Hände, sondern fänden irgendwann den Weg in ein Museum, wenn sie gut seien.

Berliner Morgenpost 16.07.2015: Als “Kulturvertreibungsgesetz” hat Matthias Döpfner, Springer-Chef und eifriger Sammler, die Novelle bezeichnet. Kunsthändler sehen das Vorhaben als eine “kalte Enteignung”. Georg Baselitz lässt dieser Tage seine Bilder aus den Museen in Dresden und Chemnitz abhängen, sie waren Leihgaben, die bald die interessierte Öffentlichkeit nicht mehr betrachten kann.                     Baselitz’ Entscheidung ist, anders als von Grütters dargestellt, eine rationale Entscheidung und keine Überreaktion. Denn wenn der Staat damit droht, in die Eigentumsrechte des Einzelnen einzugreifen, dann denkt man schon darüber nach, die Flucht zu ergreifen. Daher ist Grütters Entwurf auch nicht eine Angelegenheit, die lediglich in der abgeschirmten Welt der Kunst von Interesse ist.                                                                                                                                                                                                             Zu den Eigentumsrechten gehört auch immer ein Verfügungsrecht: Das heißt, zu dem Recht, dass einem etwas gehört und dieses anerkannt ist, gesellt sich das Recht, dass man die Sache wieder verkaufen kann. Das gilt für das Auto, das Haus und eben auch für das Gemälde. Und wer ein Gemälde erworben hat, der möchte es verkaufen können, wohin er möchte – und nicht nur in den deutschen Gebietsgrenzen.

“Kultur muss vor Marktkräften geschützt werden”            

Die Befürworter der Neuregelung sehen in dem Ausfuhrverbot für national wertvolle Kulturgüter die Chance, wichtige Werke vor immer stärker werdenden Marktkräften abzuschirmen und zu schützen. Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, begrüßt daher im Kunstmagazin “Monopol” das Vorhaben: Kultur sollte öffentlich sein und auf inhaltliche, nicht-finanzielle Werte setzen. “Momentan können öffentliche Museen nicht mehr in großem Stil auf dem Kunstmarkt mitbieten.” Mithilfe der Neufassung des Kulturgutschutzgesetzes könne der Ausverkauf nationalen Kulturguts kontrolliert und eingeschränkt werden.

Man kann in einem Bild Kultur sehen, die vielleicht einen gewissen ideellen Kunstwert hat, der mal so, mal so verstanden wird. Davon spaltet sich frühzeitig der Marktwert ab, der sich rein auf den Gegenstand bezieht, Keilrahmen, Leinwand und die von einer Person mit Markennamen darauf aufgetragene Farbe. Der Preis für diesen Gegenstand, den man besitzen kann, ist in Bewegung. An ihm lässt sich ablesen, wie scharf einige Leute gerade darauf sind, ein Objekt in der Eigenheit eines bestimmten Künstlers zu besitzen. Als Eigentum, ist ihm auch das Recht eigen, es nach Gutdünken zu verkaufen.

Der Kunstmarkt ist freie Marktwirtschaft in Reinform. Wer in der Hochpreisliga mitspielen will, sollte es können und sich nicht über die Regeln beschweren. Ein Träumer, wer glaubt, dass ein Enteignungsgesetz das verhindern kann. Niemand braucht irgendein Bild wirklich. Wenn die Preise zu hoch sind, ist es ein Leichtes auf Künstler auszuweichen, die viel weniger kosten. Deren Zeit kommt auch oder nicht.

FAZ:            Nach Schirrmacher formatiert bei der FAZ wieder der alte Ton.  Sie sieht wenig Grund zur Aufregung und spricht von Geschrei. Aber hier bahnte sich etwas an, das den Geist der DDR wiedererweckte. Dass der Widerstand der Betroffenen losbrach, ist ein Zeichen dafür, dass die freiheitlichen Instinkte noch intakt sind, entsprechend heftig fielen die Reaktionen aus.

Baselitz habe die „Krachmaschine angeworfen“ und es handele sich um einen „Entwurf, der diskutiert werden soll“. Aber wir sehen auch, dass es sich um einen Entwurf im Geist der DDR handelt, weshalb gerade die Künstler Baselitz, Richter, Uecker, die dem Zwangssystem, das die DDR gewesen sein könnte, entflohen sind, auf die Barrikaden gehen. Lassen wir nochmal die Worte Ueckers klingen. „Die kmRegulierungswut, Kulturgut unter staatliche Kontrolle zu bringen, führt jedoch hoffentlich zu einem sich steigernden Intelligenz- und Protestpotenzial in der Bevölkerung. Künstler und Kulturvermittler werden Strategien entwickeln, dem Gesetz entgegenzuwirken.“

Auch Richter äußerte sich alles andere als moderat: “Niemand hat das Recht, mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache”

Es kann bezweifelt werden, dass ein solches Gesetz notwendig ist. Die Kultur ist kein zartes Lämmchen, das geschützt werden müsste, schon gar nicht durch Raubschutz. Im Gegenteil gedeiht sie am besten, wenn sie Widerstände überwinden muss. Die ganze Kunstgeschichte ist eine Abfolge von Brüchen mit Traditionen und den herrschenden Stilen. In diesem Sinne enthält die Biographie der Ministerin bisher keine Brüche.

Eine jeweilige Nation hat wie alle anderen Personen die Möglichkeit, das, was sie für bedeutsam hält, mit Geld zu erwerben. Sie kann bei der Auswahl ihre Fachleute hinzuziehen. Dann ist das Thema erledigt. Ein Künstler mag selbst entscheiden, ob er seine Werke für nationales oder allgemeines Kulturgut hält.  Den Äußerungen in dieser Diskussion ist zu entnehmen, dass Künstlern und Sammlern die engherzige nationale Perspektive fremd ist.

                           „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

(Diese Ausfuhrgenehmigungspflicht eröffne dem Staat lediglich die Möglichkeit, zu prüfen, ob essich……………………)

Jetzt können wir endlich zur nationalen Sache kommen.  Das höchste und zugleich populärste nationale Kulturgut ist der Fußball. An besonderen Aufführungen dieses Kulturschauspiels nehme sogar ich teil, wenn auf der StraßenLeinwand Weltmeisterschaften laufen. Ein Originalspiel in einem Stadion habe ich aus einem sehr einfachen Grund, den jeder, der mich kennt, sofort errät, noch nie gesehen, darum es unterbleiben kann, ihn hier zu nennen. An diesem ganzjährig vielbeachteten Kulturspektakel ließe sich am ehesten ein „Nationales Kulturgutschutzgesetz“ auf seine Tauglichkeit erproben.

Wenden wir hier einen der das Gesetz auslösenden Kernsätze an:  

“Kultur muss vor Marktkräften geschützt werden”.

Da blitzt ein erster Gedanke über den Horizont schwarzer deutscher Nachtwälder. Übertragungsrechte sind nationales Kulturgut und dürfen deshalb nicht verkauft werden. Sie gehören allen Bürgern, nicht den einzelnen Vereinen. Wenn wir sie auf Auktionen meistbietend ins Ausland verkaufen, fließt der Erlös steuerfrei in die Taschen aller Bürger, die weniger als 1.500 € netto im Monat haben. Nationale Übertragungsanstalten zahlen jeweils nur eine niedrige Pauschale in die Taschen derselben Bürgergruppe, die „Unterschicht“ genannt wird. Rund um den Fußball formt  sich der Zusammenhalt und die Identität der gesamten Nation bis in die niederen Schichten. Dafür sollen die politischen Dynastien endlich den Dank zollen. Fußball bildet den Nebel, in dem das Volk unbemerkt in die gesellschaftlichen Veränderungen seiner Versklavung schlittert.

Ich bin Bayernkenner, weiß alle Namen der Spieler mit Herkunft auswendig und mein pegides Gemüt kocht, wenn ich sehe, was da abgeht. Entweder reduzieren wir die Mannschaft auf ihren nationalen bayerischen Kulturkern: Mario Götze (Memmingen), Thomas Müller (Weilheim, Oberbayern), Holger Badstuber (Memmingen), Philipp Lahm (Gern), das ist zu wenig, nehmen wir noch Restdeutsches dazu: Manuel Neuer (Gelsenkirchen), Sebastian Rode (Seeheim-Jugenheim), Sinan Kurt (Mönchengladbach), Joshua Kimmich (Rottweil), Tom Starke (Freital, etwas pegid), Sven Ulreich (Schorndorf), Jan Kirchhoff (Frankfurt a Main), Jérôme Boateng (deutsche Mutter, ghanaischer Vater), Gianluca Gaudino (Hanau, während Vater Maurizio Gaudino für Eintracht Frankfurt spielte, Eltern aus Italien eingewandert), bumms da reicht es schon, und der Torwart, der beste der Welt, ist als erster unter den „nationalen Kulturschutz“ zu stellen, damit unverkäuflich, zack: Menschenhandel unterbunden. Es gilt, ihn vor Marktkräften zu schützen. Die Übrigen können wir höchstens mit „Allgemeines Kulturgut“ betiteln und getrost verkaufen: Arjen Robben (Niederlande), Robert Lewandowski (Polen), Franck Ribéry (Frankreich), Thiago Alcántara (Italien), Medhi Benatia (Courcouronne, aber marokkanischer Herkunft), Xabi Alonso (Spanien), Rafinha (Brasilien), David Alaba (Österreich: Mutter Philippinin, Vater Nigerianer), Juan Bernat (Spanien), Dante Bonfim Costa Santos (Brasilien),  Javi Martnez (Spanien), Douglas Costa (Brasilien), Pierre Emile Højbjerg (Dänemark), Julian Green (Florida, deutsch-amerikanisch), Arturo Vidal (Chile). Diese alle werden vogelfrei den „Marktkräften“ ausgeliefert und spülen eine Menge Geld in die Taschen der Fans aus der Unterschicht. Perfekt, ich bin zufrieden.

 

 

 

 

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Frauenraub und “bonum exemplum”

                                                 

                                                              Frauenraub

 

Jacques-Louis David (1748-1825)
“Le combat des Romains et des Sabines interrompu par les femmes sabines”
1799
Öl auf Leinwand, 385 x 522 cm, Paris, Musée du Louvre

 

Jacques-Louis David hat sich hier eine betörend schöne Komposition ausgedacht, eine Szene wie auf der Bühne oder im Kino. Mit prachtvoll ausgreifendem Einsatz tritt Hersilia, die Frau des Romulus, eine geraubte Sabinerin, zwischen die Kontrahenten Tatius l., Romulus r. und trennt sie mit ausgebreiteten Armen. Die Dynamik ihres Auftritts entsteht, da sie mit kühnem Schritt aus der Mittelachse des Bildes vorspringt und Einhalt gebietet. Ihre raumfüllende Bewegung ist im Zielpunkt angekommen, wo sie verharrt und  für einen pathetischen Augenblick zur Statue wird. Der Kopf richtet sich gebietend gegen Romulus und wird sich dann gegen Tatius wenden.                                                                                     Der Bau im Hintergrund der Szene wäre wohl das Gedächtnis des Malers an die Erstürmung der Bastille, als die Gassen von Paris auf den Zinnen der Festung erschienen um sie auf der Stelle niederzureißen.

Das Gemälde entstammt der Epoche des Klassizismus, die nach antiken Idealen von Reinheit und Schönheit strebte und uns hier mit kalkulierter Ästhetik eine pathetische Allegorie der Besonnenheit, eine Mahnung zu Frieden und Versöhnung zeigt, ein Lehrstück  unwirklich und schön.

Aber frei von jeder Zeitgewalt, Die Gespielin seliger Naturen                                        Wandelt oben in des Lichtes Fluren, Göttlich unter Göttern, die Gestalt.

Die Vision des Bildes entspringt unmittelbar der Biographie des Malers. David hatte diese Komposition im September 1794 noch im Gefängnis ersonnen und in Skizzen vorbereitete.

Als Abgeordneter des convention nationale und Kumpan Robespierres hatte er 1792 für den Tod des Königs gestimmt. Nachdem der unbelehrbar Blutrünstige, der im Namen der Tugend den Wohlfahrtsausschuss, das Standgericht der saloppen Todesurteile dominierte, selbst unter das rasende Beil der Guillotine geraten war und kopflos endete, entkam David nur knapp dem Verlust seines Hauptes. Eine Amnestie vom 26 Oktober 1795, ferner die Bemühungen seiner Anhänger, Verehrer brachten ihn wieder aus dem Kerker. Das Régime nach 1794 wollte sich von der blutigen Revolutionszeit distanzieren, und so ist auch Davids “Raub der Sabinerinnen”, ganz nach der Stimmung dieser Zeit, ein Plädoyer der Versöhnung.

maintenant que nous sommes liées à eux par des chaînes les plus sacrées, vous venez enlever des femmes à leurs époux et des mères à leurs enfants. Le secours que vous voulez nous donner à présent nous est mille fois plus douloureux que l’abandon où vous nous laissâtes lorsque nous fûmes enlevées (…).”

(Jetzt, wo wir durch die allerheiligsten Ketten an die Römer gebunden sind, kommt ihr, um Frauen ihren Ehemännern zu nehmen, und Mütter ihren Kindern. Die Hilfe, die ihr uns jetzt geben wollt, ist uns tausend mal schmerzhafter als die Verlassenheit, in der ihr uns zurück ließt, als wir geraubt wurden.)

Gerührt von diesen Worten, lassen die Kämpfer ihre Waffen fallen; der Krieg ist abgewendet.

 Mit des Menschen Widerstand verschwindet / Auch des Gottes Majestät.

 

 

 

 

Giambologna,1529 – 1608

Giambologna, Rau der Sabinerinnen, Florenz, Loggia dei Lanzi

Eines der Meisterwerke ist der Raub der Sabinerinnen, eine Skulpturgruppe aus Marmor, die 1585 von dem flämischen Bildhauer, bekannt durch seinen italienischen Namen Giambologna, (eigentlich Jean de Boulogne) erschaffen wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luca Giordano, 1634-1705,                                                                                                             Luca Giordano, Raub der Sabinerinnen,                                                                            Giordano hat etliche verschiedene Fassungen dieses Motivs hergestellt.

 

 

Raub der dicken Töchter des Leukippos, manchmal mit dem Raub der Sabinerinnen verwechselt.

 

 

 

 

                                   

Titus Livius datiert die Gründung Roms auf den 21.April 753 v.Ch.                                          Er selbst wurde 59 v.Ch. -als Caesar den Gallischen Krieg vorbereitete-, in Patavinus, heutig Padova geboren, schrieb während der Regierungszeit des Augustus, 36 v.-14 n.Ch., verfasste das Geschichtswerk „Ab urbe condita“. Darin erfolgt die mythische Gründung Roms durch die Brüder Romulus und Remus. In diese frühe Zeit fällt der Raub der sabinischen Töchter, den Romulus organisierte um den Fortbestand des jungen Rom durch Nachkommenschaft zu sichern. Für die lange Periode von 700 Jahren ab urbe condita bediente sich Livius der Erzählungen und Berichte seiner Vorgänger, die sich wie er selbst als Schriftsteller verstanden und durch den Vortrag der historischen „bona exempla“ die zeitgenössische politische und gesellschaftliche Ideologie propagierten. Für Titus Livius war es die Ideologie der römischen Selbsterneuerung der Regierungszeit des Augustus. Er betrieb also dessen Propaganda-Agentur, was sicher einträglich war.

                          Zwischenspiel und akademische Belehrung                            Historische Beispiele waren bei den Römern ein wichtiges Argumentationsmittel. Solche exempla dienten etwa zur Veranschaulichung von Normen und Verhaltensrichtlinien, zur Untermauerung einer Aussage und als Argument im politischen Diskurs. Während hauptsächlich Römer als Vorbilder dienten, zog man manchmal auch prominente auswärtige Personen heran. Am Ende der römischen Republik und zu Beginn des augusteischen Principates taucht der makedonische König Philipp II. als historisches Beispiel auf, an dem nicht nur wie bei gewöhnlichen exempla bestimmte Verhaltensrichtlinien oder Tugenden demonstriert wurden, vielmehr wird gerade mit seinem Vorbild ein politischer Wandel eingefädelt, der dem ruhigeren Charakter des Augustus gefiel, der sich nunmehr von dem Krieger und Eroberer, der sein Gönner Caesar, angestachelt von den Kriegszügen Alexanders, gewesen war, wohl wohl abwendete, denn er hatte nicht die rohen Kräfte jahrelang das Schwert zu schwingen, um nach Gallien noch Germanien und die wilden Völker der russischen Steppen zu unterwerfen  und sein Hintern war zu knochig um gesattelte Jahre durchzustehen, war er schon nach dem ersten Tag der Schlacht bei Philippi durch Glück oder List dem Tod entkommen, als der siegreiche Brutus das Lager seines Gegners anscheinend zu nachlässig  nach Octavian, wie er sich damals noch nannte, durchsuchte um ihn zu töten.

Im Gelände der 7 Hügel Roms fand Archäologie erste Siedlungen, mal heißt es aus dem 14., mal aus dem 11. Jahrhundert vor Christ. Diese frühen Siedler, heißt es, hätten sich im 8. Jhd. gegen die expansiven etruskischen Könige der Nachbarschaft zusammen-geschlossen, um sich zu wehren. Doch im 6. Jhd. gelang den Etruskern die Eroberung der 7 Hügel und der Herrschaft in Form der Monarchie, die sie mitbrachten. Sie nannten die eroberte Stadt „Ruma“. 509 vor Christ endete mit der für alle Zeit tief ins römische Bewusstsein eindringenden Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus, der “Überhebliche“, die etruskische Zeit. Da steht der lapidare Satz: Das Volk unter Lucius Iunius Brutus vertrieb den König, ausgelöst durch Sextus Tarquinius, Sohn des Königs, der die tugendhafte, keusche Römerin Lucretia geschändet hatte, die ihr Unglück nur noch durch Selbstmord zu ertragen vermochte.

Hierzu schaue man sich das DürerGemälde „Lucretia“ in der Alten Pinakothek, in der deutschen Hauptstadt München an, das einem zeigt, welch trockene Angelegenheit so ein Selbstmord sein kann. Der Topf unter Lucretias Bett ist der Nachttopf des 15. Jhd., nicht das Gefäß, in dem die tugendhafte Selbstmörderin ihr Blut auffangen will.

Dann heißt es: das Volk –wer auch immer das gewesen sein soll- habe die Republik ausgerufen, in der sich 2 patrizische Konsuln in Rechenschaft des Senats die Macht teilten. Die Plebejer (Volk? oder Unterschicht) strebten ebenfalls nach Vertretung in der Führung der Republik und durften nach jahrzehntelangen Kämpfen einen der beiden Konsuln stellen, doch mit Beschränkung seiner Befungisse. Es scheint als habe es eine in 2 Klassen gespaltene Gesellschaft gegeben, zu der noch eine weitere rechtlose, mittellose, versklavte hinzukam. Die Vertreibung der Könige und die Errichtung der Republik blieb so nachhaltig im historisch unbewussten Gedächtnis Roms, dass Caesar, der Jahrhunderte später durch rege Gesetzestätigkeit die Macht auf seine Person konzentrierte, bei den Senatoren den Verdacht weckte, das Königtum anzustreben und folgend in der Verschwörung der Iden des März 44 v. Ch. von einer großen Gruppe Senatoren gemeinschaftlich ermordet wurde. Sie stießen ihm die Stili in den Körper, ihre spitzen kostbaren Schreibgeräte, auch Brutus, Caesars Ziehsohn, war zur Beteiligung an der Tat überredet worden, indem man ihn als Abkömmling des Lucius Iunius Brutus, der den verhassten etruskischen König Tarquinius Superbus aus dem frühen Rom verjagt hatte, in die Pflicht nahm. Schon sterbend auf dem Boden liegend sagte Caesar zu Marcus Iunius Brutus, der über ihm stand:  “Et tu, mi fili?” und Brutus Herz versteinerte, während er seinem Gewissen befahl ihn zu verlassen.                                                                                                         Atque ita tribus et viginti plagis confossus est uno modo ad primum ictum gemitu sine voce edito, etsi quidam tradiderunt eum Marco Bruto irruenti dixisse: “Et tu, mi fili?”                   

Rom dankte den Rettern der Republik nicht, sondern die kriegstüchtigen Nachfolger (Triumvirat: Marcus Antonius, der sich für den legitimen Erben Caesars hielt, bekam Cleopatra, Octavian, der Adoptivsohn das Geld und Marcus Aemilius Lepidus.) Caesars Günstlinge und Freunde erstellten Proskriptionslisten und begannen die Verschwörer sowie politische Gegner zu verfolgen und zu töten. Cicero, der als Verfechter der alten römischen Tugenden Gegner Caesars geworden war, sich aber nicht an der Verschwörung beteiligt hatte, wurde während der Verfolgung der CaesarMörder ebenfalls getötet. Antonius hielt vor dem stets klugen Volk, die berühmte Hetzrede gegen die Verschwörer, bei der er auch das blutige Gewand des unfreiwillig Verstorbenen zeigte. Als er dem Volk, dessen flüchtige Liebe Caesar mit kleinen Wohltaten gekauft hatte, jedem 300 Sesterze aus dessen Erbe versprach, damit vor Kenntnis des Testaments das Geld ausgab, das er dann nicht bekam, war die Republik verkauft und der Mob rannte los um all jene zu erschlagen, die ihm mit dem Mord an Caesar gerade 300 Sesterze zugespült hatten. (Wert des Sesterz: 1 = 1,1 Liter Wein bei Kauf von Kleinstmengen. Ein durchschnittlicher Sklave kostete 2000 Sesterze.)

Nach dem Tyrannenmord und den anschließenden blutigen Kämpfen um die Macht in Rom endete die Republik und Augustus, der sich während der ersten Gefechte bei Philippi noch als kränkelnder Schwächling zeigte, stieg in den dann folgenden politischen Ränken als Sieger hoch hinauf. Der unbedingte Wille zur Republik, der die verhassten Tarquinier verjagt und die Säulen der Größe Roms gebaut hatte, war gebrochen und mit der Machtkonzentration bei einer Person, nenne sie sich auch “primus inter pares” oder preußisch “erster Diener”, begannen die Herrscherkulte.  Caesar, deshalb war die Ahnung der Senatoren richtig, wollte die Republik beseitigen. Doch da hatten die wachsamen Senatoren noch die Kraft und den republikanischen Willen, ihn zu stoppen. Seine Anmaßung kostete ihn das Leben. Nachdem der dictator perpetuus beseitig worden war, hatte er die Grundlagen des römischen Staatswesens auf den Scheiterhaufen mitgenommen, weil sich die Rebellion der Senatoren gegen die Caesarianer nicht durchsetzen konnte. Als die blutigen politischen Säuberungen, die sich blitzschnell in den Straßen Roms ausbreiteten, losgingen, konnten sie nicht schnell genug in entlegene Provinzen des Reiches entkommen. Mit ihnen verließen die starken römischen Tugenden und der republikanische Geist die politische Bühne Roms.

Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, die führenden Verschwörer, setzten sich aus Italien ab und sammelten im Osten des Reiches Ihre Heere für die Kriege vorauf. In den großen Schlachten bei Philippi in Makedonien fiel die Entscheidung zugunsten der Caesarianer. Rom verlor hier 40.000 Legionäre. Während Octavian in diesen Kämpfen noch eine schlechte Figur abgab, zeigte er in den Kriegen um die Ausschaltung des Sextus Pompeius und des ehemaligen Verbündeten Antonius beachtliches Geschick.

Mit Caesars Adoptivsohn Oktavian (Augustus)begann die Epoche der römischen Kaiser und der schleichende Niedergang Roms. Die „kaiserlichen Schwuchteln“ nannten sich jetzt göttlich, ließen ihr „Pferd im Senat wiehern“ und waren auf pornographische Weise blutrünstig, vom Volk oder -etwas ähnlichem- in der Arena bejubelt. Sie griffen sich die Frauen ihrer Lieblingssenatoren und fickten sie bei den Gelagen zur Freude der Gatten. Ihre Launen machten sie unberechenbar und gefährlich für ihre nächste Umgebung.

Es entwickelte sich jene spätrömisch dekadente Spaßgesellschaft, die einem heutigen Politiker mit guten Geschichtskenntnissen als Vorbild für die Transformation seiner Partei in eine Spaßpartei diente.

Augustus war kein Krieger wie sein Adpotivvater, der fast das ganze Leben im Sattel saß und von Schlacht zu Schlacht ritt, während sein Geschick, Tod oder Leben, Erfolg oder Untergang oft am seidenen Faden hing. Unter hohem Risiko zum Sieg zu gelangen war seine Stärke und machte ihn größenwahnsinnig. Er hatte die größte Ausdehnung des römischen Reiches erkämpft aber mit der Beseitigung der Republik auch seinen schleichenden Untergang eingeleitet. Die Eroberung Germaniens, die noch auf dem römischen Handlungsprogramm stand, hat Augustus erst gar nicht begonnen, sondern begnügte sich mit dem, was ihm zu Füßen gelegt wurde. Den Frieden mit maskierter Geschicklichkeit sowie offener Gewalt zu erhalten, entsprach mehr seinem Temperament als der Krieg. Exeplum bonum, aber Exemplum malum für die Republick.

                                                                                                                                                                       Der Raub der Sabinerinnen

Das junge Rom war eine starke lokale Macht geworden, von den unmittelbaren Nachbarn mit Respekt und Argwohn beobachtet. Weil der Staat mehr Einwohner brauchte, eröffnete Romulus eine Freistätte, wo Verbannte, Heimatlose und Verfolgte gleich einwanderungswilligen Bürgern Zuflucht fanden. Die Lästerungen der Nachbarn, Rom sei eine Ansammlung von Schurken, Verbrechern und Gesindel machten die Runde. Aber Romulus hatte eine größere Sorge. Ohne reiche Nachkommenschaft, könnte der neue Staat nicht überleben und wäre schon nach einer Generation am Ende. Zunächst schickte er offizielle Gesandtschaften zu den Nachbarn und bat um Erlaubnis, sich durch Heirat mit ihnen zu vermischen. Doch der römische Vorstoß wurde belacht und zurückgewiesen, denn die Nachbarn wollten nicht die Gefährdung ihrer eigenen Staaten durch die Unterstützung des Neulings betreiben. Der Spott versetzte die römische Jugend in Wut und die römischen Absichten neigten sich von der Diplomatie zur Gewalt. Die Römer überspielten ihre Wut und ersannen einen hinterhältigen Plan, sich die Töchter der Sabiner zu holen. Sie bereiteten festliche Spiele zu Ehren Neptuns vor und scheuten keine Mühe, sie so prachtvoll auszustatten, dass die Nachbarn, die mit viel Spektakel dazu eingeladen wurden, nicht widerstehen und ihre Neugier nicht zügeln konnten, am Tage des Festes die Stadt auf den Hügeln zu besuchen und in Augenschein zu nehmen. Es kamen nach Liv. Caeninenser, Crustuminer, Antemnaten und viele Sabiner mit ihren Kindern und Frauen. Höflichkeit und Gastrecht geboten ihnen, die Waffen zu Hause zu lassen. Ein schwerer Fehler, wie sich bald zeigte. Auf ein vereinbartes Zeichen rannte die römische Jugend los, entriss die jungen Frauen den Familien der Gäste und brachte sie in die Häuser ihrer eigenen Klans. Die Spiele Neptuns endeten im Chaos und die beleidigten, empörten Eltern der geraubten Töchter flohen entsetzt unter bösen Beschuldigungen und Racheschwüren. Aber Romulus selbst ging herum und erklärte entschuldigend, dass dies nur geschehen sei, weil der Hochmut der Väter ihnen den Ehebund mit ihren Töchtern verwehrt hätte, dass ihre Töchter in Ehren geehelicht und mit ihren Kindern in alle Bürgerrechte der Stadtzugehörigkeit und Besitzansprüche eingesetzt würden. Sie möchten deshalb ihren Zorn wieder besänftigen.                                                                                             Bald nahmen die Geraubten ihre römischen Ehemänner an, versöhnten sich mit ihrem Schicksal und liebten ihre Kinder.                                                                                                  Die Sabiner und ihre Nachbarn rüsteten zum Krieg. Ihr Heer unter dem Sabiner König Titus Tatius erschien vor den Mauern Roms. Im Tal am Fuße des kapitolinischen Hügels trafen die Kontrahenten aufeinander und die Schlacht begann, als sich plötzlich die Ehefrauen der Römer, die geraubten Sabinerinnen, mit ihren Kindern zwischen die Kämpfenden drängten und sie aufforderten, die Waffen niederzulegen, damit nicht Schwiegerväter und Brüder gegen Schwiegersöhne kämpften und sich töteten. Längst sind wir in Familienbande verstrickt und miteinander verbunden. Tötet besser uns und unsere Kinder, die wir der Grund für diesen Krieg sind. Da brach der Kampf ab, Sabiner und Römer versöhnten sich und verschmolzen zu einem Volk, das von zwei Königen, Tatius und Romulus regiert wurde. Rom vergrößerte sein Gebiet und seine Macht und begann sich in Italien auszubreiten.

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diesseitsvonjenseits

diesseitsvonjenseits

am Dienstag, dem 24.3.15, einen Tag nachdem XY aus Madrid kommend in Frankfurt sicher gelandet war, fliegt Gwings von Düsseldorf nach Barcelona und nach kurzer Pause mit Verspätung wieder zurück.

Zum Boarding steht die CockpitTür offen und beide Piloten begrüßen entspannt die Reisenden bevor diese in den Rumpf des Flugzeugs einschwenken und ihre Plätze beziehen, darunter eine Gruppe munter fröhlicher Schüler. Der Copilot, der selbst noch nichts von dem Dämon ahnt, der ihn besetzen wird, betrachtet den Einzug mit freundlichem Lächeln. Später wird er sich daran nicht mehr erinnern und das Mienenspiel der Gesichter völlig vergessen haben. Das Wetter stellt einen leichten, stabilen Flug in Aussicht.                                                                                                                                                                             Das Flugzeug, ein gut 20 Jahre alter A 320 startet um 10:00 in Barcelona, überfliegt in einem Bogen das Dreieck des Mittelmeers zwischen Spanien und Frankreich, die Bucht von Girona über Montpellier, Marseille bis Toulon und  steuert nun Richtung Norden auf die französisschen Alpen zu. Die Besatzung eines Flugzeugs besteht aus zwei Piloten und 3-4 Personen -hier 4-, die den Dienst zwischen den Sitzreihen der Passagiere innehaben, allgemein eine «Crew» genannt. Die Piloten, Pilot und Copilot, steuern die Maschine auf der festgeschriebenen Route, dem Flugkorridor, der nach Flughöhen gestaffelt ist. Die Maschine nach Düsseldorf fliegt auf etwa 11 km Höhe. Die beiden Piloten haben ihre CheckListe abgearbeitet und der Kapitän, mit 6000 Flugstunden ein alter Hase, übergibt dem jungen Copiloten die Herrschaft, während er selbst für kurze Zeit die Kabine verlässt. Klack fällt die Kabinentür ins Schloss und der «Hexenmeister» ist ausgesperrt. Klick macht es im Gehirn des Copiloten. In sekundenschnelle rauschen alle Fakten durch seinen Kopf. Er sitzt in einem Tresor mit allen Instrumenten und Schaltern als alleiniger Inhaber der Macht über das gesamte Flugzeug mit 149 Menschen jeden Alters. Sein Herz gefriert zu Eis als er spürt wie das Gefühl der Macht über der anderen Ohnmacht sich wie eine Droge in ihm ausbreitet, sich all seiner Sinne bemächtigt und ihn überwältigt. Herr über Leben und Tod! Er verriegelt die Tür. Es ist ein schöner Tag, kaum eine Wolke am Himmel und die Sonne in Ost hat noch nicht den Zenit erreicht. Vor ihm das mächtige französische Alpenmassiv. Das Meer hatte noch wunderschön glitzernd unter ihnen gelegen. Oft hatte er seine schräge, abseitige Vision im Kopf schon durchgesponnen, im Cockpit sowie in seiner Freizeit, aber nie war er an dem Punkt, sie wirklich durchzuführen, obwohl es immer wieder Gelegenheiten gegeben hatte, bei denen er für kurze Zeit allein in dieser Schaltzentrale saß. Nie hatte sich in seinem  Kopf die Idee durchgesetzt, die Panzertür zu verriegeln, sondern er hatte mit bravem Anstand auf das Klingeln reagiert und wieder geöffnet. Immer hatte es Dinge gegeben, die ihn störten, das schlechte Wetter, das schöne Wetter, eine angenehme Unterhaltung im Cockpit, die er fortsetzen wollte, die Sympathie für eine Flugbegleiterin, kleine Dinge, die seine bizarre Vision von einer unvorstellbaren, alles erschütternden Tat von ihm fernhielten und ihn davor bewahrten, die Grenze zum Irrsinn zu überschreiten; eine mächtige Hemmung gar hielt ihn zurück, wenn er an die Menschen hinten im Flugzeug dachte. Heute gab es diese nicht. Diesmal hatte es eingerastet. Der Zufall verführte ihn mit so idealen Bedingungen, dass er erlag.                                                         Er lehnt sich entspannt zurück, ist ganz ruhig als er durchspielt, was jetzt zu tun sei, während  das Flugzeug der Landschaft entgegensteuert, die er seit Kindheit kennt.  Der Rausch hat sich seiner bemächtigt, er ist in die Trance der Allmacht getreten, die ihm erlaubt sich über alle Regeln hinwegzusetzen. Er spürt, dass er verrückt geworden ist. Noch eh er sich selbst Rechenschaft darüber gibt, hat er den Drehknopf des Höhenreglers auf 2000 m heruntergedreht, da er geradewegs in die heranrückendenden Berge rast. Das Klopfen an der Tür stört ihn nicht, auch nicht als es stärker wird und man versucht die Tür mit Axtschlägen aufzubrechen. Er vergewissert sich, dass die Verriegelung eingeschaltet ist. Die Panzerung ist gut, der Kommandoraum bleibt unzugänglich, wenn er es will und draußen verzweifeln sie. Ständig kommen jetzt lästige Funkrufe, die er beantworten sollte. Das unterläßt er, schaltet den Funk aber nicht ab, als die dort nervös werden. Eigentlich hat er mit seinem Leben nicht abgeschlossen und Pläne mit schicken Autos, Sport, Konzertbesuchen, Wanderungen durch die Alpen, den Jakobusweg nach Santiago de Compostella gehen, doch das Eis in ihm schmilzt nicht mehr. Er ist bereits hinübergetreten. Zwei Minuten seines Rausches bleiben ihm noch. Die Berge da unten sind ihm vertraut, seit er dort mit den Eltern urlaubte, die Sportflieger waren und während mehrerer Jahre mit ihm hierher reisten, um über dieser Landschaft zu fliegen. Damals flog er noch nicht selbst. Die Idee, das Flugzeug noch in letzter Sekunde hochzuziehen, was gelänge, wenn es sehr steil stiege, zerfällt ihm wie ein elektronisches Bild. Im Cockpit beginnt ein Konzert der Warnsignale, er hört wilde Schläge gegen die Tür krachen und endlich das verzweifelte Schreien der Opfer, die er hinters Licht geführt hat, ahnungslos, wem sie sich ausgeliefert haben, hatte zu Beginn des Fluges nicht einmal er gewusst, dass er heute noch vor Mittag das Opfer seiner selbst werde. Sein Name wird unsterblich sein. Hier sei er nicht genannt. Nach dem Horizont kann man schon greifen, als die CockpitTür doch noch aufspringt aber die Sonne schon schwarz wird und die Schreie an den Felsen zerschellen. Totenstille zieht in die Einsamkeit der Berge, Trümmerteile rutschen über die Felsen herab.

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Die Schlange Ebola

Die Schlange Ebola windet sich unaufhaltsam, heimtückisch mordend  durch die Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia, wo sie auf unsichtbaren Wegen ihre Opfer findet und sich erst zeigt, wenn bei den tödlich Infizierten die Krankheit ausbricht.

Im Nachbarland Senegal hat sie sich bereits als dunkle Bedrohung eingenistet. Niemand kann vorhersagen, wo sie erscheint.

Am 10. Juni reiste ein junger Mann von 23 Jahren aus Dien-dien in Guinea in öffentlichen Transitverkehrsmitteln über 850 Kilometer Landstraßen nach Colobane in Senegal, wo er am 11. Juni  mit  40° Fieber, blutigem Erbrechen, blutigem Stuhlgang EbolaSymtome offenbarte, mit denen er ins Gesundheitszentrum der Stadt eingestellt, unter Anwendung der in einem  solchen Fall gebotenen Präventionen isoliert, untersucht und zum Entsetzen des Patienten selbst, der sich dadurch erst recht ausgestoßen und todgeweiht fühlte, von Medizinern in speziellen Schutzanzügen wie Außerirdische aussehend, behandelt wurde. Das Haus, in dem er wohnte als das Fieber ausbrach, sowie alle Räume, die er betreten hatte, wurden desinfiziert, eine Blutprobe entnommen und nach Dakar ins Institut Pasteur geschickt, wo die Untersuchung bis zum 12. Juni abends einen negativen Befund ergab. Entwarnung also. Kein Fall von Ebola in Senegal. „Wir sind noch einmal davongekommen“. Kaum auszudenken, welche Maßnahmen hätten stattfinden müssen, wenn der Befund auf EbolaVirus gelautet hätte.                                                                                                              Der klinische Verlauf der mysteriösen  Krankheit  des jungen Mannes entwickle sich stabil, womit die Ärzte im Moment zufrieden seien, der Patient befände sich nicht in Lebensgefahr,  hieß es in Verlautbarungen des behandelnden Personals.                                  Wenn er nun kein EbolaVirus hat, fragen wir Neugierige uns, welche unheimliche Krankheit ihn denn befallen haben könnte, die zu solchen Symptomen führte. Noch gab es zu einer diesbezüglichen Diagnose keine offiziellen Stellungnahmen, aber die epidemiologische Überwachung löste Alarm aus, der nochmals die Aufrufe in Medien und Schulen zu größter Wachsamkeit, zu persönlicher und kollektiver Hygiene wiederholte und verstärkte.                                                                                                                                  Dieser Fall demonstriert die ganze Tragödie bei der Bekämpfung des Virus. Die Unterbrechung der Infektionsketten in den verschiedenen Orten erscheint wegen der langen Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen aussichtslos.                                                           Wie soll man die Inkubanten, diese schnellen oder langsamen Brüter herausfischen, die das tödliche Virus schon in sich haben, ohne dass nach 2 bis 20  Tagen schon erkennbare Symptome der Krankheit aufgetreten wären, die sie tagelang bis zum ihrem finalen Ausbruch unkontrollierbar verbreiten können. Die bereits todgeweihten Inkubanten sind der Kopf der Schlage Ebola und zugleich ihr Opfer. Mit jeder Infektion wird ein neues „ Monster“  geboren, das in diesem Moment zugleich zum Opfer bestimmt ist.

Es heißt, dass die Weitergabe des Virus erst dann erfolgen kann, wenn sich bei Infizierten erste leichte Syptome zeigen. Ist das sicher oder eher Hoffnung als Wissen. Wie sehen diese Symptome aus: eine leichte Müdigkeit, eine unscheinbare kleine Grippe etwa, diffuses Unwohlsein, vielleicht ein paar Tage lang anhaltend, in denen das Virus weitergegeben wird, weil noch niemand die unscheinbaren Vorboten einer tödlichen Erkrankung wahrnimmt außer dem Betroffenen selbst, der sie aber falsch deutet, weil er ihre Ursache noch nicht kennt.                                                                                                      Mit Leichtigkeit hat Ebola den Sprung nach Nigeria geschafft. Es hat einfach einen Flug gebucht.

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Himmel und Erde

 

                                            (Nigeria am 25.06.2014)

In Borno drückt der Himmel auf die Erde. Während einer Serie von Angriffen, die fast 4  Tage dauerten,  hat Boko Haram im Nordosten Nigerias,  Provinz Borno, mehr als 30 Menschen getötet und mehr als 60 Frauen und Mädchen entführt.                                                                                                                                                                    Dies ereignete sich während der letzten Woche in dem Dorf Kummabza nahe Damboa.

Das Hauptquartier der nationalen Verteidigung hat mitgeteilt, dass es zahlreiche Berichte dazu überprüft. Der Armeesprecher Chris Olukolade konnte nicht erreicht werden-.

Nach Angaben eines Zuständigen aus Damboa, der gebeten hat anonym zu bleiben, wurden mehr als 60 Frauen und Mädchen gewaltsam entführt. Modu Mustafa, Mitglied des lokalen Rates, hat die Berichte über die Morde und  Entführungen weder bestätig noch zurückgewiesen.

Aji Khalil, Chef einer lokalen Miliz, hat seinerseits zugegeben, dass mehr als 60 Frauen durch Boko Haram verschleppt wurden.                           

Ein Mann, der sich in die Provinzhauptstadt Maiduguri retten konnte und anonym bleiben will, sprach von über 30 Getöteten in Kummabza, dem Dorf, dessen Bewohner sich nach Erzählung desselben Mannes drei Tage lang alle als Geiseln in den Händen der Angreifer befanden.

Sonntag 29.06.2014 in der Region Chibok                                                      Jüngster Angriff der Boko Haram erfolgte am Sonntag, 29.06.2014, in der Region um Chibok und kostete mehr als 50 Menschen das Leben.

Kano, Provinz Borno: Nach Auskunft eines Beamten, der anonym bleiben will, gab es 54 Tote durch Angriffe in 4 Dörfern rund um Chibok, wo am 14 April 276 Schülerinnen entführt worden waren, von denen einige entkommen konnten, während es keine Nachrichten von weiterhin verschwundenen 219 gibt.

Laut Zeugen kamen die Angreifer am Sonntag auf Motorrädern und warfen während des Gottesdienstes Bomben in die besetzten Kirchen der Dörfer Kwada, Ngurojina, Karagau und Kautikari. Ein Beamter in Chibok, der ebenfalls anonym bleiben will, sagte, dass Bewohner 47 Leichen im Busch gefunden hätten, die Nachforschungen seien nicht abgeschlossen und die Bilanz offen.

Mike Omeri, Sprecher der (Bundesregierung) bestätigtete, dass eine Reihe Menschen getötet wurde, aber der offizielle Bericht der lokalen Behörden noch nicht vorliege.

Auf Vorwürfe, dass die Armee trotz Hilferufen nicht anwesend war, erklärte er, er habe sichere Informationen, dass Bodentruppen und Luftwaffe am Tatort waren, aber etwas zu spät ankamen.

Der anonyme Beamte aus Chibok äußerte, dass die Armee nicht einmal versucht habe, die Orte des Geschehens zu erreichen. Die Behauptung, sie wäre dort gewesen, sei eine Lüge.

In der Provinz Borno hat die islamistische Erhebung vor 5 Jahren begonnen und seitdem

sind dort mehr als 2500 Menschen umgekommen. Die Dörfer, die Ziel der Angriffe vom Sonntag waren, liegen alle im Radius von 10 Kilometern um Chibok.

Der Terror zielt ins Herz Nigerias.

Berichte vom 27. Und 28. Juni 2014, Attaque am 26.06.2014

Der Terror ist dabei die abgelegene Region Bornos zu überwinden und zieht in die Städte. Längst entsteht eine weitere Front im Zentrum Nigerias, der Hauptstadt Abuja, wo er empfindlicher wahrgenommen wird.                                                                                         Mitten in der nigerianischen Hauptstadt Abuja explodierte eine Bombe und tötete 21 Personen. Das Ereignis stellte wieder einmal die Frage nach der begrenzten Fähigkeit der Behörden gegen bewaffnete Islamisten der Boko Haram anzukommen.                          Dutzende Militärs und Polizisten hatten die Gegend um den Tatort in der Haupteinkaufsstraße großräumig abgeriegelt. Die Händler konnten nicht mehr zu ihren Läden.                                                                                                                                                   Die Bombe war in der Nähe eines Eingangs zum EMAB-Plaza Einkaufszentrums, in die Luft gegangen, einer der beliebtesten Straßen im zentralen Stadtteil von Abuja, nahe dem Regierungssitz. Es gab außerdem 17 Verletzte, darunter Taxifahrer und Straßenhändler, die dort parken.                                                                                                                                    Es war der 3te Angriff in 3 Monaten, diesmal im Zentrum, wo sich größere Hotels, Büros ausländischer Firmen befinden und die Gegend seit dem Angriff auf das UN-Hauptquartier 2011 verstärkt bewacht wird. Angst und Panik wächst unter den Händlern und den Bewohnern der Umgebung.                                                                                                            Nach Nnamdi Obasi, verantwortlich  für die Sicherheit ausländischer Firmen und nigerianischer Spezialist des Krisenstabs,  zeigt das Ereignis in dieser beliebten Gegend, dass die ganze Umgebung gefährdet ist. Boko Haram hatte sich noch nicht zu diesem Anschlag bekannt, wird aber verdächtigt.

Die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen im April hatte internationale Empörung ausgelöst.                                                                                                                         Anschließend hatten im Abstand von nur 15 Tagen im April und Mai 2 Anschläge an der Bushaltestelle Nyanya stattgefunden, die nicht sehr weit vom jetzigen Anschlagsort entfernt liegt. Die Behörden hatten danach versprochen, für mehr Sicherheit in den gefährdeten Vierteln zu sorgen.

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Ebola erstmals in Westafrika

La fièvre Ebola fait 104 décès sur 164 cas recensés en Guinée

Vor mehr als 5 Monaten brach Ebola in Guinea aus. Es waren die ersten Infektionen in Westafrika. Weitere Fälle wurden in Liberia und Sierra Leone registriert. Übertragungen erfolgen durch Körperkontakt mit lebenden und toten Infizierten.  Die Inkubationszeit variiert zwischen 2 und 21 Tagen. Der Erregertyp ist der ZEBOV. Seitdem wurden in Guinea 499 Kontakte mit dem Virus registriert:  91 in Télimélé, 279 in Guéckedou, 129 in Macenta.

Von 164 registrierten Infizierten im ganzen Land starben bisher 104. (laut Gesundheitsministeriums). Das sind 63,4%.

In der Zeit vom 16 bis 26 Mai 2014 gab es 13 Neuinfektionen. 5 davon in Macenta, 3 in Guéckedou (Waldgebiet),  1 in Télimélé, 1 in Conakry, 3 in Boffa. Damit hat sich das Virus weiter ausgebreitet und ist in die Küstenregion übergesprungen. (Boffa, Conakry)

Allerdings stehen neben diesen 13 noch 3 weitere Verdachtfälle unter Qurantäne. 10 davon in Guéckedou , 3 in Télimélé und   3 in Boffa. Laut der Abteilung für Prävention konnte die Übertragungskette zu den Neuinfizierten rekonstruiert werden.

Die Nachbarländer haben die Grenzen schon vor Monaten dicht gemacht.

Ebola zeigte sich 1976 zum ersten Mal in Zaire, das heute Demokratische Republik Kongo heißt. Bis 2012 lag das Kerngebiet für Ebola in Zentralafrika.

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Im Revier der Guadalquivir

 

 

Ein Kuss muss sitzen.

Ämter – Finanzen – GeldLäden.

In einer Hand ein Brief von einem F…amt,

in einer Hand etwas zum Lesen:

Irgendein deutscher Geldladen hat bei der Manipulation des Libor (Zinssatz für den Geldhandel unter Banken)                                                                                                       mitgespielt und damit allein 2008 runde 80.000.000€ verdient.   Zu Untersuchungen der BaFin in diesem Geldladen heißt es.

„Sie (das sind irgendwelche Typen in diesem Laden) können sich damit trösten, dass offenbar auch in der Bundesregierung die Sorge um das letzte deutsche Geldhaus (gemeint ist der Geldladen) von Weltrang mittlerweile größer ist als der Wunsch, das Management für die Sünden der Vergangenheit zur Rechenschaft zu ziehen. In Berliner Kreisen heißt es, das Finanzministerium wolle die Finanzaufsicht BaFin bremsen, damit die in der LiborAffäre nicht allzu streng mit demVorstand umspringe.“

 Nach ein-zwei weiteren schrägen Histörchen um 1.000.000.000 heißt es dann.                   „Zuletzt stiegen vor allem die Vorstandsgehälter. – Aus einem institutionellen Investor bricht es förmlich heraus, wenn man ihn fragt wie seine Bilanz nach 2 Jahren  X…/Y… (hier stehen 2 unleserliche Namen) ist: -Die Kochefs verdienen (verdienen die oder greifen die in die Kasse)zusammen mehr als VW-Chef Martin Winterkorn- echauffiert sich der Geldmanager. Der aber liefere 10.000.000.000€ Gewinn ab, während die Deutsche Bank ihre Ziele verfehle. Wir sind vor allem deshalb kein Aktionär der Deutschen Bank mehr“

Sie wollen von mir 10€ für eine Sache, die mit 189,47€ längst erledigt ist. Der Verwaltungsaufwand beläuft sich auf ein Vielfaches. Sie bekommen Ihre Zeit bezahlt, aber ich bezahle mit meiner Lebenszeit.                    Die paar Monate, die ich diesen „blöden Marokkaner“, der auch noch Deutscher werden will –er kann meinen Pass haben und den er hat behalten, beschäftigte, haben mir augenöffnende Einsichten in  hirnverdrehte gesellschaftliche deutsche Zusammenhänge beschert. Da bekommen Leute für einen Monat Arbeit sowenig Geld, dass sie davon kaum leben können und Miete bezahlen. Davon wird dann noch ein unglaublicher Prozentsatz für andere abgezogen.                                                                     Ich sehe das moralisch.                                                                                                                Ich habe diesen Abzügen, wo nichts mehr abzuziehen ist, ein Ende gemacht. Ich lasse mich nicht in die Knechtung von Mitbürgern durch ein willfähriges, selbstsüchtiges, neofeudales System einspannen. Was gibt es an China zu bemäkeln, das wir hier nicht längst hätten. Am Ende stünde ich noch vor dem Gerichtshof in DenHaag wegen  Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Unter welchen demokratischen Hut sollen die schmuddeligen Vorgänge aus zwei Welten in einem Land passen. Ich kann es Ihnen sagen, unter gar keinen. Am Ende steht noch Gefängnis für eine konstruierte Verfehlung von null€ auf der einen Seite und ein Bonus von 3,6 Millionen für die Leistung einer MilliardenVergeigung auf der anderen.

Demokratie ist ein schwaches Leuchten aus einer fernen galaktischen Zeit als noch 2 Sonnen den Planeten beleuchteten, auf dem es niemals Nacht wurde, man am Tage schlief, am Tage arbeitete.  Jetzt und hier herrscht ein Feudalsystem mit allen bekannten Repressionsformen unter Einspannung der Bevölkerung in ihre eigene Unterdrückung.

Aldi hat mehr für den sozialen Ausgleich getan als die Regierungen der letzten 30 Jahre.        Aldi ist die überzeugendste politische Kraft im Lande, eine Superpartei, die man nicht wählen darf.

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Aufgespürt und abgeführt

 

nsa-terroristin, als drogistin getarnt, erwischt.

    im mai in mStadt


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Wie kommt man nach Hermeskeil, (Teil 1)

Wie kommt man nach Hermeskeil?  Gar nicht. Wer wollte schon nach Hermeskeil?

Ansonsten mit demFlugzeug. Man fliegt preiswert nach Hahn, steigt aus und geht noch ein paar Schritte durch ein Waldgebiet, passiert unerwartete Dörfer, läuft über Felder, begegnet Hirsch und Wildschwein, dem Luchs und dem Wolf, man grüßt Fuchs und Hase, das Reh. Dann ist man da und enttäuscht.

Die Mythe erzählt, dass Hermes, der Götterbote von seinem Chef zu den keltischen Treverern geschickt wurde um ihnen zu befehlen, sich den Römern zu unterwerfen.

Hier muss die Mythe zugunsten des Geschichtsberichtes unterbrochen werden, der zu ihrem Verständnis nötig ist.                                                                                                                                                                                                                Das keltische und damit auch gallische Volk der Treverer lebte linksrheinisch im Gebiet des Hunsrück und der Eifel. Wohlwollend  waren die Verbindungen zu den keltischen Eburonen, mit den Doppelkönigen  Ambiorix und Catuvolcus, die Gebiete der Eifel , die Ardennen und Belgien bewohnten. Zu den Germanen auf der anderen Seite des Rheins, pflegten sie vertrauliche Beziehungen. Sie erhoben sogar –nach Tacitus- ehrgeizig Anspruch darauf, germanischer Herkunft zu sein um sich von den „ gemütlichen“ Galliern zu unterscheiden. Sie fühlten sich gerade noch den Bewohnern eines entlegenen gallischen Dorfes in der Bretagne verbunden, die sich um den Krieger Asterix versammelten und von den Römern bis heute nicht unterworfen werden konnten. Die Treverer lebten zur Zeit des Gallischen Krieges wie die Eburonen unter konkurrierender Doppelherrschaft der Fürsten Cingetorix, eines GallicoTreverers aus Weichholz, der sich im gallischen Krieg gerne auf die Seite Caesars stellte, und Indutiomarus, eines aus Stein gemeißelten GermanicoTreverers, freiheitsliebend und kriegerischer Gesinnung, Schwiegervater des anderen, aber die römischen Wichtigmänner hassend. Er dachte nicht daran, sich Rom zu unterwerfen. Der große Caesar, der mit 4 Legionen und 800 Reitern in das Gebiet der Treverer gezogen war, ging das Problem politisch an und machte Cingetorix zum 1-ten Fürsten der Treverer, eine Kränkung für den anderen, der sich im Winter 54-53 vor Christ auf den Weg machte, um den Widerstand gegen Rom anzufachen.  -Was heißt schon Winter. Bis vor kurzem war in dieser Gegend immer Winter.-    Gesattelte Jahre verlangte das Land.  Rom hatte Respekt vor den treverensischen ReiterKriegern. Indutiomarus schaffte es Ambiorix und Catuvolcus, denen die Aktivitäten Caesars auch nicht gefielen, für einen Aufstand gegen die Römer zu gewinnen: Eburonen unter Ambiorix erschlugen 15 römische Kohorten (1,5 Legionen oder etwa 10.000 Legionäre) in Atuatuca -ardennisches Gebiet zwischen Rhein und Maas – heutig Eschweiler, Caesars größte Niederlage im BelloGallico. Es war im Grunde die Modellschlacht für den Teutoburger Wald, wo 9 nach Christ die römischen Ambitionen auf Germanien in den sumpfigen Böden, Regen und Nebel durchtränkter germanischer Urwälder für immer versanken.

So ein Ereignis beflügelt den Mut auf der einen, die Neuordnung des Kampfgeistes auf der anderen Seite. Weitere Krieger, gallische sowie germanische, schlossen sich Indutiomarus an. Berittene Delegationen kreuzten zwischen den Stämmen der Allianz. Die Macht konzentrierte sich wieder bei ihm. Den Schwiegersohn Cingetorix  erklärte er zum Feind des eigenen Stammes,  beschlagnahmte seine Güter und seine Kunstsammlung und begann das Winterlagers Titus Labienus, wohin sich Cingetorix  gerettet hatte, zu umzingeln. Eburonen und andere Stämme griffen das Winterlager Quintus Tullius Cicero, an, welcher der jüngere Bruder des römisch berühmten Schriftstellers Marcus Tullius Cicero war. Caesar besiegte die eburonischen Belagerer, worauf Indutiomarus erst mal die Belagerung des Labienus abbrach, weitere Unterstützung sammelte, dann den „Landtag“ anordnete, was die Eröffnung eines Krieges bedeutete und zum Angriff  auf Labienus Lager zurückkehrte, erlebte aber ein Desaster und seinen Tod entweder durch römische Leginäre oder treverensische Söldner aus dem Umfeld des Cingetorix. Vermutlich hatten terverensische und gallische ReiterSöldner, die Labienus mit Hilfe Cingetorix gekauft hatte, die Schlacht entschieden, indem sie zu einem kritischen Zeitpunkt den Ausfall aus dem Lager wagten . Es war das Jahre 53 vor Christ. Wir beobachten die römische Kampftaktik, die gezielt darauf aus war, Führer der Gegner zu töten, um den Kampf zu beenden. So wurde der Widerstand der Eburonen und jetzt der Treverer gebrochen. Es ist die Lehre aus den Schlachten Alexanders gegen Darius.                                                                                          

Fälschung. Es gibt keine Fotos der Burg von Indutiomarus


                                                                                                                        Dieses Foto ist eine der billigen Fälschungen.                                                                                                                                                   Ich kenne diesen Ort. Er sieht nicht so. Es gibt dort keine einzige Fichte. Der Baumbestand besteht aus 2000 Jahre alten Baumarten, die heute nicht mehr sind, härter als jede Eiche und schwer wie Eisen, dass sich unter ihrer Last die Erde biegt. Alle sind über 100m bis 200m hoch. Deswegen kann man einen Blick wie hier niemals erlangen. Dazu müsste man einen der höchsten Bäume besteigen, was man nicht tun sollte, weil in ihnen die alten keltischen Götter wohnen, die jeden vernichten, der das wagt. Außerdem steigen über den uralten Wäldern unablässig undurchdringliche Nebel auf, die jede Orientierung verhindern.                                               

In den Wäldern von Otzenhausen, nahe Hermeskeil, liegt noch heute der 2,5 km lange Ringwall aus schweren Steinen, der die Ringmauer einer keltischen Fliehburg bildete. Die HolzBalkenKonstruktion, mit deren Hilfe die Steine zu einer senkrechten Mauer aufgeschichtet waren, ist natürlich zusammengebrochen, aber der Steinwall umringt nach 2100 Jahren immer noch das komplette Burgplateau, versteckt in den undurchdringlichen Urwäldern des Hunsrück, in denen sich schon mancher verirrt hat und nicht mehr zurückkehrte. Wer den Wall besichtigen will, muss sich des Geheimwissens eines Einheimischen bedienen um hin und zurück zu finden. Von diesem Wall existieren keine Fotos. Wer dort ein Foto macht, kehrt nicht mehr zurück. Es kursieren angebliche Fotos der Burg, aber sie sind allesamt Fälschungen. Die mächtigen keltischen Götter und der Geist des Indutiomarus hüten das Geheimnis um diese Burg. Sie soll Indutiomarus Burg gewesen sein, da sie nach der Niederlage gegen Titus Labienus verlassen wurde. Dessen damaliges Lager wird nur einige Kilometer entfernt auf den Feldern von Hermeskeil vermutet. Der Fund dieses großen römischen Militärlagers ist neuen Datums (2010-11), es ist das älteste in Deutschland, noch vor dem Petrisberg bei Trier entstanden, aus der Zeit des gallischen Krieges. Es soll das Lager des Titus Labienus gewesen sein, von dem aus der Widerstand der Treverer zunächst gebrochen wurde. Nach der Niederlage und Tötung des Indutiomarus hatten die Römer eine Weile Ruhe vor den Treverern. Das Lager Petrisberg entstand 30 vor Christ, als  erneut Widerstand aufflammte.  Als Indutiomarus gefallen war, kehrte Cingetorix als römischer Günstling wieder in seine Rolle als erster TrevererFürst zurück, erscheint aber nicht mehr in Quellen und Funden. Hoffenlich wurde er vergiftet.

Zurück zur Mythe. Da kam also dieser Hermes alias Mecurius im Autrag seines Chefs, des Zeus, alias Jupiter Optimus Maximus, um den Treverern zu befehlen sich Rom zu unterwerfen. Bei Cingetorix fand er Gehör. Der sagte ja und handelte danach. Er kam zu Indutiomarus. Der sagte auch ja, dachte aber: was will dieses Factotum (Mädchen für alles in gehobener Vertrauensstellung) von einem griechisch-römischen Gott, der über mich keine Macht hat. Ich habe meine eigenen Götter und die heißen: Rosmerta, Ancamna, Intarabus, Inciona, Veraudunus, Ritona, Xulsigiae, handelte also wie die Geschichte beschreibt. Als Zeus alias Jupiter das mitbekam, wurde er wütend. Man muss wissen, dass er bereits nervös war, weil eine Prophezeiung Heras, die ihn abgrundtief hasste, sagte, dass er schon bald durch einen einzig wahren christlichen Gott für alle Zeit entmachtet werde. Er kramte also in seinem Lager alter Steinkeile aus vorolympischer Zeit, griff nach dem gröbsten, den erfand –das war der des Titanen Cronos, des Kinderfressers- und schleuderte ihn nach Hermes, der immer noch bei den Treverern weilte um deren Gehorsam zu überwachen. Er, mit göttlichen Gaben ausgestattet, sah das ungeheure Trumm kommen und wich aus, dass es zwischen Otzenhausen und Hermeskeil niederging.                                                                                                                                                                                                                              Die Mythe berichtet, dass es mit einem nie gesehenen, gewaltigen Blitz in die Erde einschlug und das gesamte Gebiet der Treverer tagelang in eine dichte Staubwolke hüllte, bis ein eisiger Ostwind von Russland her die Wolke über Gallien Richtung Atlantik trieb. Asterix, der den wahnsinnigen Blitz bemerkt hatte, stand noch lange da und schnupperte in die vorüberziehende Wolke, die metallisch roch. Hermes schaltete sich wieder und wieder in die Geschicke der Treverer und angrenzenden Germanen ein, bis sein Chef sich nicht mehr dafür interessierte.                                                                                                    Die Mythe verbreitete sich im Handumdrehen, ausgehend von den Römern  wurde sie weitergegeben an die romfreundlichen Treverer und alle Stämme des treverensischen Gebietes sowie die benachbarten germanischen Horden. Es war in der Zeit als Indutiomarus noch lebte. Er traute den römischen Mythen noch weniger als den eigenen und ließ den Stein von einem Team treverensischer Physiker untersuchen, das er, wie Vertreter anderer WissenschaftsZweige auch, in seiner Burg zu Otzenhausen beherbergte. Seine Physiker stellten fest, dass es sich um die Reste eines größeren Meteoriten handelte, der aus Silikatmaterialien und EisenNickel Legierungen bestand. Damit war für ihn der mythische Ursprung widerlegt und der Aufschlag bedurfte keiner Deutung als Ohmen für den bevorstehenden Krieg. Die Mythe um den Stein hielt sich trotzdem bis heute. Irgendwie hat sie den Namen Hermeskeil zustande gebracht.


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