WiederkehrderDDR?

                                                W i e d e r k e h r  d e r   D D R  ?

Wenn der Kuckuck ruft, soll man sogleich die Eier zählen.

Eisig klirrt „Enteignung“ in der Sommerhitze. Ein Gesetz zur Enteignung von Kunstwerken, in aller Heimlichkeit fabriziert und als Kulturschutzgesetz verkauft, ist dem Kulturstaatsministerium entfleucht, bevor es ebenfalls „heimlich in Kraft treten“ konnte. Es sieht vor, dass „besonders bedeutende Kunstwerke“ („was sollen das bloß für Dinger sein“) das Land nicht mehr verlassen dürfen. Sie würden per Gesetz nationalisiert indem sie in eine Liste eingetragen werden und dürften nur noch mit Genehmigung das Land verlassen. Im Weiteren bedeutet es auch, dass nunmehr jedes Kunstwerk unter Verdacht gerät und in langwierigem Verwaltungsprozess das Recht erwerben muss, das Land verlassen zu dürfen. In der Konsequenz führte es dazu, dass man vorab bestrebt wäre, alle Werke zu erfassen, wozu man in die Ateliers und privaten Sammlungen eindringen müsste, was ja bereits in diesem Gesetz stand, -wie wir erfahren durften.                                                    (Diese Ausfuhrgenehmigungspflicht eröffne dem Staat lediglich die Möglichkeit, zu prüfen, ob es sich bei einem Werk um “nationales Kulturgut” handelt. Diese Prüfung werde nicht willkürlich vorgenommen, sondern unter Hinzuziehung von Experten und Gutachten. Und Maler und Sammler könnten den Rechtsweg beschreiten, wenn sie mit einer Einstufung nicht einverstanden sind.)  „Könnten den Rechtsweg beschreiten“. Was für eine Aussicht für Eigentümer, was für eine Zumutung, um die Freigabe ihres Eigentums streiten zu dürfen und was das kosten wird. Ein Volltreffer, wenn die Prozesskosten den Wert des Gegenstandes übersteigen. Das Gesetz ist ein grandioser Eingriff in die Freiheit und Eigentumsrechte der Bürger. Es ist die Rückkehr der DDR.                                                                           Wir aber brauchen die Rückkehr der Freiheit und faire Verteilung des Geldes, um der „Kinderarmut“ zu begegnen, die es nicht gibt. Ein politischer Witzbold hat sich diesen hanebüchenen Spruch ausgedacht. Es gibt keine „Kinderarmut“. „Kinderarmut“ ist Elternarmut.

Entschlossener Widerstand kommt von den Künstlern, die frühzeitig aus der DDR geflohen sind.  Bei diesen ist die politische Wachsamkeit intakt und ihre Stellungnahme unmissverständlich. Baselitz fährt die schärfste Attacke, indem er sofort seine Bilder aus den Museen holt.

Georg Baselitz, geb. 1938 in Großbaselitz Sachsen, DDR,  eigentlicher Name: Hans-Georg Kern. 1956 Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Ostberlin, wegen „gesellschaftlicher Unreife“ von dort verwiesen. 1958 Umsiedlung nach Westberlin und Fortsetzung des Studiums an der Hochschule der bildenden Künste iWest bei Hann Trier. 1963 Skandal um ein Bild mit folgender Beschlagnahmung. Der Künstler holt gerade seine Bilder aus den Museen ab. Ebenso will die Enkelin des Malers Max Beckmann (1884 – 1950) mit den Werken ihres Großvaters verfahren.

Gerhard Richter, geb. 1938 in Dresden, DDR. 1950 wurde sein Aufnahmeantrag für die Hochschule der bildenden Künste in Dresden abgelehnt. 1951 konnte er sein Studium an der dortigen Kunstakademie antreten. Ende Feb. 1961 floh Richter über Westberlin nach Westdeutschland, ließ seine Bilder in der DDR zurück. Zum Teil hatte er sie verbrannt. Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe.

Günther Uecker, geb. 1930 in Wendorf, Pommern,  DDR, aufgewachsen auf der Halbinsel Wustrow, studierte 1949 – 53 Malerei in Wismar. 1953, nach dem Aufstand des 17. Juni, verließ er die DDR und siedelte nach Westberlin über. 1955 ging er nach Westdeutschland, wo er im Lager Sandbostel wochenlang verhört wurde. Von 1955 – 57 studierte er bei Otto Pankok an der Akademie in Düsseldorf.  Das künstlerische Werk ist für mich Ausdruck, um nationale Grenzen zu überwinden und kulturelle Annäherung voranzutreiben. Das war und ist mein Bestreben als Künstler: die Überwindung von nationalen Begrenzungen. Der inhaltliche Impuls schöpft sich aus dem künstlerischen Willen, das nationalistische Erbe des vergangenen Jahrhunderts zu überwinden. Die Werke von mir, die sich als Leihgaben in Museen befinden, müssen möglicherweise vor Inkrafttreten des Gesetzes abgezogen werden, da sie vor über 50 Jahren entstanden sind. Die Regulierungswut, Kulturgut unter staatliche Kontrolle zu bringen, führt jedoch hoffentlich zu einem sich steigernden Intelligenz- und Protestpotenzial in der Bevölkerung. Künstler und Kulturvermittler werden Strategien entwickeln, dem Gesetz entgegenzuwirken. Auch Günther Uecker erwägt nach dem Vorbild seines Kollegen Baselitz, seine Leihgaben aus deutschen Museen abzuziehen, sollte die Gesetzesinitiative weiter verfolgt werden.

Die Biographie der Ministerin                                                                                              Monika Grütters, geb. 1962 in Münster, 1981 Abitur am Bischöflichen Mädchengymnasium Marienschule in Münster, Germanistik, Kunstgeschichte an der Uni Münster, 1989 Magister Artium. CDU.  Seit 1999 Honorarprofessorin, für Öffentlichkeitsarbeit im Studiengang Kulturmanagement an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.  1998 bis 2013 Vorstandssprecherin der Stiftung Brandenburger Tor. (– Das Brandenburger Tor ist astreines deutsches Kulturgut, stilistisch ist es aber römisch-italienisch geklaut. –)  Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

DIE WELT: 15. 07.2015

„Robert Rademacher: Seit Jahren unterstützen meine Frau und ich wichtige Kunstausstellungen in Deutschland, Europa und Amerika mit Leihgaben. Sollte das Kulturgutschutzgesetz in der angekündigten Form in Kraft treten, wäre es mit unserer Bereitschaft vorbei. Ich werde es keinesfalls hinnehmen, dass durch dieses Gesetz mein Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung eingeschränkt wird und ich damit als Besitzer von Kunst auf die gleiche Stufe gestellt werde wie die Besitzer von Rauschgift oder Kriegswaffen. Sollte Alexis Tsipras in die Situation kommen, die Troika durch ein “Kulturgutschutzgesetz” beeindrucken zu müssen, dann wäre er gut beraten, sich an dem Entwurf von Monika Grütters zu orientieren.

Egidio Marzona:  Nationales Kulturgut? Dieses Denken ist mir völlig fremd. Ich bin ja sogar gegen das Prinzip der Länderpavillons auf der Biennale. Das “Kulturgutschutzgesetz” war für mich schon immer völlig absurd, etwa wenn es auf einer Versteigerung hieß, das aufgerufene Manuskript von Walter Benjamin dürfe nicht ausgeführt werden. Aber die Modifikation der Verordnung, die jetzt debattiert wird, ist nun vollends anachronistisch. Die Sanktionen, Kontrollen und Drohungen dahinter erinnern an die DDR – das ist Stoff für eine Satire!  Es ist doch klar, welcher Wahnsinn mit so einem Gesetz losgeht: Die Sammler werden ihre Werke in die Zollfreilager nach Luxemburg und in die Schweiz verschiffen. Das Gesetz ist also eigentlich ein Beschäftigungsprogramm für Kunstspeditionen! Und alles nur, weil in NRW die Warhols versteigert wurden. Ich sammle seit den 1960er Jahren Kunst, aber so ein Denken ist mir bisher nie untergekommen. Das kann man auch nicht mit den Raubzügen des IS begründen: Unsere Museen sind doch voll von Raubgut. Aber wie will man das beweisen? Soll man jetzt die Nofretete zurück nach Ägypten bringen? Da kann ich nur lachen. Vor allem, weil ich als Italiener, der in Berlin lebt, Deutschland andauernd beschenke: Meine Sammlung gehört dem Hamburger Bahnhof, und ich plane, den Staatlichen Museen auch mein riesiges Konvolut an Archivmaterialien zu übergeben. Ich kaufe ständig im Ausland “Kulturgut” ein, von dem ich denke, dass es wichtig wäre, es hier zu zeigen.

Der Sammler hat einen Teil seiner Kollektion von Arte Povera und Konzeptkunst Berlins Nationalgalerie überschrieben

Die Zeit online: am 15.07.2015,

“Das erinnert an die DDR”

Hannes von Goesseln

Ich halte die bisherigen Formulierungen dieses Gesetzentwurfes für eine partielle Enteignung von kulturellem Eigentum privater Sammler. Ich bewerte sie als unnötige Aufhebung meiner verfassungsmäßigen Eigentumsrechte an Kunstwerken, die ich bereits dauerhaft in den öffentlichen Raum gestellt habe.

Ich sammele Kunst seit den 1970er Jahren. Wesentliche Teile meiner Sammlung sind teilweise bereits seit Jahrzehnten als Dauerleihgabe im Besitz deutscher Museen. Sie werden regelmäßig in Museumsausstellungen oder dauerhaft in Museumssammlungen ausgestellt. Dies betrifft unter anderem Arbeiten von Yves Klein, Jasper Johns, Donald Judd oder Duane Hanson. Die betroffenen Museen erhalten regelmäßig Kunstwerke aus meiner Sammlung als Schenkungen. Sollte das Gesetz in diesen Festlegungen in Kraft treten, werde ich die Leihverträge mit deutschen Museen für diejenigen Kunstwerke aus meiner Sammlung, die älter als 45 Jahre sind, kündigen. Ich werde sie aus der BRD abziehen und in ein Land überführen, das Eigentumsrechte respektiert.

Ausreiseverbot und Vermarktungsbeschränkung für „besonders bedeutende“ Nationalkunst. Die Prüfung erfolge nicht willkürlich, sondern unter Hinzuziehung „willkürlicher“ Experten gegen Bezahlung, sowie „willkürlicher“ Gutachter gegen Bezahlung. Jeder weiß, dass die Ergebnisse solcher Prüfungen dem zugunsten sind, der sie bezahlt. Das Vorhaben scheitert schon daran, dass eine demokratische Auswahl von Experten nicht durchführbar ist.  Der Expertise folgt die Gegenexpertise, dem Gutachten das Gegengutachten, sodann die Gegen- Gegenexpertise der Gegenexpertise, das Gegen-Gegengutachten dem Gegengutachten. Wie verstiegen das Vorhaben ist, erkennen wir daran, dass das Gesetz vorsah, Beamten „ein umfassendes Zutrittsrecht zu privaten Sammlungen zu gewähren“. Es entstünde der Typus der „nationalen Kulturwarte mit Pension“ und den unendlichen Folgekosten. Spare man sich das Geld für diesen Verwaltungswahnsinn und bezahle damit den Marktpreis der Werke. Die Rechnung wird aufgehen ohne Wut und Verärgerung bei Sammlern und Künstlern auszulösen, die durch die Anwendung des Gesetzes betrogen würden. Was wäre schon dabei, wenn man auf das eine oder andere Werk verzichten müsste, weil es zu teuer ist. Es kommt der nächste Stifter und spendet gleich zwei Nationalwerke des gleichen Künstlers. Beim Verkauf und Kauf von Kunst herrscht immer schlechte !Stimmung, weil sich meistens einer betrogen fühlt, entweder der Verkäufer, weil er denkt, dass er zu wenig bekommen hat oder der Käufer, weil er denkt, dass er zu viel bezahlt hat, häufig fühlen sich im beschriebenen Sinne beide gleichzeitig übers Ohr gehauen.                                                                                                                                                             -Ich konnte eine farbige Lithographie von Jean Dubuffet für 2.000, dann für 1.500 Mark nicht verkaufen und gab sie zur Versteigerung, wo sie für 800 Mark wegging. Auktionen dauern den ganzen Tag. In der Mittagspause traf in einem benachbarten Lokal beim Mittagessen einen Mann, der erzählte, dass er gerade eine Dubuffet-Lithographie für 800 gekauft habe, für die er 7000 bekäme-.                                                                                                                                                                                                             -Auf einer öffentlichen Versteigerung in Norddeutschland erwarb eine Antiquitätenhändlerin 1986 rechtmäßig und gutgläubig das mittelalterliche Siegel einer großen Stadt, die nicht genannt werden möchte. Sie bezahlte dafür 2.107,80 DM und bot es 1987 auf einer Messe in Köln für 6.800 DM an. Hier wurde jene Stadt darauf aufmerksam und bat um Fotos sowie genauere Angaben zum Gegenstand, denen die Händlerin ein Verkaufsangebot hinzufügte. Die  Interessentin stellte fest, dass es sich um das Original des sog. IV. Stadtsiegels handelte, das schon 1306 zum Besiegeln einer Urkunde verwendet worden und bis 1810 im Gebrauch war, danach im Futteral mit Aufbewahrungstasche des 18. Jhd. neben  anderen Kostbarkeiten im Stadtarchiv geborgen wurde. In den letzten Kriegstagen wurde das Archiv in einem stillgelegten Salzbergwerk in Grasleben ausgelagert und das Siegel dort entwendet. Die Stadt forderte von der Händlerin das Siegel, das sie als ihr Eigentum betrachtete, unentgeltlich zurück. Es folgten Prozesse durch alle Instanzen, in denen das Begehren der Stadt bis zum BGH zurückgewiesen wurde. Das Siegel erhielt nun den Titel „National wertvolles Kulturgut“ und dufte das Land nicht mehr verlassen. Nach Jahrzehnten lieferten es die Eigentümer 2012  wieder zu einer öffentlichen Versteigerung ein. Diesmal wurde die besagte Stadt rechtzeitig aufmerksam und kaufte ihr Siegel für 450.000€ bevor es zur Versteigerung kam.-  Warum nicht gleich so. Das Siegel misst 9-10 cm im Durchmesser.

    

 

                       

                                                                                                                                                           Im Kulturstaatsministerium heißt es, man setze doch nur EU-Vorschriften und den Koalitionsvertrag um, in dem der “Schutz von nationalem Kulturgut vor Abwanderung ins Ausland” stehe. Außerdem befinde sich der Gesetzesentwurf noch in der internen Ressortabstimmung der Bundesregierung und werde erst im August im Bundeskabinett beraten. Länder, kommunale Spitzenverbände, Fachkreise und Verbände könnten dann noch einmal eine Stellungnahme abgeben.

In der Argumentation heißt es, dass in Italien noch viel schärfere Bestimmungen herrschten, die trotzdem 9.000 Ausfuhrgenehmigungen pro Jahr nicht verhindern würden.  Machen wir uns nichts vor, eine italienische Verwaltung funktioniert anders als eine deutsche. In der Schuldenkriese nehmen wir uns Italien auch nicht zum Vorbild. Außerdem war das italienische Gesetz geschaffen worden, in erster Linie die Werke der Antike und der Renaissance in Italien zu behalten, weil man damit um die Touristen und Bildungsreisenden der ganzen Welt wirbt. Längst gibt es heftigen Widerstand gegen das Gesetz, das sich offensichtlich verselbständigt hat und Regelungen schuf, mit denen der Handel und die Eigentümer der Werke nicht mehr einverstanden sind, was zu  Aktionen führt, das Unzumutbare zu umgehen. Brava Italia.                                                                    Man erzählt sich, dass ein internationaler Händler die teuren Werke eines in Italien lebenden amerikanischen Malers als Theaterdekoration exportierte. Gerüchte besagen, dass manche antike Skulptur von TauchTouristen im Auftrag von Händlern aus dem Meer gefischt und ohne Genehmigung in den internationalen Handel verbracht wurde. Vielleicht ist das aber nur ein romantisches Märchen, mit dem vertuscht wird, dass manche dieser Werke von heutigen Fälschern gefertigt werden um das Begehren von kauffreudigen Menschen zu befriedigen. Biedermeier-Bilderrahmen -so eine Story der Händler- würden aus Biedermeier-Betten gemacht, weil die zu kurz seien, um sie zu verkaufen, da die heutigen Riesen da nicht mehr reinpassen. Wer diese hübschen Rahmen kaufen will, soll das tun, aber ein Stück Biedermeier-Bett kauft er damit nicht. Was er kauft, verschweige ich hier. Es ist auch nicht so wichtig, denn die Sehnsucht nach Biedermeier hat sich wieder gelegt.                                                                                                                                                                                      Die Werke der deutschen „Alten Meister“ befinden sich zahlreich in den deutschen Museen, wo sie jährlich nur von einer kleinen Zahl deutscher Bürger besichtigt werden, viele sehen sie nie. So viele „marktfrische Dürer“ sind nicht mehr zu erwarten, dass sie geschützt werden müssten. Man muss sie nicht mal vor dem Ansturm der Besucher schützen, denn während der Woche bleibt die Besucherdecke dünn. Zum Glück kommen die ausländischen Touristen vorbei. Dürer, der deutscheste der deutschen Maler, verehrte und nachahmte die Italiener, reiste seinerzeit nach Italien und erweckte den Eindruck zumindest in Venedig gewesen zu sein, womit er uns wohl belog, denn weiter als bis in die Tiroler Berge ist er als ängstlicher und „fremdenphobischer“ Deutscher vermutlich nicht gekommen, hätte er doch noch Italienisch lernen müssen.

Die Argumentationen um den „Brei der nationalen Identität“ können wir uns schenken, weil sie nicht zeitgemäß ist. Gerhard Richter: “Es ist absurd, überhaupt nationale Grenzen für die Kunst zu ziehen”.                                               Als nationales oGut kann man ein Siegel betrachten, mit dem deutsche Gesetze bestempelt wurden. Aber das ist mehr Handwerk. Kunst strebt immer über die politischen Grenzen hinaus, außer bei den Nazis. Da sollte sie mithelfen die Grenzen des Größenwahns über die ganze Welt auszudehnen. Heute sind wir „Niedermeyer Slow Food“ und „Oxford-Englisch“ ist unser Street Slang. In einer deutschen Fußgängerzone hört  man auf 200 Metern kein deutsches Wort. „After my work I go to  drink 2 beers“.

Scharfe Worte findet Peter Raue:    Es sei “der beispiellose Versuch, dem Staat den Zugriff auf alle jene Arbeiten mit leichter Hand und wenig Geld zu ermöglichen, die er – aus welchen Gründen auch immer – dem öffentlichen Besitz einverleiben will”, schrieb etwa der Berliner Kunstexperte Peter Raue  im “Tagesspiegel”. Das geplante Gesetz lege auch dem Handel in “beängstigender” Weise Ketten an, müssten Auktionshäuser und Galeristen doch Unterlagen über Einlieferer, Prüfung der Herkunft, Käufer und Preise anfertigen. Es schade Deutschland als Kunsthandelsplatz, verunsichere private Sammler und schaffe einen erschreckenden bürokratischen Apparat: “In letzter Konsequenz geht es um Enteignung”, so Raue.

Der Maler Gerhard Richter sieht in der geplanten Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes einen Eingriff in die Freiheit. “Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache.”                                                                 Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe.  “Diese Leute haben meist auch gar keine Ahnung von Kunst”, sagte der teuerste lebende Gegenwartskünstler. Seiner Ansicht nach geraten Bilder nicht in falsche Hände, sondern fänden irgendwann den Weg in ein Museum, wenn sie gut seien.

Berliner Morgenpost 16.07.2015: Als “Kulturvertreibungsgesetz” hat Matthias Döpfner, Springer-Chef und eifriger Sammler, die Novelle bezeichnet. Kunsthändler sehen das Vorhaben als eine “kalte Enteignung”. Georg Baselitz lässt dieser Tage seine Bilder aus den Museen in Dresden und Chemnitz abhängen, sie waren Leihgaben, die bald die interessierte Öffentlichkeit nicht mehr betrachten kann.                     Baselitz’ Entscheidung ist, anders als von Grütters dargestellt, eine rationale Entscheidung und keine Überreaktion. Denn wenn der Staat damit droht, in die Eigentumsrechte des Einzelnen einzugreifen, dann denkt man schon darüber nach, die Flucht zu ergreifen. Daher ist Grütters Entwurf auch nicht eine Angelegenheit, die lediglich in der abgeschirmten Welt der Kunst von Interesse ist.                                                                                                                                                                                                             Zu den Eigentumsrechten gehört auch immer ein Verfügungsrecht: Das heißt, zu dem Recht, dass einem etwas gehört und dieses anerkannt ist, gesellt sich das Recht, dass man die Sache wieder verkaufen kann. Das gilt für das Auto, das Haus und eben auch für das Gemälde. Und wer ein Gemälde erworben hat, der möchte es verkaufen können, wohin er möchte – und nicht nur in den deutschen Gebietsgrenzen.

“Kultur muss vor Marktkräften geschützt werden”            

Die Befürworter der Neuregelung sehen in dem Ausfuhrverbot für national wertvolle Kulturgüter die Chance, wichtige Werke vor immer stärker werdenden Marktkräften abzuschirmen und zu schützen. Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, begrüßt daher im Kunstmagazin “Monopol” das Vorhaben: Kultur sollte öffentlich sein und auf inhaltliche, nicht-finanzielle Werte setzen. “Momentan können öffentliche Museen nicht mehr in großem Stil auf dem Kunstmarkt mitbieten.” Mithilfe der Neufassung des Kulturgutschutzgesetzes könne der Ausverkauf nationalen Kulturguts kontrolliert und eingeschränkt werden.

Man kann in einem Bild Kultur sehen, die vielleicht einen gewissen ideellen Kunstwert hat, der mal so, mal so verstanden wird. Davon spaltet sich frühzeitig der Marktwert ab, der sich rein auf den Gegenstand bezieht, Keilrahmen, Leinwand und die von einer Person mit Markennamen darauf aufgetragene Farbe. Der Preis für diesen Gegenstand, den man besitzen kann, ist in Bewegung. An ihm lässt sich ablesen, wie scharf einige Leute gerade darauf sind, ein Objekt in der Eigenheit eines bestimmten Künstlers zu besitzen. Als Eigentum, ist ihm auch das Recht eigen, es nach Gutdünken zu verkaufen.

Der Kunstmarkt ist freie Marktwirtschaft in Reinform. Wer in der Hochpreisliga mitspielen will, sollte es können und sich nicht über die Regeln beschweren. Ein Träumer, wer glaubt, dass ein Enteignungsgesetz das verhindern kann. Niemand braucht irgendein Bild wirklich. Wenn die Preise zu hoch sind, ist es ein Leichtes auf Künstler auszuweichen, die viel weniger kosten. Deren Zeit kommt auch oder nicht.

FAZ:            Nach Schirrmacher formatiert bei der FAZ wieder der alte Ton.  Sie sieht wenig Grund zur Aufregung und spricht von Geschrei. Aber hier bahnte sich etwas an, das den Geist der DDR wiedererweckte. Dass der Widerstand der Betroffenen losbrach, ist ein Zeichen dafür, dass die freiheitlichen Instinkte noch intakt sind, entsprechend heftig fielen die Reaktionen aus.

Baselitz habe die „Krachmaschine angeworfen“ und es handele sich um einen „Entwurf, der diskutiert werden soll“. Aber wir sehen auch, dass es sich um einen Entwurf im Geist der DDR handelt, weshalb gerade die Künstler Baselitz, Richter, Uecker, die dem Zwangssystem, das die DDR gewesen sein könnte, entflohen sind, auf die Barrikaden gehen. Lassen wir nochmal die Worte Ueckers klingen. „Die kmRegulierungswut, Kulturgut unter staatliche Kontrolle zu bringen, führt jedoch hoffentlich zu einem sich steigernden Intelligenz- und Protestpotenzial in der Bevölkerung. Künstler und Kulturvermittler werden Strategien entwickeln, dem Gesetz entgegenzuwirken.“

Auch Richter äußerte sich alles andere als moderat: “Niemand hat das Recht, mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache”

Es kann bezweifelt werden, dass ein solches Gesetz notwendig ist. Die Kultur ist kein zartes Lämmchen, das geschützt werden müsste, schon gar nicht durch Raubschutz. Im Gegenteil gedeiht sie am besten, wenn sie Widerstände überwinden muss. Die ganze Kunstgeschichte ist eine Abfolge von Brüchen mit Traditionen und den herrschenden Stilen. In diesem Sinne enthält die Biographie der Ministerin bisher keine Brüche.

Eine jeweilige Nation hat wie alle anderen Personen die Möglichkeit, das, was sie für bedeutsam hält, mit Geld zu erwerben. Sie kann bei der Auswahl ihre Fachleute hinzuziehen. Dann ist das Thema erledigt. Ein Künstler mag selbst entscheiden, ob er seine Werke für nationales oder allgemeines Kulturgut hält.  Den Äußerungen in dieser Diskussion ist zu entnehmen, dass Künstlern und Sammlern die engherzige nationale Perspektive fremd ist.

                           „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

(Diese Ausfuhrgenehmigungspflicht eröffne dem Staat lediglich die Möglichkeit, zu prüfen, ob essich……………………)

Jetzt können wir endlich zur nationalen Sache kommen.  Das höchste und zugleich populärste nationale Kulturgut ist der Fußball. An besonderen Aufführungen dieses Kulturschauspiels nehme sogar ich teil, wenn auf der StraßenLeinwand Weltmeisterschaften laufen. Ein Originalspiel in einem Stadion habe ich aus einem sehr einfachen Grund, den jeder, der mich kennt, sofort errät, noch nie gesehen, darum es unterbleiben kann, ihn hier zu nennen. An diesem ganzjährig vielbeachteten Kulturspektakel ließe sich am ehesten ein „Nationales Kulturgutschutzgesetz“ auf seine Tauglichkeit erproben.

Wenden wir hier einen der das Gesetz auslösenden Kernsätze an:  

“Kultur muss vor Marktkräften geschützt werden”.

Da blitzt ein erster Gedanke über den Horizont schwarzer deutscher Nachtwälder. Übertragungsrechte sind nationales Kulturgut und dürfen deshalb nicht verkauft werden. Sie gehören allen Bürgern, nicht den einzelnen Vereinen. Wenn wir sie auf Auktionen meistbietend ins Ausland verkaufen, fließt der Erlös steuerfrei in die Taschen aller Bürger, die weniger als 1.500 € netto im Monat haben. Nationale Übertragungsanstalten zahlen jeweils nur eine niedrige Pauschale in die Taschen derselben Bürgergruppe, die „Unterschicht“ genannt wird. Rund um den Fußball formt  sich der Zusammenhalt und die Identität der gesamten Nation bis in die niederen Schichten. Dafür sollen die politischen Dynastien endlich den Dank zollen. Fußball bildet den Nebel, in dem das Volk unbemerkt in die gesellschaftlichen Veränderungen seiner Versklavung schlittert.

Ich bin Bayernkenner, weiß alle Namen der Spieler mit Herkunft auswendig und mein pegides Gemüt kocht, wenn ich sehe, was da abgeht. Entweder reduzieren wir die Mannschaft auf ihren nationalen bayerischen Kulturkern: Mario Götze (Memmingen), Thomas Müller (Weilheim, Oberbayern), Holger Badstuber (Memmingen), Philipp Lahm (Gern), das ist zu wenig, nehmen wir noch Restdeutsches dazu: Manuel Neuer (Gelsenkirchen), Sebastian Rode (Seeheim-Jugenheim), Sinan Kurt (Mönchengladbach), Joshua Kimmich (Rottweil), Tom Starke (Freital, etwas pegid), Sven Ulreich (Schorndorf), Jan Kirchhoff (Frankfurt a Main), Jérôme Boateng (deutsche Mutter, ghanaischer Vater), Gianluca Gaudino (Hanau, während Vater Maurizio Gaudino für Eintracht Frankfurt spielte, Eltern aus Italien eingewandert), bumms da reicht es schon, und der Torwart, der beste der Welt, ist als erster unter den „nationalen Kulturschutz“ zu stellen, damit unverkäuflich, zack: Menschenhandel unterbunden. Es gilt, ihn vor Marktkräften zu schützen. Die Übrigen können wir höchstens mit „Allgemeines Kulturgut“ betiteln und getrost verkaufen: Arjen Robben (Niederlande), Robert Lewandowski (Polen), Franck Ribéry (Frankreich), Thiago Alcántara (Italien), Medhi Benatia (Courcouronne, aber marokkanischer Herkunft), Xabi Alonso (Spanien), Rafinha (Brasilien), David Alaba (Österreich: Mutter Philippinin, Vater Nigerianer), Juan Bernat (Spanien), Dante Bonfim Costa Santos (Brasilien),  Javi Martnez (Spanien), Douglas Costa (Brasilien), Pierre Emile Højbjerg (Dänemark), Julian Green (Florida, deutsch-amerikanisch), Arturo Vidal (Chile). Diese alle werden vogelfrei den „Marktkräften“ ausgeliefert und spülen eine Menge Geld in die Taschen der Fans aus der Unterschicht. Perfekt, ich bin zufrieden.

 

 

 

 

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Frauenraub und “bonum exemplum”

                                                 

                                                              Frauenraub

 

Jacques-Louis David (1748-1825)
“Le combat des Romains et des Sabines interrompu par les femmes sabines”
1799
Öl auf Leinwand, 385 x 522 cm, Paris, Musée du Louvre

 

Jacques-Louis David hat sich hier eine betörend schöne Komposition ausgedacht, eine Szene wie auf der Bühne oder im Kino. Mit prachtvoll ausgreifendem Einsatz tritt Hersilia, die Frau des Romulus, eine gestohlene Sabinerin, zwischen die Kontrahenten Tatius l., Romulus r. und trennt sie mit ausgebreiteten Armen. Die Dynamik ihres Auftritts entsteht, da sie mit kühnem Schritt aus der Mittelachse des Bildes vorspringt und Einhalt gebietet.

Das Gemälde entstammt der Epoche des Klassizismus, die nach antiken Idealen von Reinheit und Schönheit strebte und uns hier mit kalkulierter Ästhetik eine Allegorie der Besonnenheit, eine Mahnung zu Frieden und Versöhnung zeigt, als Lehrstück unwirklich und schön.

Aber frei von jeder Zeitgewalt, Die Gespielin seliger Naturen                                        Wandelt oben in des Lichtes Fluren, Göttlich unter Göttern, die Gestalt.

Die Vision des Bildes entspringt unmittelbar der Biographie des Malers. David hatte diese Komposition im September 1794 noch im Gefängnis ersonnen und in Skizzen vorbereitete.

Als Abgeordneter des convention nationale und Kumpan Robespierres hatte er 1792 für den Tod des Königs gestimmt. Nachdem der unbelehrbar Blutrünstige selbst unter das rasende Beil der Guillotine geraten war und kopflos endete, entkam David nur knapp dem Todesurteil. Die Amnestie vom 26 Oktober 1795, ferner die Bemühungen seiner Anhänger, Verehrer brachten ihn wieder aus dem Kerker. Das Régime nach 1794 wollte sich von der blutigen Revolutionszeit distanzieren, und so ist auch Davids “Raub der Sabinerinnen”, ganz nach der Stimmung dieser Zeit, ein Plädoyer der Versöhnung.

maintenant que nous sommes liées à eux par des chaînes les plus sacrées, vous venez enlever des femmes à leurs époux et des mères à leurs enfants. Le secours que vous voulez nous donner à présent nous est mille fois plus douloureux que l’abandon où vous nous laissâtes lorsque nous fûmes enlevées (…).”

(Jetzt, wo wir durch die allerheiligsten Ketten an die Römer gebunden sind, kommt ihr, um Frauen ihren Ehemännern zu nehmen, und Mütter ihren Kindern. Die Hilfe, die ihr uns jetzt geben wollt, ist uns tausend mal schmerzhafter als die Verlassenheit, in der ihr uns gelassen habt, als wir geraubt wurden.)

Gerührt von diesen Worten, lassen die Kämpfer ihre Waffen fallen; der Krieg ist abgewendet.

 Mit des Menschen Widerstand verschwindet / Auch des Gottes Majestät.

 

 

 

 

Giambologna,1529 – 1608

Giambologna, Rau der Sabinerinnen, Florenz, Loggia dei Lanzi

Eines der Meisterwerke ist der Raub der Sabinerinnen, eine Skulpturgruppe aus Marmor, die 1585 von dem flämischen Bildhauer, bekannt durch seinen italienischen Namen Giambologna, (eigentlich Jean de Boulogne) erschaffen wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luca Giordano, 1634-1705,                                                                                                             Luca Giordano, Raub der Sabinerinnen,                                                                            Giordano hat etliche verschiedene Fassungen dieses Motivs hergestellt.

 

 

Raub der dicken Töchter des Leukippos, manchmal mit dem Raub der Sabinerinnen verwechselt.

 

 

 

 

 

Titus Livius datiert die Gründung Roms auf den 21.April 753 v.Ch.

Titus selbst wurde 59 v.Ch. -als Caesar den Gallischen Krieg vorbereitete-, in Patavinus, heutig Padova, ital., Padua, lat. geboren, schrieb also zur Regierungszeit des Augustus, 36 v.-14 n.Ch. Titus Livius verfasste das umfangreiche Geschichtswerk „Ab urbe condita“. Darin erfolgt die mythische Gründung Roms durch die Brüder Romulus und Remus. In diese frühe Zeit fällt der Raub der sabinischen Töchter, den Romulus organisierte um den Fortbestand des jungen Rom durch Nachkommenschaft zu sichern. Für die lange Periode von 700 Jahren ab urbe condita bediente sich Livius der Erzählungen und Berichte seiner Vorgänger, die sich wie er selbst als Schriftsteller verstanden und durch den Vortrag historischer „bona exempla“ die zeitgenössische politische und gesellschaftliche Ideologie propagierten. Für Livius war es die Ideologie der römischen Selbsterneuerung der Regierungszeit des Augustus. Er betrieb also die Propaganda-Agentur des Augustus, was sicher einträglich war.

                          Zwischenspiel und akademische Belehrung                            Historische Beispiele waren bei den Römern ein wichtiges Argumentationsmittel. Solche exempla dienten etwa zur Veranschaulichung von Normen und Verhaltensrichtlinien, zur Untermauerung einer Aussage und als Argument im politischen Diskurs. Wurden hauptsächlich Römer als Beispiel verwendet, zog man manchmal auch prominente auswärtige Personen heran. Am Ende der römischen Republik und zu Beginn des augusteischen Principates taucht der makedonische König Philipp II. als historisches Beispiel auf, an dem nicht nur wie bei gewöhnlichen exempla bestimmte Verhaltensrichtlinien oder Tugenden demonstriert wurden. Vielmehr wird gerade mit diesem Beispiel eine darüber hinausgehende politische Aussage verbunden.

Archäologie fand erste Siedlungen im Gelände der 7 Hügel, mal heißt es im 14., mal im 11. Jahrhundert vor Christ. Diese Siedlungen, heißt es, hätten sich im 8. Jhd. gegen die expansiven etruskischen Könige der Nachbarschaft zusammengeschlossen, um sich zu wehren. Doch im 6. Jhd. gelang den Etruskern die Eroberung der 7 Hügel und der Herrschaft in Form der Monarchie, die sie mitbrachten. Sie nannten die neu gegründete Stadt „Ruma“. 509, endete mit der für alle Zeit tief ins römische Bewusstsein eindringenden Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus, der “Überhebliche“, die etruskische Zeit. Da steht der lapidare Satz: Das Volk unter Lucius Iunius Brutus vertrieb den König, ausgelöst durch Sextus Tarquinius, Sohn des Königs, der die tugendhafte, keusche Römerin Lucretia geschändet hatte, die ihr Unglück nur noch durch ihrem Selbstmord ertrug.

Hierzu schaue man sich das DürerGemälde „Lucretia“ in der Alten Pinakothek, der deutschen Hauptstadt München an, das einem zeigt, welch trockene Angelegenheit so ein Selbstmord sein kann. Der Topf unter Lucretias Bett ist der Nachttopf des 15. Jhd., nicht das Gefäß, in dem die tugendhafte Selbstmörderin ihr Blut auffangen will.

Dann heißt es: das Volk –wer auch immer das gewesen sein soll- habe die Republik ausgerufen, in der sich 2 patrizische Konsuln in Rechenschaft des Senats die Macht teilten. Die Plebejer (Volk? oder Unterschicht) strebten ebenfalls nach Vertretung in der Führung der Republik und durften nach jahrzehntelangen Kämpfen einen der beiden Konsuln stellen, doch mit Beschränkung seiner Befungisse. Es scheint als habe es eine in 2 Klassen gespaltene Gesellschaft gegeben, zu der noch eine weitere rechtlose, mittellose, versklavte hinzukam. Die Vertreibung der Könige und die Errichtung der Republik blieb so nachhaltig im historisch unbewussten Gedächtnis Roms, dass Caesar, der Jahrhunderte später durch rege Gesetzestätigkeit die Macht auf seine Person konzentrierte, bei den Senatoren den Verdacht weckte, das Königtum anzustreben und folgend in der Verschwörung der Iden des März 44 v. Ch. von einer großen Gruppe Senatoren gemeinschaftlich ermordet wurde. Sie stießen ihm die Stili in den Körper, ihre spitzen kostbaren Schreibgeräte, auch Brutus, Caesars Ziehsohn, war zur Beteiligung an der Tat überredet worden, indem man ihn als Abkömmling des Lucius Iunius Brutus, der den verhassten etruskischen König Tarquinius Superbus aus dem frühen Rom verjagt hatte, in die Pflicht nahm. Schon sterbend auf dem Boden liegend sagte Caesar zu Marcus Iunius Brutus, der über ihm stand:  “Et tu, mi fili?” und Brutus Herz versteinerte.                                                                                                         Atque ita tribus et viginti plagis confossus est uno modo ad primum ictum gemitu sine voce edito, etsi quidam tradiderunt eum Marco Bruto irruenti dixisse: “Et tu, mi fili?”                   

Rom dankte den Rettern der Republik nicht, sondern die kriegstüchtigen Nachfolger (Triumvirat: Marcus Antonius, der sich für den legitimen Erben Caesars hielt, bekam Cleopatra, Octavian, der Adoptivsohn das Geld und Marcus Aemilius Lepidus.) Caesars Günstlinge und Freunde erstellten Proskriptionslisten und begannen die Verschwörer sowie politische Gegner zu verfolgen und zu töten. Cicero, der als Verfechter der alten römischen Tugenden Gegner Caesars geworden war, sich aber nicht an der Verschwörung beteiligt hatte, wurde während der Verfolgung der CaesarMörder ebenfalls getötet. Antonius hielt vor dem stets klugen Volk, die berühmte Hetzrede gegen die Verschwörer, bei der er auch das blutige Gewand des unfreiwillig Verstorbenen zeigte. Als er dem Volk, das Caesar liebte, jedem 300 Sesterze aus dessen Erbe versprach, damit vor Kenntnis des Testaments das Geld ausgab, das er nicht bekam, war die Republik verkauft und der Mob rannte los um all jene Feinde zu erschlagen, die ihm mit ihrer Tat gerade 300 Sesterze zugespült hatten. (Wert des Sesterz: 1 = 1,1 Liter Wein bei Kauf von Kleinstmengen. Ein durchschnittlicher Sklave kostete 2000 Sesterze.)

Nach dem Tyrannenmord und den anschließenden blutigen Kämpfen um die Macht in Rom endete die Republik und Augustus, der sich während der ersten Gefechte bei Philippi noch als kränkelnder Schwächling zeigte, stieg in den dann folgenden politischen Ränken als Sieger hoch hinauf. Der unbedingte Wille zur Republik, der die verhassten Tarquinier verjagt und die Säulen der Größe Roms gebaut hatte, war gebrochen und mit der Machtkonzentration bei einer Person, nenne sie sich auch “primus inter pares” oder preußisch “erster Diener”, begannen die Herrscherkulte.  Caesar, deshalb war die Ahnung der Senatoren richtig, wollte die Republik beseitigen. Doch da hatten die wachsamen Senatoren noch die Kraft und den republikanischen Willen, ihn zu stoppen. Seine Anmaßung kostete ihn das Leben. Nachdem der dictator perpetuus beseitig worden war, hatte er die Grundlagen des römischen Staatswesens auf den Scheiterhaufen mitgenommen, weil sich die Rebellion der Senatoren gegen die Caesarianer nicht durchsetzen konnte. Als die blutigen politischen Säuberungen, die sich blitzschnell in den Straßen Roms ausbreiteten, losgingen, konnten sie nicht schnell genug in entlegene Provinzen des Reiches entkommen. Mit ihnen verließen die starken römischen Tugenden und der republikanische Geist die politische Bühne Roms.

Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, die führenden Verschwörer, setzten sich aus Italien ab und sammelten im Osten des Reiches Ihre Heere für die Kriege vorauf. In den großen Schlachten bei Philippi in Makedonien fiel die Entscheidung zugunsten der Caesarianer. Rom verlor hier 40.000 Legionäre. Während Octavian in diesen Kämpfen noch eine schlechte Figur abgab, zeigte er in den Kriegen um die Ausschaltung des Sextus Pompeius und des ehemaligen Verbündeten Antonius beachtliches Geschick.

Mit Caesars Adoptivsohn Oktavian (Augustus)begann die Epoche der römischen Kaiser und der schleichende Niedergang Roms. Die „kaiserlichen Schwuchteln“ nannten sich jetzt göttlich, ließen ihr „Pferd im Senat wiehern“ und waren auf pornographische Weise blutrünstig, vom Volk oder -etwas ähnlichem- in der Arena bejubelt. Sie griffen sich die Frauen ihrer Lieblingssenatoren und fickten sie bei den Gelagen zur Freude der Gatten. Ihre Launen machten sie unberechenbar und gefährlich für ihre nächste Umgebung.

Es entwickelte sich jene spätrömisch dekadente Spaßgesellschaft, die einem heutigen Politiker mit guten Geschichtskenntnissen als Vorbild für die Transformation seiner Partei in eine Spaßpartei diente.

Augustus war kein Krieger wie sein Adpotivvater, der fast das ganze Leben im Sattel saß und von Schlacht zu Schlacht eilte, während sein Geschick, Tod oder Leben, Erfolg oder Untergang oft am seidenen Faden hing. Unter hohem Risiko zum Sieg zu gelangen war seine Stärke und machte ihn größenwahnsinnig. Er hatte die größte Ausdehnung des römischen Reiches erkämpft aber mit der Beseitigung der Republik auch seinen schleichenden Untergang eingeleitet. Die Eroberung Germaniens, die noch auf dem römischen Handlungsprogramm stand, hat Augustus erst gar nicht begonnen, sondern begnügte sich mit dem, was ihm zu Füßen gelegt wurde.                                                        Das machte er dann doch ganz gut.                                           Exemplum malum.

                                                                                                                                                                       Der Raub der Sabinerinnen

Das junge Rom war eine starke lokale Macht geworden, von den unmittelbaren Nachbarn mit Respekt und Argwohn beobachtet. Weil der Staat mehr Einwohner brauchte, eröffnete Romulus eine Freistätte, wo Verbannte, Heimatlose und Verfolgte gleich einwanderungswilligen Bürgern Zuflucht fanden. Die Lästerungen der Nachbarn, Rom sei eine Ansammlung von Schurken, Verbrechern und Gesindel machten die Runde. Aber Romulus hatte eine größere Sorge. Ohne reiche Nachkommenschaft, könnte der neue Staat nicht überleben und wäre schon nach einer Generation am Ende. Zunächst schickte er offizielle Gesandtschaften zu den Nachbarn und bat um Erlaubnis, sich durch Heirat mit ihnen zu vermischen. Doch der römische Vorstoß wurde belacht und zurückgewiesen, denn die Nachbarn wollten nicht die Gefährdung ihrer eigenen Staaten durch die Unterstützung des Neulings betreiben. Der Spott versetzte die römische Jugend in Wut und die römischen Absichten neigten sich von der Diplomatie zur Gewalt. Die Römer überspielten ihre Wut und ersannen einen hinterhältigen Plan, sich die Töchter der Sabiner zu holen. Sie bereiteten festliche Spiele zu Ehren Neptuns vor und scheuten keine Mühe, sie so prachtvoll auszustatten, dass die Nachbarn, die mit viel Spektakel dazu eingeladen wurden, nicht widerstehen und ihre Neugier nicht zügeln konnten, am Tage des Festes die Stadt auf den Hügeln zu besuchen und in Augenschein zu nehmen. Es kamen nach Liv. Caeninenser, Crustuminer, Antemnaten und viele Sabiner mit ihren Kindern und Frauen. Höflichkeit und Gastrecht geboten ihnen, die Waffen zu Hause zu lassen. Ein schwerer Fehler, wie sich bald zeigte. Auf ein vereinbartes Zeichen rannte die römische Jugend los, entriss die jungen Frauen den Familien der Gäste und brachte sie in die Häuser ihrer eigenen Klans. Die Spiele Neptuns endeten im Chaos und die beleidigten, empörten Eltern der geraubten Töchter flohen entsetzt unter bösen Beschuldigungen und Racheschwüren. Aber Romulus selbst ging herum und erklärte entschuldigend, dass dies nur geschehen sei, weil der Hochmut der Väter ihnen den Ehebund mit ihren Töchtern verwehrt hätte, dass ihre Töchter in Ehren geehelicht und mit ihren Kindern in alle Bürgerrechte der Stadtzugehörigkeit und Besitzansprüche eingesetzt würden. Sie möchten deshalb ihren Zorn wieder besänftigen.                                                                                                                     Bald nahmen die Geraubten ihre römischen Ehemänner an, versöhnten sich mit ihrem Schicksal und liebten ihre Kinder.

Die Sabiner und ihre Nachbarn rüsteten zum Krieg. Ihr Heer unter dem Sabiner König Titus Tatius erschien vor den Mauern Roms. Im Tal am Fuße des kapitolinischen Hügels trafen die Kontrahenten aufeinander und die Schlacht begann, als sich plötzlich die Ehefrauen der Römer, die geraubten Sabinerinnen, mit ihren Kindern zwischen die Kämpfenden drängten und sie aufforderten, die Waffen niederzulegen, damit nicht Schwiegerväter und Brüder gegen Schwiegersöhne kämpften und sich töteten. Längst sind wir in Familienbande verstrickt und miteinander verbunden. Tötet besser uns und unsere Kinder, die wir der Grund für diesen Krieg sind. Da brach der Kampf ab, Sabiner und Römer versöhnten sich und verschmolzen zu einem Volk, das von zwei Königen, Tatius und Romulus regiert wurde. Rom vergrößerte sein Gebiet und seine Macht und begann sich in Italien auszubreiten.

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diesseitsvonjenseits

diesseitsvonjenseits

am Dienstag, dem 24.3.15, einen Tag nachdem XY aus Madrid kommend in Frankfurt sicher gelandet war, fliegt Gwings von Düsseldorf nach Barcelona und nach kurzer Pause mit Verspätung wieder zurück.

Zum Boarding steht die CockpitTür offen und beide Piloten begrüßen entspannt die Reisenden bevor diese in den Rumpf des Flugzeugs einschwenken und ihre Plätze beziehen, darunter eine Gruppe munter fröhlicher Schüler. Der Copilot, der selbst noch nichts von dem Dämon ahnt, der ihn besetzen wird, betrachtet den Einzug mit freundlichem Lächeln. Später wird er sich daran nicht mehr erinnern und das Mienenspiel der Gesichter völlig vergessen haben. Das Wetter stellt einen leichten, stabilen Flug in Aussicht.                                                                                                                                                                             Das Flugzeug, ein gut 20 Jahre alter A 320 startet um 10:00 in Barcelona, überfliegt in einem Bogen das Dreieck des Mittelmeers zwischen Spanien und Frankreich, die Bucht von Girona über Montpellier, Marseille bis Toulon und  steuert nun Richtung Norden auf die französisschen Alpen zu. Die Besatzung eines Flugzeugs besteht aus zwei Piloten und 3-4 Personen -hier 4-, die den Dienst zwischen den Sitzreihen der Passagiere innehaben, allgemein eine «Crew» genannt. Die Piloten, Pilot und Copilot, steuern die Maschine auf der festgeschriebenen Route, dem Flugkorridor, der nach Flughöhen gestaffelt ist. Die Maschine nach Düsseldorf fliegt auf etwa 11 km Höhe. Die beiden Piloten haben ihre CheckListe abgearbeitet und der Kapitän, mit 6000 Flugstunden ein alter Hase, übergibt dem jungen Copiloten die Herrschaft, während er selbst für kurze Zeit die Kabine verlässt. Klack fällt die Kabinentür ins Schloss und der «Hexenmeister» ist ausgesperrt. Klick macht es im Gehirn des Copiloten. In sekundenschnelle rauschen alle Fakten durch seinen Kopf. Er sitzt in einem Tresor mit allen Instrumenten und Schaltern als alleiniger Inhaber der Macht über das gesamte Flugzeug mit 149 Menschen jeden Alters. Sein Herz gefriert zu Eis als er spürt wie das Gefühl der Macht über der anderen Ohnmacht sich wie eine Droge in ihm ausbreitet, sich all seiner Sinne bemächtigt und ihn überwältigt. Herr über Leben und Tod! Er verriegelt die Tür. Es ist ein schöner Tag, kaum eine Wolke am Himmel und die Sonne in Ost hat noch nicht den Zenit erreicht. Vor ihm das mächtige französische Alpenmassiv. Das Meer hatte noch wunderschön glitzernd unter ihnen gelegen. Oft hatte er seine schräge, abseitige Vision im Kopf schon durchgesponnen, im Cockpit sowie in seiner Freizeit, aber nie war er an dem Punkt, sie wirklich durchzuführen, obwohl es immer wieder Gelegenheiten gegeben hatte, bei denen er für kurze Zeit allein in dieser Schaltzentrale saß. Nie hatte sich in seinem  Kopf die Idee durchgesetzt, die Panzertür zu verriegeln, sondern er hatte mit bravem Anstand auf das Klingeln reagiert und wieder geöffnet. Immer hatte es Dinge gegeben, die ihn störten, das schlechte Wetter, das schöne Wetter, eine angenehme Unterhaltung im Cockpit, die er fortsetzen wollte, die Sympathie für eine Flugbegleiterin, kleine Dinge, die seine bizarre Vision von einer unvorstellbaren, alles erschütternden Tat von ihm fernhielten und ihn davor bewahrten, die Grenze zum Irrsinn zu überschreiten; eine mächtige Hemmung gar hielt ihn zurück, wenn er an die Menschen hinten im Flugzeug dachte. Heute gab es diese nicht. Diesmal hatte es eingerastet. Der Zufall verführte ihn mit so idealen Bedingungen, dass er erlag.                                                         Er lehnt sich entspannt zurück, ist ganz ruhig als er durchspielt, was jetzt zu tun sei, während  das Flugzeug der Landschaft entgegensteuert, die er seit Kindheit kennt.  Der Rausch hat sich seiner bemächtigt, er ist in die Trance der Allmacht getreten, die ihm erlaubt sich über alle Regeln hinwegzusetzen. Er spürt, dass er verrückt geworden ist. Noch eh er sich selbst Rechenschaft darüber gibt, hat er den Drehknopf des Höhenreglers auf 2000 m heruntergedreht, da er geradewegs in die heranrückendenden Berge rast. Das Klopfen an der Tür stört ihn nicht, auch nicht als es stärker wird und man versucht die Tür mit Axtschlägen aufzubrechen. Er vergewissert sich, dass die Verriegelung eingeschaltet ist. Die Panzerung ist gut, der Kommandoraum bleibt unzugänglich, wenn er es will und draußen verzweifeln sie. Ständig kommen jetzt lästige Funkrufe, die er beantworten sollte. Das unterläßt er, schaltet den Funk aber nicht ab, als die dort nervös werden. Eigentlich hat er mit seinem Leben nicht abgeschlossen und Pläne mit schicken Autos, Sport, Konzertbesuchen, Wanderungen durch die Alpen, den Jakobusweg nach Santiago de Compostella gehen, doch das Eis in ihm schmilzt nicht mehr. Er ist bereits hinübergetreten. Zwei Minuten seines Rausches bleiben ihm noch. Die Berge da unten sind ihm vertraut, seit er dort mit den Eltern urlaubte, die Sportflieger waren und während mehrerer Jahre mit ihm hierher reisten, um über dieser Landschaft zu fliegen. Damals flog er noch nicht selbst. Die Idee, das Flugzeug noch in letzter Sekunde hochzuziehen, was gelänge, wenn es sehr steil stiege, zerfällt ihm wie ein elektronisches Bild. Im Cockpit beginnt ein Konzert der Warnsignale, er hört wilde Schläge gegen die Tür krachen und endlich das verzweifelte Schreien der Opfer, die er hinters Licht geführt hat, ahnungslos, wem sie sich ausgeliefert haben, hatte zu Beginn des Fluges nicht einmal er gewusst, dass er heute noch vor Mittag das Opfer seiner selbst werde. Sein Name wird unsterblich sein. Hier sei er nicht genannt. Nach dem Horizont kann man schon greifen, als die CockpitTür doch noch aufspringt aber die Sonne schon schwarz wird und die Schreie an den Felsen zerschellen. Totenstille zieht in die Einsamkeit der Berge, Trümmerteile rutschen über die Felsen herab.

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Die Schlange Ebola

Die Schlange Ebola windet sich unaufhaltsam, heimtückisch mordend  durch die Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia, wo sie auf unsichtbaren Wegen ihre Opfer findet und sich erst zeigt, wenn bei den tödlich Infizierten die Krankheit ausbricht.

Im Nachbarland Senegal hat sie sich bereits als dunkle Bedrohung eingenistet. Niemand kann vorhersagen, wo sie erscheint.

Am 10. Juni reiste ein junger Mann von 23 Jahren aus Dien-dien in Guinea in öffentlichen Transitverkehrsmitteln über 850 Kilometer Landstraßen nach Colobane in Senegal, wo er am 11. Juni  mit  40° Fieber, blutigem Erbrechen, blutigem Stuhlgang EbolaSymtome offenbarte, mit denen er ins Gesundheitszentrum der Stadt eingestellt, unter Anwendung der in einem  solchen Fall gebotenen Präventionen isoliert, untersucht und zum Entsetzen des Patienten selbst, der sich dadurch erst recht ausgestoßen und todgeweiht fühlte, von Medizinern in speziellen Schutzanzügen wie Außerirdische aussehend, behandelt wurde. Das Haus, in dem er wohnte als das Fieber ausbrach, sowie alle Räume, die er betreten hatte, wurden desinfiziert, eine Blutprobe entnommen und nach Dakar ins Institut Pasteur geschickt, wo die Untersuchung bis zum 12. Juni abends einen negativen Befund ergab. Entwarnung also. Kein Fall von Ebola in Senegal. „Wir sind noch einmal davongekommen“. Kaum auszudenken, welche Maßnahmen hätten stattfinden müssen, wenn der Befund auf EbolaVirus gelautet hätte.                                                                                                              Der klinische Verlauf der mysteriösen  Krankheit  des jungen Mannes entwickle sich stabil, womit die Ärzte im Moment zufrieden seien, der Patient befände sich nicht in Lebensgefahr,  hieß es in Verlautbarungen des behandelnden Personals.                                  Wenn er nun kein EbolaVirus hat, fragen wir Neugierige uns, welche unheimliche Krankheit ihn denn befallen haben könnte, die zu solchen Symptomen führte. Noch gab es zu einer diesbezüglichen Diagnose keine offiziellen Stellungnahmen, aber die epidemiologische Überwachung löste Alarm aus, der nochmals die Aufrufe in Medien und Schulen zu größter Wachsamkeit, zu persönlicher und kollektiver Hygiene wiederholte und verstärkte.                                                                                                                                  Dieser Fall demonstriert die ganze Tragödie bei der Bekämpfung des Virus. Die Unterbrechung der Infektionsketten in den verschiedenen Orten erscheint wegen der langen Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen aussichtslos.                                                           Wie soll man die Inkubanten, diese schnellen oder langsamen Brüter herausfischen, die das tödliche Virus schon in sich haben, ohne dass nach 2 bis 20  Tagen schon erkennbare Symptome der Krankheit aufgetreten wären, die sie tagelang bis zum ihrem finalen Ausbruch unkontrollierbar verbreiten können. Die bereits todgeweihten Inkubanten sind der Kopf der Schlage Ebola und zugleich ihr Opfer. Mit jeder Infektion wird ein neues „ Monster“  geboren, das in diesem Moment zugleich zum Opfer bestimmt ist.

Es heißt, dass die Weitergabe des Virus erst dann erfolgen kann, wenn sich bei Infizierten erste leichte Syptome zeigen. Ist das sicher oder eher Hoffnung als Wissen. Wie sehen diese Symptome aus: eine leichte Müdigkeit, eine unscheinbare kleine Grippe etwa, diffuses Unwohlsein, vielleicht ein paar Tage lang anhaltend, in denen das Virus weitergegeben wird, weil noch niemand die unscheinbaren Vorboten einer tödlichen Erkrankung wahrnimmt außer dem Betroffenen selbst, der sie aber falsch deutet, weil er ihre Ursache noch nicht kennt.                                                                                                      Mit Leichtigkeit hat Ebola den Sprung nach Nigeria geschafft. Es hat einfach einen Flug gebucht.

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Himmel und Erde

 

                                            (Nigeria am 25.06.2014)

In Borno drückt der Himmel auf die Erde. Während einer Serie von Angriffen, die fast 4  Tage dauerten,  hat Boko Haram im Nordosten Nigerias,  Provinz Borno, mehr als 30 Menschen getötet und mehr als 60 Frauen und Mädchen entführt.                                                                                                                                                                    Dies ereignete sich während der letzten Woche in dem Dorf Kummabza nahe Damboa.

Das Hauptquartier der nationalen Verteidigung hat mitgeteilt, dass es zahlreiche Berichte dazu überprüft. Der Armeesprecher Chris Olukolade konnte nicht erreicht werden-.

Nach Angaben eines Zuständigen aus Damboa, der gebeten hat anonym zu bleiben, wurden mehr als 60 Frauen und Mädchen gewaltsam entführt. Modu Mustafa, Mitglied des lokalen Rates, hat die Berichte über die Morde und  Entführungen weder bestätig noch zurückgewiesen.

Aji Khalil, Chef einer lokalen Miliz, hat seinerseits zugegeben, dass mehr als 60 Frauen durch Boko Haram verschleppt wurden.                           

Ein Mann, der sich in die Provinzhauptstadt Maiduguri retten konnte und anonym bleiben will, sprach von über 30 Getöteten in Kummabza, dem Dorf, dessen Bewohner sich nach Erzählung desselben Mannes drei Tage lang alle als Geiseln in den Händen der Angreifer befanden.

Sonntag 29.06.2014 in der Region Chibok                                                      Jüngster Angriff der Boko Haram erfolgte am Sonntag, 29.06.2014, in der Region um Chibok und kostete mehr als 50 Menschen das Leben.

Kano, Provinz Borno: Nach Auskunft eines Beamten, der anonym bleiben will, gab es 54 Tote durch Angriffe in 4 Dörfern rund um Chibok, wo am 14 April 276 Schülerinnen entführt worden waren, von denen einige entkommen konnten, während es keine Nachrichten von weiterhin verschwundenen 219 gibt.

Laut Zeugen kamen die Angreifer am Sonntag auf Motorrädern und warfen während des Gottesdienstes Bomben in die besetzten Kirchen der Dörfer Kwada, Ngurojina, Karagau und Kautikari. Ein Beamter in Chibok, der ebenfalls anonym bleiben will, sagte, dass Bewohner 47 Leichen im Busch gefunden hätten, die Nachforschungen seien nicht abgeschlossen und die Bilanz offen.

Mike Omeri, Sprecher der (Bundesregierung) bestätigtete, dass eine Reihe Menschen getötet wurde, aber der offizielle Bericht der lokalen Behörden noch nicht vorliege.

Auf Vorwürfe, dass die Armee trotz Hilferufen nicht anwesend war, erklärte er, er habe sichere Informationen, dass Bodentruppen und Luftwaffe am Tatort waren, aber etwas zu spät ankamen.

Der anonyme Beamte aus Chibok äußerte, dass die Armee nicht einmal versucht habe, die Orte des Geschehens zu erreichen. Die Behauptung, sie wäre dort gewesen, sei eine Lüge.

In der Provinz Borno hat die islamistische Erhebung vor 5 Jahren begonnen und seitdem

sind dort mehr als 2500 Menschen umgekommen. Die Dörfer, die Ziel der Angriffe vom Sonntag waren, liegen alle im Radius von 10 Kilometern um Chibok.

Der Terror zielt ins Herz Nigerias.

Berichte vom 27. Und 28. Juni 2014, Attaque am 26.06.2014

Der Terror ist dabei die abgelegene Region Bornos zu überwinden und zieht in die Städte. Längst entsteht eine weitere Front im Zentrum Nigerias, der Hauptstadt Abuja, wo er empfindlicher wahrgenommen wird.                                                                                         Mitten in der nigerianischen Hauptstadt Abuja explodierte eine Bombe und tötete 21 Personen. Das Ereignis stellte wieder einmal die Frage nach der begrenzten Fähigkeit der Behörden gegen bewaffnete Islamisten der Boko Haram anzukommen.                          Dutzende Militärs und Polizisten hatten die Gegend um den Tatort in der Haupteinkaufsstraße großräumig abgeriegelt. Die Händler konnten nicht mehr zu ihren Läden.                                                                                                                                                   Die Bombe war in der Nähe eines Eingangs zum EMAB-Plaza Einkaufszentrums, in die Luft gegangen, einer der beliebtesten Straßen im zentralen Stadtteil von Abuja, nahe dem Regierungssitz. Es gab außerdem 17 Verletzte, darunter Taxifahrer und Straßenhändler, die dort parken.                                                                                                                                    Es war der 3te Angriff in 3 Monaten, diesmal im Zentrum, wo sich größere Hotels, Büros ausländischer Firmen befinden und die Gegend seit dem Angriff auf das UN-Hauptquartier 2011 verstärkt bewacht wird. Angst und Panik wächst unter den Händlern und den Bewohnern der Umgebung.                                                                                                            Nach Nnamdi Obasi, verantwortlich  für die Sicherheit ausländischer Firmen und nigerianischer Spezialist des Krisenstabs,  zeigt das Ereignis in dieser beliebten Gegend, dass die ganze Umgebung gefährdet ist. Boko Haram hatte sich noch nicht zu diesem Anschlag bekannt, wird aber verdächtigt.

Die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen im April hatte internationale Empörung ausgelöst.                                                                                                                         Anschließend hatten im Abstand von nur 15 Tagen im April und Mai 2 Anschläge an der Bushaltestelle Nyanya stattgefunden, die nicht sehr weit vom jetzigen Anschlagsort entfernt liegt. Die Behörden hatten danach versprochen, für mehr Sicherheit in den gefährdeten Vierteln zu sorgen.

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Ebola erstmals in Westafrika

La fièvre Ebola fait 104 décès sur 164 cas recensés en Guinée

Vor mehr als 5 Monaten brach Ebola in Guinea aus. Es waren die ersten Infektionen in Westafrika. Weitere Fälle wurden in Liberia und Sierra Leone registriert. Übertragungen erfolgen durch Körperkontakt mit lebenden und toten Infizierten.  Die Inkubationszeit variiert zwischen 2 und 21 Tagen. Der Erregertyp ist der ZEBOV. Seitdem wurden in Guinea 499 Kontakte mit dem Virus registriert:  91 in Télimélé, 279 in Guéckedou, 129 in Macenta.

Von 164 registrierten Infizierten im ganzen Land starben bisher 104. (laut Gesundheitsministeriums). Das sind 63,4%.

In der Zeit vom 16 bis 26 Mai 2014 gab es 13 Neuinfektionen. 5 davon in Macenta, 3 in Guéckedou (Waldgebiet),  1 in Télimélé, 1 in Conakry, 3 in Boffa. Damit hat sich das Virus weiter ausgebreitet und ist in die Küstenregion übergesprungen. (Boffa, Conakry)

Allerdings stehen neben diesen 13 noch 3 weitere Verdachtfälle unter Qurantäne. 10 davon in Guéckedou , 3 in Télimélé und   3 in Boffa. Laut der Abteilung für Prävention konnte die Übertragungskette zu den Neuinfizierten rekonstruiert werden.

Die Nachbarländer haben die Grenzen schon vor Monaten dicht gemacht.

Ebola zeigte sich 1976 zum ersten Mal in Zaire, das heute Demokratische Republik Kongo heißt. Bis 2012 lag das Kerngebiet für Ebola in Zentralafrika.

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Im Revier der Guadalquivir

 

 

Ein Kuss muss sitzen.

Ämter – Finanzen – GeldLäden.

In einer Hand ein Brief von einem F…amt,

in einer Hand etwas zum Lesen:

Irgendein deutscher Geldladen hat bei der Manipulation des Libor (Zinssatz für den Geldhandel unter Banken)                                                                                                       mitgespielt und damit allein 2008 runde 80.000.000€ verdient.   Zu Untersuchungen der BaFin in diesem Geldladen heißt es.

„Sie (das sind irgendwelche Typen in diesem Laden) können sich damit trösten, dass offenbar auch in der Bundesregierung die Sorge um das letzte deutsche Geldhaus (gemeint ist der Geldladen) von Weltrang mittlerweile größer ist als der Wunsch, das Management für die Sünden der Vergangenheit zur Rechenschaft zu ziehen. In Berliner Kreisen heißt es, das Finanzministerium wolle die Finanzaufsicht BaFin bremsen, damit die in der LiborAffäre nicht allzu streng mit demVorstand umspringe.“

 Nach ein-zwei weiteren schrägen Histörchen um 1.000.000.000 heißt es dann.                   „Zuletzt stiegen vor allem die Vorstandsgehälter. – Aus einem institutionellen Investor bricht es förmlich heraus, wenn man ihn fragt wie seine Bilanz nach 2 Jahren  X…/Y… (hier stehen 2 unleserliche Namen) ist: -Die Kochefs verdienen (verdienen die oder greifen die in die Kasse)zusammen mehr als VW-Chef Martin Winterkorn- echauffiert sich der Geldmanager. Der aber liefere 10.000.000.000€ Gewinn ab, während die Deutsche Bank ihre Ziele verfehle. Wir sind vor allem deshalb kein Aktionär der Deutschen Bank mehr“

Sie wollen von mir 10€ für eine Sache, die mit 189,47€ längst erledigt ist. Der Verwaltungsaufwand beläuft sich auf ein Vielfaches. Sie bekommen Ihre Zeit bezahlt, aber ich bezahle mit meiner Lebenszeit.                    Die paar Monate, die ich diesen „blöden Marokkaner“, der auch noch Deutscher werden will –er kann meinen Pass haben und den er hat behalten, beschäftigte, haben mir augenöffnende Einsichten in  hirnverdrehte gesellschaftliche deutsche Zusammenhänge beschert. Da bekommen Leute für einen Monat Arbeit sowenig Geld, dass sie davon kaum leben können und Miete bezahlen. Davon wird dann noch ein unglaublicher Prozentsatz für andere abgezogen.                                                                     Ich sehe das moralisch.                                                                                                                Ich habe diesen Abzügen, wo nichts mehr abzuziehen ist, ein Ende gemacht. Ich lasse mich nicht in die Knechtung von Mitbürgern durch ein willfähriges, selbstsüchtiges, neofeudales System einspannen. Was gibt es an China zu bemäkeln, das wir hier nicht längst hätten. Am Ende stünde ich noch vor dem Gerichtshof in DenHaag wegen  Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Unter welchen demokratischen Hut sollen die schmuddeligen Vorgänge aus zwei Welten in einem Land passen. Ich kann es Ihnen sagen, unter gar keinen. Am Ende steht noch Gefängnis für eine konstruierte Verfehlung von null€ auf der einen Seite und ein Bonus von 3,6 Millionen für die Leistung einer MilliardenVergeigung auf der anderen.

Demokratie ist ein schwaches Leuchten aus einer fernen galaktischen Zeit als noch 2 Sonnen den Planeten beleuchteten, auf dem es niemals Nacht wurde, man am Tage schlief, am Tage arbeitete.  Jetzt und hier herrscht ein Feudalsystem mit allen bekannten Repressionsformen unter Einspannung der Bevölkerung in ihre eigene Unterdrückung.

Aldi hat mehr für den sozialen Ausgleich getan als die Regierungen der letzten 30 Jahre.        Aldi ist die überzeugendste politische Kraft im Lande, eine Superpartei, die man nicht wählen darf.

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Aufgespürt und abgeführt

 

nsa-terroristin, als drogistin getarnt, erwischt.

    im mai in mStadt


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Wie kommt man nach Hermeskeil, (Teil 1)

Wie kommt man nach Hermeskeil?  Gar nicht. Wer wollte schon nach Hermeskeil?

Ansonsten mit demFlugzeug. Man fliegt preiswert nach Hahn, steigt aus und geht noch ein paar Schritte durch ein Waldgebiet, passiert unerwartete Dörfer, läuft über Felder, begegnet Hirsch und Wildschwein, dem Luchs und dem Wolf, man grüßt Fuchs und Hase, das Reh. Dann ist man da und enttäuscht.

Die Mythe erzählt, dass Hermes, der Götterbote von seinem Chef zu den keltischen Treverern geschickt wurde um ihnen zu befehlen, sich den Römern zu unterwerfen.

Hier muss die Mythe zugunsten des Geschichtsberichtes unterbrochen werden, der zu ihrem Verständnis nötig ist.                                                                                                                                                                                                                Das keltische und damit auch gallische Volk der Treverer lebte linksrheinisch im Gebiet des Hunsrück und der Eifel. Wohlwollend  waren die Verbindungen zu den keltischen Eburonen, mit den Doppelkönigen  Ambiorix und Catuvolcus, die Gebiete der Eifel , die Ardennen und Belgien bewohnten. Zu den Germanen auf der anderen Seite des Rheins, pflegten sie vertrauliche Beziehungen. Sie erhoben sogar –nach Tacitus- ehrgeizig Anspruch darauf, germanischer Herkunft zu sein um sich von den „ gemütlichen“ Galliern zu unterscheiden. Sie fühlten sich gerade noch den Bewohnern eines entlegenen gallischen Dorfes in der Bretagne verbunden, die sich um den Krieger Asterix versammelten und von den Römern bis heute nicht unterworfen werden konnten. Die Treverer lebten zur Zeit des Gallischen Krieges wie die Eburonen unter konkurrierender Doppelherrschaft der Fürsten Cingetorix, eines GallicoTreverers aus Weichholz, der sich im gallischen Krieg gerne auf die Seite Caesars stellte, und Indutiomarus, eines aus Stein gemeißelten GermanicoTreverers, freiheitsliebend und kriegerischer Gesinnung, Schwiegervater des anderen, aber die römischen Wichtigmänner hassend. Er dachte nicht daran, sich Rom zu unterwerfen. Der große Caesar, der mit 4 Legionen und 800 Reitern in das Gebiet der Treverer gezogen war, ging das Problem politisch an und machte Cingetorix zum 1-ten Fürsten der Treverer, eine Kränkung für den anderen, der sich im Winter 54-53 vor Christ auf den Weg machte, um den Widerstand gegen Rom anzufachen.  -Was heißt schon Winter. Bis vor kurzem war in dieser Gegend immer Winter.-    Gesattelte Jahre verlangte das Land.  Rom hatte Respekt vor den treverensischen ReiterKriegern. Indutiomarus schaffte es Ambiorix und Catuvolcus, denen die Aktivitäten Caesars auch nicht gefielen, für einen Aufstand gegen die Römer zu gewinnen: Eburonen unter Ambiorix erschlugen 15 römische Kohorten (1,5 Legionen oder etwa 10.000 Legionäre) in Atuatuca -ardennisches Gebiet zwischen Rhein und Maas – heutig Eschweiler, Caesars größte Niederlage im BelloGallico. Es war im Grunde die Modellschlacht für den Teutoburger Wald, wo 9 nach Christ die römischen Ambitionen auf Germanien in den sumpfigen Böden, Regen und Nebel durchtränkter germanischer Urwälder für immer versanken.

So ein Ereignis beflügelt den Mut auf der einen, die Neuordnung des Kampfgeistes auf der anderen Seite. Weitere Krieger, gallische sowie germanische, schlossen sich Indutiomarus an. Berittene Delegationen kreuzten zwischen den Stämmen der Allianz. Die Macht konzentrierte sich wieder bei ihm. Den Schwiegersohn Cingetorix  erklärte er zum Feind des eigenen Stammes,  beschlagnahmte seine Güter und seine Kunstsammlung und begann das Winterlagers Titus Labienus, wohin sich Cingetorix  gerettet hatte, zu umzingeln. Eburonen und andere Stämme griffen das Winterlager Quintus Tullius Cicero, an, welcher der jüngere Bruder des römisch berühmten Schriftstellers Marcus Tullius Cicero war. Caesar besiegte die eburonischen Belagerer, worauf Indutiomarus erst mal die Belagerung des Labienus abbrach, weitere Unterstützung sammelte, dann den „Landtag“ anordnete, was die Eröffnung eines Krieges bedeutete und zum Angriff  auf Labienus Lager zurückkehrte, erlebte aber ein Desaster und seinen Tod entweder durch römische Leginäre oder treverensische Söldner aus dem Umfeld des Cingetorix. Vermutlich hatten terverensische und gallische ReiterSöldner, die Labienus mit Hilfe Cingetorix gekauft hatte, die Schlacht entschieden, indem sie zu einem kritischen Zeitpunkt den Ausfall aus dem Lager wagten . Es war das Jahre 53 vor Christ. Wir beobachten die römische Kampftaktik, die gezielt darauf aus war, Führer der Gegner zu töten, um den Kampf zu beenden. So wurde der Widerstand der Eburonen und jetzt der Treverer gebrochen. Es ist die Lehre aus den Schlachten Alexanders gegen Darius.                                                                                          

Fälschung. Es gibt keine Fotos der Burg von Indutiomarus


                                                                                                                        Dieses Foto ist eine der billigen Fälschungen.                                                                                                                                                   Ich kenne diesen Ort. Er sieht nicht so. Es gibt dort keine einzige Fichte. Der Baumbestand besteht aus 2000 Jahre alten Baumarten, die heute nicht mehr sind, härter als jede Eiche und schwer wie Eisen, dass sich unter ihrer Last die Erde biegt. Alle sind über 100m bis 200m hoch. Deswegen kann man einen Blick wie hier niemals erlangen. Dazu müsste man einen der höchsten Bäume besteigen, was man nicht tun sollte, weil in ihnen die alten keltischen Götter wohnen, die jeden vernichten, der das wagt. Außerdem steigen über den uralten Wäldern unablässig undurchdringliche Nebel auf, die jede Orientierung verhindern.                                               

In den Wäldern von Otzenhausen, nahe Hermeskeil, liegt noch heute der 2,5 km lange Ringwall aus schweren Steinen, der die Ringmauer einer keltischen Fliehburg bildete. Die HolzBalkenKonstruktion, mit deren Hilfe die Steine zu einer senkrechten Mauer aufgeschichtet waren, ist natürlich zusammengebrochen, aber der Steinwall umringt nach 2100 Jahren immer noch das komplette Burgplateau, versteckt in den undurchdringlichen Urwäldern des Hunsrück, in denen sich schon mancher verirrt hat und nicht mehr zurückkehrte. Wer den Wall besichtigen will, muss sich des Geheimwissens eines Einheimischen bedienen um hin und zurück zu finden. Von diesem Wall existieren keine Fotos. Wer dort ein Foto macht, kehrt nicht mehr zurück. Es kursieren angebliche Fotos der Burg, aber sie sind allesamt Fälschungen. Die mächtigen keltischen Götter und der Geist des Indutiomarus hüten das Geheimnis um diese Burg. Sie soll Indutiomarus Burg gewesen sein, da sie nach der Niederlage gegen Titus Labienus verlassen wurde. Dessen damaliges Lager wird nur einige Kilometer entfernt auf den Feldern von Hermeskeil vermutet. Der Fund dieses großen römischen Militärlagers ist neuen Datums (2010-11), es ist das älteste in Deutschland, noch vor dem Petrisberg bei Trier entstanden, aus der Zeit des gallischen Krieges. Es soll das Lager des Titus Labienus gewesen sein, von dem aus der Widerstand der Treverer zunächst gebrochen wurde. Nach der Niederlage und Tötung des Indutiomarus hatten die Römer eine Weile Ruhe vor den Treverern. Das Lager Petrisberg entstand 30 vor Christ, als  erneut Widerstand aufflammte.  Als Indutiomarus gefallen war, kehrte Cingetorix als römischer Günstling wieder in seine Rolle als erster TrevererFürst zurück, erscheint aber nicht mehr in Quellen und Funden. Hoffenlich wurde er vergiftet.

Zurück zur Mythe. Da kam also dieser Hermes alias Mecurius im Autrag seines Chefs, des Zeus, alias Jupiter Optimus Maximus, um den Treverern zu befehlen sich Rom zu unterwerfen. Bei Cingetorix fand er Gehör. Der sagte ja und handelte danach. Er kam zu Indutiomarus. Der sagte auch ja, dachte aber: was will dieses Factotum (Mädchen für alles in gehobener Vertrauensstellung) von einem griechisch-römischen Gott, der über mich keine Macht hat. Ich habe meine eigenen Götter und die heißen: Rosmerta, Ancamna, Intarabus, Inciona, Veraudunus, Ritona, Xulsigiae, handelte also wie die Geschichte beschreibt. Als Zeus alias Jupiter das mitbekam, wurde er wütend. Man muss wissen, dass er bereits nervös war, weil eine Prophezeiung Heras, die ihn abgrundtief hasste, sagte, dass er schon bald durch einen einzig wahren christlichen Gott für alle Zeit entmachtet werde. Er kramte also in seinem Lager alter Steinkeile aus vorolympischer Zeit, griff nach dem gröbsten, den erfand –das war der des Titanen Cronos, des Kinderfressers- und schleuderte ihn nach Hermes, der immer noch bei den Treverern weilte um deren Gehorsam zu überwachen. Er, mit göttlichen Gaben ausgestattet, sah das ungeheure Trumm kommen und wich aus, dass es zwischen Otzenhausen und Hermeskeil niederging.                                                                                                                                                                                                                              Die Mythe berichtet, dass es mit einem nie gesehenen, gewaltigen Blitz in die Erde einschlug und das gesamte Gebiet der Treverer tagelang in eine dichte Staubwolke hüllte, bis ein eisiger Ostwind von Russland her die Wolke über Gallien Richtung Atlantik trieb. Asterix, der den wahnsinnigen Blitz bemerkt hatte, stand noch lange da und schnupperte in die vorüberziehende Wolke, die metallisch roch. Hermes schaltete sich wieder und wieder in die Geschicke der Treverer und angrenzenden Germanen ein, bis sein Chef sich nicht mehr dafür interessierte.                                                                                                    Die Mythe verbreitete sich im Handumdrehen, ausgehend von den Römern  wurde sie weitergegeben an die romfreundlichen Treverer und alle Stämme des treverensischen Gebietes sowie die benachbarten germanischen Horden. Es war in der Zeit als Indutiomarus noch lebte. Er traute den römischen Mythen noch weniger als den eigenen und ließ den Stein von einem Team treverensischer Physiker untersuchen, das er, wie Vertreter anderer WissenschaftsZweige auch, in seiner Burg zu Otzenhausen beherbergte. Seine Physiker stellten fest, dass es sich um die Reste eines größeren Meteoriten handelte, der aus Silikatmaterialien und EisenNickel Legierungen bestand. Damit war für ihn der mythische Ursprung widerlegt und der Aufschlag bedurfte keiner Deutung als Ohmen für den bevorstehenden Krieg. Die Mythe um den Stein hielt sich trotzdem bis heute. Irgendwie hat sie den Namen Hermeskeil zustande gebracht.


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“Aus der Zeit gefallen”


Cornelius Gurlitt

Jetzt ist er “aus der Zeit gefallen”. – Cornelius Gurlitt starb am 06.05.2014. mit 81 Jahren. Es heißt an anderer Stelle am 05.05.2014. Einigen wir uns darauf, dass er am 05. und am 06. gestorben ist. Es ist geschehen, woran ich die ganze Zeit dachte. Infolge infamer Berichterstattung, widerlicher Entmündigung seiner Person und des Raubs seiner Bildern wurde er krank und starb. Piranhas haben ihn gefressen.                               ………….., samt den Fügungen des Zufalls,                                                                                   Die es dahin gebracht – Der Rest ist Schweigen.                                                                             

Ist so ein Presseleben vielleicht gar kein echtes Leben, wenn das Falsche gesagt wird, Entscheidendes gar nicht, dass alles sich in Propaganda verirrt. Werbung ist der Arsch der Welt. Echt oder unecht das ist hier die Frage von Sein oder Nichtsein. 

Zum Motiv seines Todes als mögliche Folge einer illegalen und unwürdigen Behandlung schweigt sich die Presse aus.

Er hat gelebt wie er gelebt hat.  Das war seine Sache. Im Laufe der Berichterstattung habe ich zunehmend Sympathie für ihn entwickelt und verstanden, dass er sich in seiner Lage gar nicht unklug verhalten hat. Das, was ihm zuletzt zugestoßen ist, hat er zeitlebens vermeiden können, und er hat mit der Furcht gelebt, dass es ihm passieren könnte. Er hat ein Leben unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung (des öffentlichen Erscheinens), eine konspirative Existenz kultiviert.  Auch die Verstellung gehörte dazu. Er hätte es nicht getan, wenn er nicht die Affinität dazu gespürt hätte. Es lag ihm sich zu verstellen. Das war sein Ding. Jetzt zeigt sich, dass sein Konzept richtig war.

Da hat doch so einer in Österreich in Amstetten um sich herum eine Unterwelt geschaffen, in der er Jahrzehnte unbemerkt seine Töchter gefangen hielt und noch mehr.

Da war Cornelius doch anders. Er hat niemanden in seine Sache hineingezogen. Insofern darf er frei entscheiden. Es steht ihm zu, zu leben wie er will. Er hat die Gesellschaft nicht in Anspruch genommen. Das hatte er nicht nötig. Das Kunst-Erbe, dessen Last (Konsequenz) er auf sich genommen hat, gab ihm die Konditionierung für sein Leben vor und nebenbei die wirtschaftliche Unabhängigkeit dieses Leben zu führen.

Es war sein lebenslanger Alptraum in die tausend Tentakel deutscher Behörden zu geraten, die ihn jetzt mit aller Wucht in die Mangel nahmen und dann sogleich mit einer ans Diktatorische grenzenden Willfährigkeit behandelten und nieder machten. Nicht nur die, sondern auch die Presse fiel ihn an und plötzlich kannte ihn die halbe Welt. Der Mann mit dem verborgenen Leben wird kurz vor seinem Ende weltberühmt. Als ich in Paris war und man auf der Straße an meiner Aussprache bemerkte, wo ich herkam, fragte man mich nach Cornelius, dem geheimnisvollen stillen Mann mit den teuren Bildern. Manche nennen ihn ein “Phantom”. Das war er nicht. Kunst für eine Milliarde Euro hat ihm die “PlusterPresse” angedichtet, aber letztlich sind es doch nur ein paar Milliönchen, “Peanuts” also. Alle sind verliebt in diese ungeheuren Geldsummen bei Kunst.                                  Aber Cornelius mochte seine Bilder und er verstand sie.

Er hat eine distanzierte Abgeklärtheit behalten, die man ihm nicht zugetraut hätte. Er hat durch diese Behandlung, die offensichtlich vielen zu weit ging, etliche Sympathien angezogen. Es ist glaubhaft, dass er die Sammlung zusammenhalten wollte, weil er die Bilder verstand und sie ihm etwas bedeuteten, was man von denen, die sie dann an sich rissen, nicht sagen mag.                                                                                                                  Von allem, was man ihm anfänglich vorgeworfen hat, ist wenig übrig geblieben und die ganze Beutekunst, um die es noch gehen konnte, reduzierte sich auf 5% von 1400 Werken. Die musste er als Privatmann nicht herausgeben, sondern wollte das schließlich freiwillig tun. In der Regel wird wohl darum verhandelt, in welchem Verhältnis der Verkaufspreis zwischen den Nachfahren der ehemaligen jüdischen Besitzer und dem jetzigen Eigentümer geteilt wird. (So wurde es beim Verkauf des “Löwenbändigers” von Beckmann gehandhabt. -Siehe “Von Echten und Falschen” in diesem Blog.) Das kann von 20:80 zugunsten des heutigen Eigentümers bis zu gleichen Anteilen von 50:50 verhandelt werden. Bitteschön, wozu dieses martialische Gebaren, verbunden mit einer “Enteignung”. Das ist DDR.                                                                     Zu Recht fürchtete er die Öffentlichkeit. Die Regeln der Demokratie sind in Deutschland nicht mehr in Kraft. Das liest man auch aus der Dreistigkeit, mit der die Politiker darüber hinweggehen, dass zu viele im Lande von ihrer Arbeit nicht mehr leben können.

 

06. Mai 2014 16:34  

Haustür von Cornelius Salzbuger Haus                                                                                                                                                                                                                     06. Mai 2014 16:34                                                                                                                             Man hat ihn zur Strecke gebracht und teilt sich jetzt die Beute. Glückwunsch Bayern, es lebe die staatliche Wilderei!

06.05.2014                                                                                                                                          Naja, so drastisch hätte ich es nicht ausgedrückt. Aber auch mir kam sofort der Gedanke, dass der mediale Rummel um seine Person sicher einiges an Stress verursacht haben wird, der seinem Gesundheitszustand bestimmt nicht zuträglich gewesen sein konnte.

06.05.2014                                                                                                                                      …und nicht etwa eine Folge der fragwürdigen Beschlagnahme der Kunstwerke und der Jagd von Politik und Medien auf seine Person. Das Wild ist erlegt, nun kann die Beute verteilt werden …

06.05.2014                                                                                                                                      Mein Beileid an die Hinterbliebenen, die bespiellose Medienhetze hat seinen Tribut gefordert.

06.05.2014 20:26  guenovski                                                                                                          Endlich hat er Ruhe!                                                                                                                 Als Nazi Kunsträuber hat ihn die deutsche Öffentlichkeit in vorauseilendem Gehorsam abgestempelt und die Justiz hat ihm seine Bilder weggenommen, obwohl diese alle in seinem rechtmässigen Besitz waren.                                                                                       Irgendwas läuft falsch in diesem Land!

06.05.2014                                                                                                                                         Die Frage, ob ein Mensch, in diesem Fall Herr Gurlitt, überhaupt ein “echtes Leben” gehabt habe, ist unsäglich: Gibt es inzwischen Autoritäten, die darüber befinden dürfen, ob das frei bestimmte Leben eines Menschen echt oder unecht -oder am Ende gar kein richtiges Leben ist? 
- Es gibt sie nicht,  es gibt die Omerta der “Neuen Wissenden”, der Herrenrasse. Still und heimlich ist etwas Unheimliches gewachsen. Deshalb gibt es sie doch und sie ließen sich auch beim Namen nennen. Ein „frei bestimmtes“ Leben ist in Deutschland nicht erlaubt. Das Land wird zum Gefängnis. Damit hat es historische Erfahrung. –Cornelius Gurlitt sagt, dass München ein Gefängnis sei. Shakespeare sagt. „World is a prison“.  Sachs sagte: “Deutschland ist kein freies Land” und kehrte ihm den Rücken.

otzer06.05.2014                                                                                                                            Aber hatte er überhaupt ein echtes Leben?                                                                                         Was für eine zutiefst anmaßende Frage! Wer könnte diese Frage für einen anderen Menschen je beantworten?

moxol06.05.2014                                                                                                                           War ein Leben erst echt wenn man schön als Angestellter arbeitet und 2 kleine Kinder im Reihenhaus großgezogen hat? kann doch jeder selber entscheiden worauf er Lust hat

06.05.2014 22:15 von hatschon                                                                                                   Ich frage sie alle…                                                                                                                   Was meinen sie alle wenn es morgens um 6 Uhr an ihrer Haustür klingelt und Kripo , Steuerfandung und diverse Amtsmenschen wollen rein. Viel Spaß und der Mann war alt und krank ! Das hat ihn umgebracht. Widerlich und erbärmlich wie die Behörden sich verhalten haben und auch noch im Nachhinein !

06.05.2014 22:55 von john.fire                                                                                                    Erstaunlich …                                                                                                                                … wie schnell er plötzlich in den Händen seiner “Betreuer” gestorben ist …

06.05.2014 22:57 petruschka5                                                                                             Vermächtnis                                                                                                                               Mich wundert es nun nicht mehr, dass Hr. Gulitt sein Vermögen an eine (Kunst-)Stiftung in England vermacht hat, wer von den deutschen Behörden aufgestöbert wird, hat nichts zu lachen!

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